Transcendence

Transcendence (2014)

Gestern war Wally Pfister nur ein Kameramann. Heute gibt Christopher Nolans Kameramann sein Regiedebüt mit Transcendence. 100 Millionen Dollar Budget, Johnny Depp und ein Drehbuch von der ominösen Blacklist, auf der es vor potenziell guten Drehbüchern nur so wimmelt welche niemand sofort verfilmen wollte. Keine schlechten Aussichten also für das Erstlingswerk von Mister Pfister.

In einer nahen Zukunft ist Dr. Will Caster (Johnny Depp) der führende Wissenschaftler im Bereich der künstlichen Intelligenzen. Zusammen mit seiner Frau Evelyn Caster (Rebecca Hall) und einigen Wissenschaftsfreunden träumt er davon, die Grenzen des menschlichen Gehirns zu überwinden, um die grundlegenden Probleme unserer Gesellschaft schneller und besser lösen zu können. Auf der anderen Seite steht die Terrororganisation R.I.F.T., welche vor den Gefahren einer befreiten künstlichen Intelligenz für die Menschheit warnt und nicht vor drastischen Mitteln zurückschreckt. Ohne zu viel Spoilern zu wollen, die Hauptthematik des Films wird einem eigentlich schon auf dem Filmplakat gezeigt. Oder am Anfang des Films, der dann 5 Jahre in der Zeit zurückspringt, oder im Trailer.

Prinzipiell mag ich es überhaupt nicht, wenn ein Film in die Handlung einsteigt, um dann sofort in die Vergangenheit zu springen. Ein rhetorischer Trick um das Interesse des Zuschauers zu wecken, etwas unnötig, wenn ein Teil der Handlung bekannt ist und man doch schon sein Eintrittsgeld bezahlt hat. In der Vergangenheit angekommen wird die Handlung durch häufige Ortswechsel vorangetrieben, das Ganze wirkt etwas gehetzt, dabei ist die Vorgeschichte interessant und für den Aufbau der Figuren eigentlich essenziell. Das hohe Anfangstempo verliert sich im Laufe des Films, die Handlungsorte werden weniger, man verliert etwas das Zeitgefühl für die Geschichte.

Transcendence hat eine gute Grundidee, Science-Fiction Technologie die einen beeindruckt, ein Blick in die Zukunft. Die KI agiert nicht so zerstörerisch wie Skynet, sie hat einen Plan, nimmt sich Zeit. Die Auswirkungen auf die Umwelt werden im Film aber relativ beschränkt gezeigt. Vielleicht aus deshalb wird Johnny Depp nicht zur Sympathiefigur, sondern wertet den Film höchstens durch sein Aussehen auf. Ernster Look mit Brille, statt verrückter Pirat mit Hut. Die zwei Gesichter des Johnny Depps, wie böse Zungen behaupten. Bei den anderen Schauspielern kann man bei Paul Bettany und Rebecca Hall sagen, dass sie sich wenigstens bemüht haben. Halls Figur wirkt aber nicht immer glaubwürdig, sondern leidet auch an der Inszenierung und der Handlung. Kate Mara und Cillian Murphy haben zu wenig Screentime um irgendetwas zu bewirken und Morgan Freeman ist halt ein alter Mann der zur Geschichte gehört, gespielt von Morgan Freeman.

Ich habe lange keinen so mittelmäßigen Film mehr gesehen. Transcendence macht nichts wirklich schlecht, aber kaum etwas richtig gut. Der Film fokussiert sich sehr auf seine Handlung und scheitert daran, die Schauspieler bleiben blass, der Thriller Aspekt kommt kaum zum Zuge und das Hauptthema der künstlichen Intelligenz wird eigentlich von einer anderen sehr coolen Technik in den Schatten gestellt. So bleiben gute Ansätze, eine an sich tolle Thematik und ein paar schöne Bilder. Das ist für Science-Fiction und Johnny Depp Fans vielleicht genug, um sich den Film anzusehen.

2/5

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