Planet der Affen: Revolution

Planet der Affen: Revolution 3D (2014)

Nach dem erfolgreichen Neustart der Filmreihe über Pierre Boulles Roman Der Planet der Affen inszeniert Regisseur Matt Reeves (Cloverfield) einen Nachfolger, bei dem sich die Presse mit Lob und affigen Wortspielen gegenseitig überbietet. Mit fantastischer Technik und der alten Geschichte über den Krieg und die Menschheit sollen die Affen mit einem weiteren guten Blockbuster den Kinosommer retten.

10 Jahre sind seit den Ereignissen von Planet der Affen: Prevolution (2011) vergangen. Die von Caesar angeführten intelligenten Affen leben in einem Wald vor San Francisco, während die wenigen überlebenden Menschen in den Ruinen der alten Welt hausen. Der ALZ-113 Virus sorgte für den Untergang unserer Zivilisation und vielleicht für den Aufstieg einer Neuen. Die Menschengemeinde von San Francisco war anscheinend auch so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass sie von den Primaten in der Nachbarschaft nichts wussten, bis sie sich auf der Suche nach einem alten Kraftwerk in den Wald hinein trauten.

Die besten Sequenzen im Film finden allerdings ohne die Menschen statt. Angeführt von Caesar leben Schimpansen, Orang-Utans und Gorillas friedlich in ihren Holzhütten, gehen mit Pferd und Speer auf die Jagd und lernen die bekannten Affenweisheiten in der Schule. Die Animationen der Primaten sind extrem beeindruckend, technisch wurde noch einmal ein Sprung gemacht, sodass die Affen in jeder Situation täuschend echt wirken. Auch der sehr gute Soundtrack sorgt für eine stimmige Atmosphäre. Bis auf die Kommunikation, bestehend aus einem Mix aus Zeichensprache und langsamer Sprache, ist kaum ein Unterschied zwischen den verschiedenen Menschenaffen im Film zu entdecken.

Bei den Figuren ist Caesar leider die einzige Figur mit Tiefgang, neben dem Vorteil einer bekannten Figur, sieht man ihn auch als liebenvollen Vater und als starken Anführer, dem seine Gemeinde sehr am Herzen liegt. Auf der anderen Seite hat man eindimensionale Charaktere ohne Ende. Gary Oldman hat als Anführer der Menschen eine extrem belanglose Rolle erwischt und die Menschengruppe, die Kontakt mit den Affen aufnimmt, ist so klischeebesetzt, dass sie auch sehr gut aus einem schlechten Horrorfilm stammen könnte.

Der Film erzählt eine sehr einfache Geschichte, die man so ähnlich auch schon viele Male erlebt hat. Die durchaus interessante Endzeitwelt wird genauso wenig genutzt, wie das Potenzial das im Konflikt zwischen Menschen und Affen steckt. Der Diskurs zwischen Krieg und Frieden funktioniert eher weniger gut mit schwachen Figuren und einer bekannten Geschichte. Bei der Action bietet der Film nur eine größere Szene und ein paar kleine Kämpfe, die nicht wirklich spektakulär inszeniert sind. Der einzige Kritikpunkt bei der Technik ist der total belanglose 3D-Effekt, hier wird nur minimale Tiefe geboten, um die Kassen des Filmstudios zu füllen.

Planet der Affen: Revolution ist kein schlechter Film, er ist technisch brillant und bietet Science-Fiction-Kino für jedermann. Affenfans bekommen einen Caesar der fantastisch von Andy Serkis gespielt wird. Auf der anderen Seite hat man ein Drehbuch, was meiner Meinung nach weit von intelligentem Kino entfernt ist. Der Film konnte mich nicht richtig begeistern und ich finde, dass der Vorgänger der klar bessere Film ist. So vermisse ich etwas Rupert Wyatt als Regisseur und wünsche mir für den nächsten Teil nur noch Affen.

3/5

Advertisements

Über Quadrataugenrunde

Filmkritiken und Podcast
Dieser Beitrag wurde unter Filmkritik abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s