Birdman

Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance) (2014)

1989 produzierte Tim Burton mit Batman einen der ersten großen Hollywood Blockbuster mit einem Comic-Superhelden. Und auch wenn sich Warner Bros. nach dem zweiten Film von Burton trennte, stand der Name Michael Keaton für viele bis zum Jahr 2005 (Batman Begins) für die Rolle des Batmans. Jetzt werdet ihr euch fragen, warum ich schon wieder über Batman schreibe, wenn im Titel doch Birdman steht.

Regisseur Alejandro González Iñárritu greift die Geschichte von Michael Keaton als Analogie auf und erzählt wie ein ehemaliger Hollywoodstar versucht seiner Karriere auf dem Broadway endlich einen Sinn zu geben, verfolgt von den Dämonen der Vergangenheit. War er nicht früher glücklich, hätte er in den 90er Jahren doch Birdman 4 drehen sollen und ist es wirklich besser ein anerkannter Theaterschauspieler zu sein, und kein Filmstar?
Riggan Thompsons (Michael Keaton) Plan für New Yorks Theaterwelt ist eine Adaption eines Raymond Carver Romans. Dabei lasten der Druck der Regie, Drehbuch, Hauptrolle und Finanzierung auf Thompson. Außerdem gibt es Probleme mit einem Darsteller und innerhalb seiner Familie, während die große Premiere immer näher rückt.

Wenn man die Inszenierung von Birdman mit etwas vergleichen möchte, wird es schwierig. Iñárritu verfolgt seine Schauspieler auf Schritt und Tritt mit der Kamera, die nahen Einstellungen vermitteln dem Zuschauer die Intimität hinter der Theaterbühne und die langen Shots geben den Schauspielern die Möglichkeit ihre Figuren mit einer unglaublichen Intensität zu spielen. Mit Edward Norton, Naomi Watts und Emma Stone hat man dafür auch die richtigen Leute im Cast. Auch Thompsons Gemütsschwankungen werden auf eine sehr eindrucksvolle Weise gezeigt, in der Birdman eher wie ein Fluch auf ihm zulasten scheint.

Im Gegensatz zum im Film aufgeführten Drama über die Liebe ist Birdman eine Komödie. Die Direktheit der egozentrischen und kaputten Figuren sorgt für genauso viele Lacher, wie die Realsatire über Hollywoods Blockbuster und Stars. Mein einziger größerer Kritikpunkt ist, dass die anderen Figuren fast verschwinden, wenn Thompson gegen Ende noch stärker in den Fokus rückt.

Iñárritu ist mit Birdman ein intelligenter Film gelungen, der den Zuschauer mit einer guten Geschichte hervorragend unterhält und gleichzeitig die Cineasten mit seiner Inszenierung in den seinen Bann zieht.
Wenn in den nächsten Monaten über gute Filme gesprochen wird, achtet auf Birdmans Kreischen!

5/5

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Eine Antwort zu Birdman

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