Rush

Rush – Alles für den Sieg (2013)

Filme die auf einer wahren Geschichte basieren, haben oft Probleme mit dem Spannungsbogen oder werden kritisiert für ihre ungenaue Umsetzung. Bei Oscar-Preisträger und Regisseur Ron Howard hat man allerdings das Gefühl, dass das Leben immer noch die besten Geschichten schreibt, Apollo 13, A Beautiful Mind, Cinderella Man, Frost/Nixon und jetzt auch noch Rush?

Rush ist in erster Linie ein Drama, es behandelt die Geschichte der Rennfahrer James Hunt und Niki Lauda, ihre Rivalität, die Formel 1 Saison 1976 und das, was am 1. August 1976 geschah. Als Erzähler beginnt Niki Lauda auch an diesem Tag, mit einem Voice-over wird dem Zuschauer die Formel 1 der 70er Jahre näher gebracht, bevor die Geschichte ein paar Jahre in die Vergangenheit springt. Chris Hemsworth schlüpft in die Rolle des Frauenheldes James Hunt, der mit seinem Selbstbewusstsein, seinem Humor und seinen Partys im krassen Gegensatz zu Niki Lauda steht. Lauda, gespielt von Daniel Brühl, wird als akribischer Arbeiter gezeigt, jemanden der genau weiß, was er will und wie er es erreichen kann, sich dabei aber nicht unbedingt viele Freunde macht. Wobei beide Fahrer auf ihre Weise ihren Weg in die Formel 1 finden, die größte Motorsportserie der Welt.

Im Verhältnis steht der reine Motorsport in dem Film etwas im Hintergrund, man sieht die Privatleben der beiden Fahrer, ihre Beziehungen und die Rivalität neben der Strecke. Wenn dann aber mal die V12-Motoren mit ihren 500 PS loskreischen, geht es richtig zur Sache. In den Rennen setzt Howard auf ein hohes Schnitttempo und viele Detailaufnahmen, die Augen des Fahrers, der Schallknüppel, die Zylinder im Motor, der Auspuff und dazu noch ein Point of View des Fahrers sorgen für ein unglaubliches Tempo und versetzen den Zuschauer fast selbst in das Auto. Mit Bildfiltern wird zudem ein 70er Jahre Look erzeugt, die Farben wirken etwas verblast und das Bild etwas körnig. Besonders beeindruckend wirkt die Farbgestaltung bei einem Regenrennen im Film.

Das Daniel Brühl für den Oscar gehandelt wird, ist nach diesem Film verständlich. Nicht nur durch seine Aneignung von Laudas österreichischen Akzent überzeugt er, es ist die gesamte Darstellung der Figur Niki Lauda, die so überzeugend auf der Leinwand herüberkommt. Neben ihm kann auch Alexandra Maria Lara überzeugen, auch wenn sie eine dankbare Rolle hat.

Rush ist großes Kino, es wird nicht einfach nur ein Einzelschicksal gezeigt, sondern die ganze Welt in der es sich abspielt. Es gibt ein paar sehr emotionale Momente, in denen es nicht nur um den Motorsport geht. Ich hatte während des Films mehrmals eine Gänsehaut und ich kann Rush wirklich nur jedem empfehlen. Formel 1 Fans bekommen vielleicht ein klein bisschen mehr von dem Film, aber nicht so viel Rennsport wie in dem Dokumentarfilm Senna.

5/5

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