Mad Max: Fury Road

Mad Max: Fury Road 3D (2015)

Keine Angst, Mad Max: Fury Road ist kein Remake eines erfolgreichen Film-Franchises aus den 80er Jahren. Regisseur und Autor George Miller hat einfach etwas länger gebraucht um seine Actionreihe fortzusetzen, 30 lange Jahre musste das Kinopublikum warten. Während Miller Kinoerfolge in anderen Genres feierte, verabschiedete sich Mel Gibson vor mehr als zehn Jahren von dem geplanten Projekt. Mit Tom Hardy in der Rolle des Mad Max findet der Ritt auf der Fury Road endlich statt.

Die Geschichte beginnt mit einem verwahrlosten Max und seinem Auto, der einen mit seinem Monolog in die postapokalyptische Welt einführt. In einer nahen Kolonie herrscht der grausame Immortan Joe über die Zitadelle. Während es ihm an nichts mangelt, müssen die meisten Menschen sogar auf Wasser verzichten. Joes Warboys Armee besteht aus religiösen Fanatikern, die ihn gottgleich anbeten und kein Problem damit haben, für ihn zu sterben, Walhalla ruft.

Die Zitadelle gibt dem Zuschauer somit auch einen kleinen Einblick in das gesellschaftliche und wirtschaftliche System der neuen Welt und auch auf das fantastische Artdesign des Films. Neben seiner Mitarbeit am Drehbuch hat der britische Comicautor Brendan McCarthy auch den Großteil der neuen Fahrzeuge designt. Die eigentliche Hauptrolle im Film nimmt Imperator Furiosa ein (Charlize Theron), eine von Immortans Generälen und Fahrerin des Tanklasters. Die Fury Road bildet ein an sich geschlossenes Setting und damit auch die Grundlage für eine grandios inszenierte Verfolgungsjagd.

Wenn die getunten Wagen mit ihren V8-Motoren, Nitroeinspritzung und bis zu 2000 PS durch die Wüste heizen, nimmt auch der Film ein unglaubliches Tempo auf. Zusammen mit seinem Kameramann John Seales inszeniert Miller unglaublich intensive Actionsequenzen, teils so überdreht, dass ein paar Szenen auch farblich direkt aus einem Comicbuch entsprungen sein könnten. Während der niederländische DJ Junkie XL bei der Musik einen ausgezeichneten und sehr passenden Score abliefert, der die Hetzjagd durch die Wüste gnadenlos nach vorne treibt. Man bekommt das Gefühl, dass in diesem Endzeitfilm wirklich alle verrückt geworden sind. George Miller setzt zudem noch auf extrem viel handgemachte Action, der Computer wird nur für einen Bruchteil der Szenen verwendet und man kann die Stunts und echten Explosionen eigentlich nur genießen.

Bei den Schauspielern glänzt vor allem Charlize Theron wieder, ihre Figur hat auch die größte Tiefe, während die Bösewichte und Tom Hardy eher mit ihrer bloßen Anwesenheit überzeugen müssen und Nicolas Hoult einen der fanatischen Warboys mimt. Man kann dem Film seine dünne Handlung und die wenigen Schauplätze vorwerfen, sowie die etwas ungeordnete Rolle von Max. Auf der anderen Seite wirkt der Film stilistisch so rund, dass man auf der inhaltlichen Ebene kein auserzähltes Drama benötigt und die Endzeitwelt greift ihre eigene Thematik konsequent auf. Der 3D-Effekt im Film ist dezent und sorgt für einen angenehmen Tiefeneffekt ohne dabei auf Popouts zusetzen.

George Miller und Mad Max liefern ein unglaubliches Kino-Comeback. Mad Max: Fury Road ist ein audiovisuelles Meisterwerk, das einen 120 Minuten an den Kinosessel fesselt. Der Film ist einer der besten Blockbuster der letzten Jahre und eine Bereicherung für das Actionkino.

5/5

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Eine Antwort zu Mad Max: Fury Road

  1. Ma-Go Filmtipps schreibt:

    Hui, ganz so euphorisch bin ich dann nicht. Aber auch ich fand den Film echt cool!
    Meine Kritik: https://magofilmtipps.wordpress.com/2015/05/25/filmkritik-mad-max-fury-road/

    Gefällt mir

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