Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere

Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere 3D (2014)

„Der Reihe nach gerieten die Zuschauer der Erde unter die Herrschaft von Peter Jackson. Doch einige leisteten Widerstand. Ein letztes Bündnis von Filmkritikern und Tolkienfans zog in die Schlacht gegen Peter Jackson und kämpfte an den Hängen des Schicksalsberges für die Freiheit der Zuschauer.“
Aber sein wir doch mal ehrlich, keine Kritik der Welt kann jemanden davon abhalten, den dritten Film einer Trilogie zu sehen, wenn man die vorherigen Teile schon kennt. Am Ende ist die Anziehung des Hobbits ähnlich groß wie die des Ringes der Macht.

Die Schlacht der Fünf Heere setzt genau am Ende von Smaugs Einöde an, der gesprächige und gut animierte Drache mit der Stimme von Benedict Cumberbatch fliegt auf Seestadt zu, um den Menschen dort ein wenig einzuheizen. Wie es schon der Filmtitel verrät, dreht sich die Geschichte aber fast ausschließlich um den Kampf um den Berg Erebor, der mit seinen Reichtümern zum Interessenkonflikt einlädt.

Durch die Eingrenzung des Handlungsortes bekommt man auch recht wenig von Mittelerde zu sehen. Vereinzelnd hat man aber immer noch die schönen Panoramaeinstellungen, die von Howard Shores orchestralen Score begleitet werden. Insgesamt ist der musikalische Teil wieder gelungen und man hört das ein oder andere klassische Thema, wie das des Auenlands. Passend zum Hochglanzlook des Films sorgt der 3D-Effekt wieder für einen sehr guten Tiefeneffekt mit wenigen Popouts. Und wenn die Animationsabteilung die Heere aufmarschieren lässt, sieht es stellenweise beeindruckend aus und man sieht deutlich den technischen Fortschritt der letzten zehn Jahre. Bei vielen Actionszenen hat man es aber meiner Meinung nach übertrieben, die CGI-Effekte wirken oft künstlich, man sieht deutlich den Unterschied zwischen Schauspieler und Computeranimation. Dazu verzichten viele Kämpfe auf eine realistische Physik und zeigen mit einem hohen Tempo die bekannte Over-The-Top Action, die man sonst nur von Legolas kennt. Dazu besteht für viele Charaktere ja auch keine echte Gefahr, in der Schlacht zu sterben.

Bei den Schauspielern überzeugt vor allem wieder Richard Armitage in der Rolle des Thorin Eichenschild, er trägt die Geschichte mit und ist eine der wenigen vielschichtigen Figuren im Film. Der titelgebende Hobbit Bilbo Beutlin bleibt weiterhin eher eine Nebenfigur, die die typischen Charaktereigenschaften eines Hobbits in einem Abenteuer repräsentiert, gütig, treu und mutig. Die Wiederholung von Motiven, Dialogen und bekannten Gegenständen gehört zu allen drei Hobbit Filmen und es wird versucht eine Brücke zur Der Herr der Ringe Trilogie zu schlagen. Mit der Figur des Seestadtbewohners Alfrid wird die Slapstickkomik im letzten Film auch auf einen Charakter ausgelagert.

Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere bringt alle Geschichten, die er angefangen hat zu einem Ende, ist mit 144 Minuten der kürzeste Film der Trilogie und hat doch ein etwas abruptes Ende. Die Nebengeschichten werden sowieso sehr holperig erzählt und ebenso rasch zu Ende gebracht, die Gemeinschaft der Zwerge ist bis zum großen Finale belanglos, wobei es auch schwierig ist, dreizehn Figuren gleichwertig darzustellen. Dem großen Gegnerspieler Azog, der weiße Ork mit den aufgemalten Narben und der lächerlichen Armprothese, fehlt es genauso an Tiefe.

Die Schlacht nimmt einen Großteil der Zeit in Anspruch und ich empfand die Action auf die Dauer als ermüdend und anstrengend. Alle fünf Minuten brüllt ein Heerführer ein neues Ziel durch die Gegend und die Orks lassen immer bizarrere Gestalten aufmarschieren, um für Abwechslung zu sorgen. Natürlich hat die Schlacht auch ihre guten Momente, eine Zwergenarmee hat man in der Form noch nicht gesehen. Und trotz aller Hektik, die das Gefecht zu vermitteln versucht, bleibt immer noch Zeit für Monologe, Dialoge und Gesten der Figuren untereinander, während die normalen Soldaten sterben.

Peter Jackson setzt seinen Weg konsequent fort, der CGI-Anteil im Film hat ein bedrohlich hohes Maß erreicht, dass mich persönlich an den Green-Screen-Film Star Wars Episode II erinnert. Die Kinofassungen der Hobbit-Filme bringen es auf fast 8 Stunden und durch die nachträgliche Aufteilung der Handlung auf drei Filme bleibt für die Die Schlacht der Fünf Heere nur noch wenig Geschichte übrig. Dann hätte man am Schluss auch noch 15 Minuten für ein versöhnlicheres Ende finden können, den wirklich zufriedenstellend war nur die allerletzte Szene im Film.
Am schönsten war der Abspann, wenn Billy Boyds Stimme zum tollen Titellied The Last Goodbye erklingt.

2/5

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