The Imitation Game

The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben (2014)

Alan Turing, britischer Mathematiker und Kryptoanalytiker, ein Genie, das den Verlauf des 2. Weltkrieges beeinflusst hat. Benedict Cumberbatch fordert den Zuschauer zu Beginn auf, seiner Geschichte genau zu folgen und erst am Ende zu urteilen. Allzu kompliziert oder tiefgründig wird es aber nicht während des Films. Für Regisseur Morten Tyldum (Headhunters) ist es die erste größere Filmproduktion, genau wie für Drehbuchautor Graham Moore, dessen Werk auch ein paar Jahre auf der omiösen Black List verbrachte.

The Imitation Game spielt auf drei Zeitebenen, neben der Haupthandlung während des 2. Weltkrieges erlebt man noch Auszüge aus Turings Schulzeit und seine Zeit nach dem Krieg. Während Letztere als mittelmäßige Ellipse funktioniert, teilt sich Turings Kindheit recht emotionslos über den Film.

Das Wort Enigma und die Bedeutung für den Ausgang des Krieges dürfte auch um einiges bekannter sein als Turing selbst, insofern bietet der Film wenig Überraschungen. Ebenso wenig überraschend sind die exzellenten schauspielerischen Fähigkeiten von Benedict Cumberbatch und Keira Knightley in den Hauptrollen. Cumberbatch brilliert in der Darstellung des exzentrischen Turing und sorgt mit seiner leicht autistischen Art auch für einige lustige Situationen. Insgesamt ist der Film wenig düster, unkritisch und meistens unterhaltsam.

Viele Kriegsszenen werden mit echtem Filmmaterial dargestellt, zu selten sieht man das animierte Kriegsgeschehen in Farbe. Die Nebenfiguren werden unter anderem von Matthew Goode, Mark Strong und Charles Dance dargestellt, es fehlten ihnen aber die nötige Tiefe, womit sie meist nur Gesprächspartner für Cumberbatch sind.

The Imitation Game ist keine große Produktion und bekommt durch seine exzellenten Hauptdarsteller und seine wichtigen Filmpreis-Nominierungen doch jede Menge Aufmerksamkeit. Die Geschichte von Alan Turing ist prädestiniert für ein Drama, der Film überzeugt aber weder als Drama noch als Biopic richtig. Die Auswirkungen von Turnings Errungenschaften auf den Krieg bleiben in den Geschichtsbüchern und das Thema Homosexualität wird mutlos bearbeitet, während seine Bedeutung für die Informatik etwas zu sehr stilisiert wird.

3/5

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2 Antworten zu The Imitation Game

  1. stiefelniels schreibt:

    Sehe das ganz ähnlich. Ich hatte oft das Gefühl der Film gehe auf „Nummer sicher“ und war sich von vornherein bewusst so auf der Oscar-Welle mitzureiten. Hat durch die durchweg gute Schauspielleistungen zwar Spaß gemacht, für mich aber definitiv nicht der Oscarfavourit. Freue mich da eher auf Birdman oder Whisplash, hast du die schon gesehen?

    Gefällt mir

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