Nightcrawler

Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis (2014)

Donnie Darko war das erste richtige Ausrufezeichen in Jake Gyllenhaals bis dato jungen Filmkarriere. Schon damals konnte man sehen, dass er sich in eine Rolle reinversetzen kann und dieses beweist er auch wieder in Nightcrawler, der durch seine spannende Geschichte, aber noch viel mehr durch Gyllenhaals schauspielerische Leistung überzeugt.

Lou Bloom (Jake Gyllenhaal) sucht einen Job, welcher ist ihm egal. Wichtig ist, dass er schnell die Karriereleiter durch Fleiß und Engagement nach oben steigen kann. Aber in Los Angeles ist es nicht so einfach, einen Beruf für einen ungelernten Arbeiter zu finden. Eines Nachts gerät er zufällig in einen Autounfall und trifft einen „Nightcrawler“, der Filmmaterial von der Tragödie dreht und diese dann an Nachrichtenunternehmen verkauft. So beschließt Lou seine eigene Firma zu gründen und nachts durch die Straßen zu ziehen und Verbrechen und Unfälle zu filmen, um diese Aufnahmen zu Geld zu machen. Schnell stellt sich heraus, dass er ein besonderes Händchen dafür hat und ihm Tabus vollkommen gleichgültig sind.

Schauspielerisch schöpft Jake Gyllenhaal all seine Fähigkeiten aus. Er mimt den unsicheren, schüchternen, charmanten jungen Mann, der zielstrebig zu Erfolg kommen möchte. Im späteren Geschehen zeichnet sich allerdings ein berechnender, teils psychopathischer Charakter ab, der über Leichen gehen würde, um seine Ziele zu erreichen. Rene Russo spielt seine Kontaktperson für die Nachrichtensendung, die über das Aussenden der Beiträge entscheidet und die Nightcrawler bezahlt. Ihr gelingt es nicht, nur dem starken Spiel von Jake Gyllenhaal etwas entgegen zu bringen und bleibt insgesamt sehr blass.

Regisseur Dan Gilroy schafft es, trotz eines knappen Budgets einen sehr hochwertigen Film zu produzieren. Die Actionszenen sind zwar kurz, aber gut inszeniert und realistisch gehalten. Auch filmtechnisch weiß Nightcrawler zu gefallen und ist vom ersten bis zum letzten Moment spannend. Im Zusammenspiel mit dem verstörenden Charakter von Lou Bloom und der ungeschönten Darstellung der Unfallszenen kann man aber behaupten, dass Nightcrawler nichts für schwach besaitete Zuschauer ist. Zudem kriegt man einen Blick hinter die Kulissen vieler Nachrichtensendungen, die diese Art von Beiträgen forcieren und als große Aufhänger verkaufen.

Die Geschichte ist etwas Besonderes und sollte dafür auch gelobt werden. In den 117 Minuten kommt nie Langeweile auf. Dan Gilroy hat einen gesellschaftskritischen Thriller erschaffen, der auf jeden Fall zu einem meiner Highlights 2014 gehört. Jeder sollte sich in ein Kino setzen und sich von Jake Gyllenhaal in den Bann ziehen lassen, der Lou Bloom grandios spielt und mit der Rolle auf dem Weg zu seinem ersten Oscar ist.

„Wenn man mich sieht, hat man den schlimmsten Tag seines Lebens.“ Nein Jake, den hatte ich sicher nicht.

5/5

Autor: Sebastian

 

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