Der Hobbit: Eine unerwartete Reise

Der Hobbit: Eine unerwartete Reise 3D (2012)

In einem Loch im Boden, da lebte ein Hobbit.“

Am Ende musste es Peter Jackson dann doch selbst machen. Eigentlich wollte er die Geschichte von Bilbo Beutlin schon vor Der Herr der Ringe verfilmen und die Bücher von John Ronald R. Tolkien somit in der richtigen Reihenfolge auf die Leinwand bringen. Das Resultat einer langen Produktionsgeschichte ist eine neue Filmtrilogie, bei der man die Fragen stellen muss warum ein 310-seitiges Kinderbuch auf drei Filme ausgedehnt werden musste. Hat Peter Jackson wirklich zu viel Material gedreht oder möchte Warner Bros. einfach noch mehr Geld verdienen? Auf jeden Fall dürfte wohl klar sein, dass sich diese Filmadaption weit vom Buch entfernt.

Der etwas langatmige Einstieg bildet die Grundlage für die Geschichte. Bilbo Beutlin (Martin Freeman) lebt friedlich in Beutelsend, bis er Besuch vom Zauberer Gandalf (Ian McKellen) und 13 Zwergen bekommt, die ihn für ein gefährliches Abenteuer gewinnen wollen. Unter der Führung von Thorin Eisenschild soll die Gemeinschaft zum Einsamen Berg gelangen, um den schrecklichen Drachen Smaug zu besiegen.

Auf der technischen Seiten hat Peter Jackson eine kleine technische Revolution parat, denn die 3D-Version vom Hobbit läuft mit 48 Bildern pro Sekunde, also doppelt soviel wie alle anderen Kinofilme der letzten Jahrzehnte. Das Bild ist scharf, aber groß profitieren tut der Film nicht vom 3D-Einsatz. Beim Ton wartet dann die erste Überraschung auf die deutschen Zuschauer, denn Gandalf der Graue hat einen neuen Synchronsprecher. Musikalisch bekommt man wieder wunderschöne Melodien von Howard Shore, dabei ein paar bekannte aus Der Herr der Ringe und viele neue Stücke. Besonders das Lied der Zwerge bleibt auch nach dem Film noch im Ohr. Wenn die Abenteuergruppe durch die wunderschönen Landschaften von Mittelerde rennt, werden sich Tolkien-Fans wieder wie zuhause fühlen. Insgesamt profitiert die ganze Fantasywelt natürlich von dem technischen Fortschritt der letzten zehn Jahre.

Ich bin unzufrieden mit dem Film. Das hat vor allem den Grund, dass der Film mit 169 Minuten lang ist und dafür einfach zu wenig passiert. Man hat viele Nebengeschichten, Gastauftritte von bekannten Charakteren, einen langweiligen Bösewicht und mehr Fantasywesen. Das ganze wirkt dann eher als Ergänzung zur eigentlichen Geschichte. Ich hätte mir auch mehr Zeit und Dialoge für die Hauptcharaktere gewünscht, gerade Bilbo geht, im Vergleich zu dem sympathischen Thorin Eichenschild, etwas unter.

Der erste Teil vom Hobbit war für mich auch eine unerwartete Reise nach Mittelerde. Peter Jackson kann bombastische und epische Fantasy hervorragend auf die Leinwand bringen, aber wenn die Geschichte etwas schwächelt, leidet der ganze Film darunter. Ich habe mich während der Vorstellung nie gelangweilt, auch weil der Film ganz klar seine Highlights hat. Allerdings kam mir der Gedanke, dass das ganze ein 300 Millionen Dollar Fanservice sei. Ob der Der Hobbit: Eine unerwartete Reise ein guter Einstieg ins Franchise für Neulinge ist, wage ich zu bezweifeln. Ich hätte kein Problem damit gehabt gleich den nächsten Teil zu sehen, aber leider geht es erst in einem Jahr weiter mit Der Hobbit – Die Einöde von Smaug.

3/5

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