A Most Violent Year

A Most Violent Year (2014)

Manhattan in einer Panoramaeinstellung, ein kalter und klarer Wintertag in New York City 1981. Ein aufstrebender Immigrant auf der Jagd nach dem amerikanischen Traum. Abel Morales ist der Chef der Heizölfirma Standard Oil in dem dritten Spielfilm von Regisseur und Drehbuchautor J.C. Chandor.

A Most Violent Year hat einen langsamen Einstieg, die Geschichte entfaltet sich genau wie Abels Probleme im Laufe des Films. Die Konkurrenten sind wenig begeistert von dem Expansionsdrang der Firma Standard Oil, passend zur steigenden Kriminalitätsrate in New York City werden die Tangwagen von Morales Firma überfallen, Kriminelle bedrohen sein Umfeld und die Zusammenarbeit mit dem Staatsanwalt (David Oyelowo) verläuft schleppend. Allein gegen alle, mit einem klaren Ziel vor Augen.

Der ruhige Erzählstil des Films lässt die emotionalen Szenen noch intensiver wirken. Figuren und Ereignisse werden nur angedeutet, nicht alles wird dem Zuschauer vorgekaut. Auch die Filmmusik von Alex Ebert wird sehr reduziert eingesetzt, passt aber zum Artdesign der 80er Jahre. Die Stadt wirkt schmutzig und bedrohlich und es ist wohl auch kein Zufall, dass das Ölgeschäft für die Gesellschaftskritik im Film herhalten muss. Bei den Schauspielern überzeugen Oscar Isaac und Jessica Chastain zusammen als Ehepaar, wobei es etwas schade ist, dass die starke Figur der Anna Morales oft nur im Hintergrund agiert.

Der Film ist kein klassischer Gangsterthriller, es gibt keine klare Abgrenzung zwischen Gut und Böse und vor allem keinen Antagonisten für Oscar Isaac, der somit einen Kampf gegen das Unbekannte führt. J.C. Chandor ist nach Der große Crash – Margin Call (2011) und All Is Lost (2013) mit A Most Violent Year ein weiterer interessanter Film für seine Vita gelungen, der filmischer ist als seine Vorgänger und dadurch vielleicht auch ein wenig zugänglicher. Ein atmosphärischer Thriller über Moral und Vertrauen mit starken Hauptdarstellern und guten Dialogen.

4/5

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2 Antworten zu A Most Violent Year

  1. zirkusmanege schreibt:

    Hab gelesen, dass der Film eigentlich ein Oscar-Kandidat hätte werden sollen. Danke für die Kritik. Werd ihn mir auf jeden Fall anschauen.

    Gefällt 1 Person

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