The American Hustle – And the Oscar goes to…

Wenn man viele Filme sieht und nicht ganz so viel schreiben möchte, bietet sich eine kleine Zusammenfassung an. Nicht so gut ist es dann, wenn die einzelnen Texte doch etwas stärker in ihrem Umfang variieren. Aber ich möchte euch ja keine Worte vorenthalten. Da man mit der Oscar-Verleihungen gute Werbung machen kann, folgen nun 5 Filme, die dieses Jahr auf jeden Fall viele Trophäen gewinnen werden.

12 Years A Slave (2013)
Die Vereinigten Staaten von Amerika 1841, Solomon Northup ist ein freier Mann. Regisseur Steve McQueen erzählt in 12 Years A Slave seine wahre Geschichte auf der Leinwand und bedient damit ein immer noch unterrepräsentiertes Genre in Hollywood. Der Film hat besonders in der ersten Stunde eine unheimlich dichte Atmosphäre, die dem Zuschauer auf erschreckende Weise die Sklaverei zeigt und das Gefühl vermittelt, dass der Mensch doch grundsätzlich schlecht ist. Michael Fassbender geht in der Rolle eines kaputten Sklaventreibers vollkommen auf und überzeugt als Antagonist vom Hauptdarsteller Chiwetel Ejiofor. Der Film ist kein typisches Hollywooddrama und versucht auch nicht auf die gleiche Art Empathie zu wecken, auch wenn verschiedene Arten von Gewalt gezeigt werden, wird auch einige Male gezielt weggeschnitten, um nicht alles direkt zu zeigen. Fragwürdig dürfte die kleine Rolle von Brad Pitt im Film sein und die Titelmelodie von Solomon, die Hans Zimmer anscheinend bei sich selbst geklaut hat und erschreckend an seine Komposition „In Time“ aus Inception erinnert.
4/5

American Hustle (2013)
Regisseur David O. Russell hat in den letzten Jahren einen sprunghaften Aufstieg in der Filmwelt erlebt, was er anfasst, wird zu Gold. Dabei sind seine Filme alles andere als Hollywood typisch. American Hustle erzählt die Geschichte des Betrügers Irving Rosenfeld, der in New York 1978 jeden über den Tisch zieht, der sein Büro betritt. Zusammen mit seiner Geliebten Sydney plant er dann auch eine kleine Expansion. Die Handlung wird für Irving aber zunehmend unkontrollierbar und von Politikern bis zum FBI mischen sich viele Leute in sein Leben ein. Die recht einfache Handlung wird am Anfang durch eine längere Rückblende erzählt und auch danach wird viel mit Voice-overs gearbeitet. Ein wenig könnte man die fehlende Spannung kritisieren, die aber recht gut überspielt wird von dem fantastischen Cast des Films. Christian Bale als Betrüger Irving, Amy Adams als seine Freundin Sydney, Bradley Cooper als leicht wahnsinniger FBI Agent und Jennifer Lawrence als Irvings verrückte Ehefrau halten, was ihre großen Namen versprechen. Bei den sehr guten Leistungen muss man dann noch Amy Adams hervorheben, die nicht nur immer ein tiefes Dekolleté trägt, sondern wohl auch ihre beste Schauspielleistung abliefert. David O. Russell macht gute Filme und schreibt tolle Rollen für Frauen. American Hustle ist kein Film, den jeder als Meisterwerk versteht und auch keine lustige Komödie. Es ist aber die Sorte von Film, von der Hollywood mehr gebrauchen könnte.
4/5

Captain Phillips (2013)
Das große Zeitalter der Piraten ist lange vorbei, am Horn von Afrika ist die Piraterie aber zu einem Geschäft geworden, in dem Warlords viel Geld verdienen und arbeitslose Fischer ausgebeutet werden. In Captain Phillips inszeniert Regisseur Paul Greengrass die wahre Geschichte der Maersk Alabama und ihres Kapitäns Richard Phillips, die vor der Küste von Somalia von Piraten angegriffen werden. Trotz der teilweise bekannten Handlung ist der Film besonders in der ersten Stunde äußerst spannend. Über die gesamte Dauer trägt Tom Hanks als Hauptdarsteller den Film und beeindruckt den Zuschauer auch auf emotionale Weise bei seinem Umgang mit den Piraten. Vielschichtiger Action-Thriller mit einer guten Geschichte und Tom Hanks, was will man mehr?
4/5

Dallas Buyers Club (2013)
20 Jahre hat Hollywood gebraucht, um nach Philadelphia wieder einen Film über den humanen Immundefizienz-Virus, kurz HIV, zu drehen. Dallas Buyers Club erzählt die Geschichte von Ron Woodroof, der sich nicht mit dem eigenen Todesurteil abfinden will, und beschließt auch anderen Erkrankten zu helfen, wenn auch vielleicht nicht aus den richtigen Motiven heraus. In den 80er Jahren war die Allgemeinbildung über den HI-Virus und AIDS nicht wirklich gut und gerade im homophoben Texas, wo der Film spielt, wurde die Krankheit vor allem mit Homosexuellen verbunden. Und so ist der Hauptdarsteller selbst ein richtiger Amerikaner, weiß, heterosexuell und hart arbeitend. Dazu vögelt Ron Woodroof auch noch jede Menge Frauen. Matthew McConaughey Charakter zeigt sich im Laufe des Films aber vielschichtig und sehr differenziert. Der Schauspieler hat sich für den Film 23 Kilogramm herunter gehungert, schon vom äußerlichen hat man McConaughey so noch nie gesehen. Aber auch seine Schauspielkunst ist in dem Film so intensiv, dass man nur noch den Charakter Woodroof und nicht mehr McConaughey sieht. Genauso überragend ist Jared Leto in der Rolle des transsexuellen Rayon. Ein unglaublich gutes Drama, das auch zeigt, wie viel man mit einem kleinen Budget erreichen kann.
5/5

The Wolf of Wall Street (2013)
Amerika und der ungezügelte Kapitalismus ist eine große Liebesgeschichte. Einen Auszug daraus erzählt Martin Scorsese in seinem längsten Spielfilm The Wolf of Wall Street. In dieser Glorifizierung eines Verbrechers spielt Leonardo DiCaprio den Börsenbroker Jordan Belfort, der Ende der 80er Jahre an der Wall Street ein Vermögen verdient und in einem absurden und exzessiven Lebensstil abdriftet. Inklusive Alkohol, Nutten und jeder Menge Drogen. Der Film ist vor allem eine Komödie, eine Realsatire, die einen zum lachen bringt. Die 179 Minuten Film vergehen wie im Flug, stauend verfolgt man die Dreistigkeit, mit der Belfort einen Erfolg nach dem anderen feiert und mit seinem eigenen Wolfsrudel beeindruckende Partys feiert. Zudem lernt man wertvolle Lebenstipps von Matthew McConaughey und erfährt wie Jonah Hills Penis aussieht. Insgesamt ist The Wolf of Wall Street wohl der beste Scorsese Film der letzten Jahre.
5/5

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