Herz aus Stahl

Herz aus Stahl (2014)

Unter dem Motto „Krieg endet niemals leise“ schickt Regisseur und Drehbuchautor David Ayer (End of Watch) kurz vor dem Ende des 2. Weltkrieges Brad Pitt noch einmal auf Nazijagd. Mitten im Deutschen Reich werden die letzten Kämpfe gegen die Wehrmacht ausgetragen und der titelgebende Sherman-Panzer Fury ist mit seiner fünfköpfigen Crew an vorderster Front. Zur Crew von Panzerkommandeur Pitt gehören Shia LaBeouf, Michael Peña, Jon Bernthal und Logan Lerman, wovon jeder eine klassische Rolle in der Gruppe einnimmt, vom harten Hund über den religiösen Typen bis zum weichen Neuling.

Herz aus Stahl ist für mich ein schöner deutscher Titel für den Film, der sich sowohl auf den Panzer selbst als auch auf seine Besatzung beziehen kann. Bei den Figuren kann man nicht genau sagen, wo die Kriegsmüdigkeit beginnt und wo die emotionale Verwahrlosung durch den Krieg aufhört. Während Sergeant Don Collier auch schon in Nordafrika gekämpft hat, ist seine Panzercrew seit dem Beginn der Invasion von Westeuropa zusammen und jede Schlacht hat sie wohl mehr zusammengeschweißt.
Der Film hat gleich mehrere intensive Szenen abseits des Gefechtes, in denen die Soldaten Grenzen überschreiten, oft mit der einfachen Begründung, dass das Krieg ist. Das Töten von Nazis als einziges Ziel vor Augen, solange bis der Krieg endlich vorbei ist. Bis auf ihre Spitznamen erfährt man auch wenig Persönliches von den Charakteren. Und, wenn sie sich gegenseitig zu stimmen, dass sie den besten Job der Welt haben, mischt sich auch wenig Verzweiflung unter ihren Zynismus.

Für die Dreharbeiten hat man nicht nur einen Original M4A2E8 Sherman Panzer verwendet, sondern auch den letzten funktionstüchtigen Panzerkampfwagen VI Tiger. Die größeren Gefechte bieten authentische Panzerkämpfe, welche man in anderen Kriegsfilmen selten zu sehen bekommt. Insgesamt beschränken sich die Kämpfe, auch geschichtlich bedingt aber auf kleinere Kampfverbände. Bei der Musik liefert Steven Price, der bereits für Gravity mehrfach ausgezeichnet wurde, einen sehr interessanten Score ab.

Herz aus Stahl ist ein überraschend guter Kriegsfilm, der mit seiner Inszenierung und seinen guten Schauspielern überzeugt. Bei der Geschichte hätte ich mir eine weniger starke Fokussierung auf Logan Lermans Figur gewünscht. Die fehlende Reflexion der Soldaten über die Thematik Krieg ist für mich kein Kritikpunkt, der Zweite Weltkrieg eignet sich meiner Meinung nach auch nicht zum Vergleich mit aktuellen Kriegen und höchstwahrscheinlich hatte nicht jede Einheit ein Vorbild für die Menschlichkeit in ihren Reihen, wie Captain John H. Miller (Tom Hanks) in Der Soldat James Ryan. Und wenn Ayer das Überleben der Soldaten über die Moral stellt, dann ist das seine Entscheidung als Autor und Regisseur.

4/5

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