X-Men: Zukunft ist Vergangenheit

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit 3D (2014)

Die Zukunft, ein dunkler vom Krieg geprägter Ort. Die Mutanten stehen am Rande ihrer Existenz, chancenlos gegen die von Menschen erbauten Sentinel Roboter. Doch steht die Zukunft schon fest oder ist sie veränderbar? Kann der Krieg zwischen den Menschen und den Mutanten verhindert werden, damit Charles Xaviers Traum doch noch wahr wird?

Zumindest Bryan Singers Traum von einem weiteren X-Men Film hat sich erfüllt, nach 13 Jahren kehrt er auf den Regiestuhl des Franchise zurück und hat sich einiges vorgenommen. Zukunft ist Vergangenheit vereint die beiden X-Men Film-Zeitlinien und ist somit ein Sequel zu der originalen X-Men Trilogie, sowie X-Men: Erste Entscheidung. Möglich wird das Ganze durch eine Geschichte die sich mit dem Zeitreisen beschäftigt und auf dem gleichnamigen Comic aus dem Jahr 1981 basiert. Ein wenig Vorwissen ist also durchaus hilfreich, wenn man mit der Vielzahl von alten und neuen Mutanten auf der Leinwand konfrontiert wird, aber für die Geschichte des Films nicht zwingend.

50 Jahre in die Vergangenheit geht Wolverines (Hugh Jackman) Zeitreise, im Jahr 1973 soll er mit Hilfe der jungen X-Men ein entscheidendes Ereignis verhindern, welches zum Bau der Sentinels von Trask Industries führt. In der Vergangenheit sind die X-Men aber alles andere als vereint, die beiden jungen Versionen von Charles Xavier und Erik Lehnsherr verbindet nur der Hass aufeinander.

Das 70er Jahre Setting wirkt sich im Film nicht nur auf die Kostüme und die Umgebung aus, gekonnt werden historische Ereignisse in die Handlung eingebunden und es gibt es Aufnahmen mit Super 8 Kameras und Fernsehnachrichten im 4:3 Format zu sehen. Die Gleichzeitigkeit der Zeitebenen im Film sorgt über die gesamten 131 Minuten für Spannung und zeigt anderen Filmen, wie man recht einfach eine funktionierende Zeitreiselogik erschafft. Bei der Action sorgt Bryan Singer nicht für ein halbstündiges Dauerfeuer wie bei einigen anderen Marvel-Verfilmungen. Die Actionszenen sind gut im Film verteilt und die Kräfte der Mutanten werden clever und teilweise visuell beeindruckend gegen die übermächtigen Sentinels eingesetzt.

Ein Highlight des Films ist wieder das Schauspielerduo Fassbender und McAvoy, die als junge Magneto und Professor X den Großteil der Handlung voranbringen und ihren Konflikt auf verschiedenen Ebenen austragen. Dass James McAvoy ein brillianter Schauspieler ist, dürfte ja in inzwischen bekannt sein, eher überraschend ist die junge, zornige und etwas gebrochene Version von Charles Xavier die er verkörpert. Zukunft ist Vergangenheit hat mit seinen vielen Hollywoodgrößen wohl einen der besten Casts aller Superheldenfilme. Bryan Singer gelingt allerdings das Kunststück, jeder Figur im Film eine kleine oder größere Rolle zu geben und sie sinnvoll in die Handlung einzubinden. Wenn Ellen Page durch Wände läuft und Halle Berry ein Gewitter beschwört, hat man das Gefühl, dass jede Figur wichtig ist.

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit ist für mich der beste X-Men Film. Der Film nimmt sich und seine Geschichte ernst, verzichtet aber auch nicht auf die üblichen Wolverine Witze. Dazu bekommt man gute Action mit den X-Men, die man teilweise seit dem Jahr 2000 auf der Leinwand kennt. Natürlich könnte man zum Beispiel kritisieren, dass Ian McKellens Rolle zu klein war, das die eigentliche Debatte der X-Men um Rassismus durch die Sentinelbedrohung etwas in den Hintergrund gerät oder warum Logan in der Zukunft wieder Adamantium-Klauen hat. Für mich hat Bryan Singer alles richtig gemacht, es ist ein sehr stimmiger Superheldenfilm, der respektvoll mit der Vorlage umgeht. Zudem ist es gelungen, alle Fehler der vergangenen Filme zu beseitigen. Ich war jedenfalls so zufrieden mit dem Film, dass mich die Szene nach dem Abspann fast schon etwas gestört hat. Hier gibt es einen kurzen Ausblick auf den Bösewicht des nächsten Mutantenfilms.

5/5

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