Terminator: Genisys

Terminator: Genisys 3D (2015)

1991 versprach uns Arnold Schwarzenegger, dass er wieder kommen würde. In seiner zweiten Filmkarriere darf der Governator noch einmal in seine ikonische Rolle des T-800 schlüpfen. Nach dem durchschnittlichen dritten Teil und dem unpopulären Terminator: Die Erlösung (2009) bewegt sich Genisys irgendwo zwischen Remake, Reboot und Fanfiction.

In der Zukunft liegt die Welt nach dem Tag der Abrechnung in Schutt und Asche. Die künstliche Intelligenz Skynet hat sich gegen die Menschheit gewand und versucht sie auszulöschen. Doch John Connor, der Anführer des Widerstandes, gibt den Menschen wieder Hoffnung auf einen Sieg gegen die Maschinen. Kommt euch die Geschichte auch so bekannt vor? Wahrscheinlich, weil es die von Terminator (1984) ist. Und so übernimmt Terminator: Genisys auch die gesamten ersten drei Szenen aus dem Original. Der Zuschauer steht also schon früh vor der Wahl zwischen liebevoller Hommage und unkreativem Reboot.

Anders als es die Marketingkampagne vermuten lässt, ist Kyle Reese (Jai Courtney) die Hauptfigur in der Geschichte. Arni als T-800 wird zur humorvollen Vaterfigur degradiert und Sarah Connor (Emilia Clarke) von der ultimativen Powerfrau zu einem neunjährigen Mädchen, das verzweifelt Männer anstarrt.
Die FSK 12-Freigabe des Films merkt man in der Zukunft an den Pew-Pew-Laseractionszenen und in den anderen Zeitebenen an der beschränkten Gewaltdarstellung bei den Terminator-Gegnern. In der ersten Hälfte wartet der Film noch mit einer komplizierten Zeitreisegeschichte auf, danach gibt er es allerdings einfach auf seine eigene Logik zu erklären. Während sich der Regisseur Alan Taylor noch über Storyspoiler in den Trailern beschwert, schwindet bei den Figuren jegliches Interesse an einer sinnvollen Geschichte. Überraschenderweise wertet Schwarzenegger den Film schauspielerisch auf, während Emilia Clarke (Mutter der Drachen) genauso stark limitiert wirkt wie Jason Clarke und Jai Courtney das emotionale Pendant zu einem Terminator ist.

Abseits der uninspirierten Geschichte, dem Rechtschreibfehler im Titel und den schwachen Schauspielern bietet Terminator: Genisys ein paar unterhaltsame Actionszenen und einen netten 3-D-Effekt mit einigen Popouts. Dazu bekommt man einen aufgewärmten Score mit dem bekannten musikalischen Thema, für den Hans Zimmer wohl nur seinen Namen verkauft hat. Terminator: Genisys stellt nicht nur die Ursprungsfrage des Franchise infrage, er nimmt sowohl Sarah Connor als auch Skynet seine Ernsthaftigkeit. Die Problematik des Zeitreisens und der bisherigen Geschichte überwindet der Film gekonnt mit der eigenen Kapitulation vor der Thematik. Es muss nichts sinnvoll erklärt werden, besonders nicht das Verhältnis des Antagonisten zu Sarah Connor und Kyle Reese.

Terminator: Genisys hat keine eigenen guten Ideen und imitiert James Camerons Terminator, wo es nur geht. Angeführt vom einem katastrophalen Courtney wirkt der Film wie eine leblose Kopie. Einzig Schwarzenegger erstrahlt im alten Glanze, das einzige Versprechen, was dieser Film einlöst.

2/5

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Eine Antwort zu Terminator: Genisys

  1. gobi1985 schreibt:

    Ich kann jedes einzelne Wort unterschreiben! 🙂 WORD!

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