Der Marsianer

Der Marsianer – Rettet Mark Watney 3D (2015)

1997 landete erfolgreich der erste Rover auf dem Roten Planeten, seit 2012 erkundet Curiosity den Mars und sendet zuverlässig Bilder. Während die unbemannte Raumfahrt jährlich kleine Fortschritte macht, sieht es bei der bemannten Raumfahrt deutlich schlechter aus. Während die ehemalige Raumfahrtnation Russland damit kämpft überhaupt Satelliten in den Erdorbit zu schießen, leidet die US-amerikanische Weltraumorganisation NASA unter extremen Budgetkürzungen. Heute kann keiner mehr sagen, wer das Schneckenrennen zum Mars gewinnt. Am Ende könnte es auch eine chinesische Flagge sein, die über der staubigen Marsoberfläche gehisst wird oder die von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX.

In der nahen Zukunft von Ridley Scotts neuem Film Der Marsianer hat die NASA das Rennen gewonnen. Mit Ares III befindet sich bereits die dritte bemannte Marsmission auf dem Roten Planeten. Ein Staubsturm zwingt die Crew allerdings zur Notfallevakuierung, es kommt zu einem Unfall und einer der Astronauten wird zurückgelassen. Auf der Erde verkündet die NASA: Mark Watney ist tot. Das diese Meldung nicht so ganz stimmt, verrät schon der deutsche Untertitel des Films. Doch wie lange kann ein einzelner Mensch ganz allein auf einem fremden Planeten überleben, 225 Millionen Kilometer von zu Hause entfernt.

Matt Damon darf als Mark Watney zur Höchstform auflaufen, teilweise in einer One-Man-Show. Der totale Wille im Überlebenskampf, Einfallsreichtum im Überwinden von Problemen und Humor beim Aufzeichnen seines Videologbuches. Damon spielt eine emotionale Hauptfigur, die Film tragen muss und auch trägt. Auch sonst zeigt Der Marsianer eine sehr positive Version von Astronauten. Im großen und hochwertigen Cast befinden sich unter anderem auch noch Jessica Chastain, Jeff Daniels, Chiwetel Ejiofor und Sean Bean. Wobei der Film vielleicht sogar zu viele Nebenfiguren hat und damit bekannte Gesichter nur wenig Screentime bekommen.

Visuell ist der Film fantastisch. Zusammen mit seinem Kameramann Dariusz Wolski hat Ridley Scott wieder mit 3D-Kameras gearbeitet, was für einen sehr guten Tiefeneffekt sorgt. Szenen im Weltraum sehen immer beeindruckend aus, aber man bekommt auch wunderschöne Panoramaeinstellungen vom Mars zu sehen. Aus Kostengründen wurde, wie auch schon für andere Filme, in Jordanien gedreht und nicht auf dem Mars selbst.
Musikalisch bekommt man einen Soundtrack serviert, der aus Disco, Disco und noch mehr Disco besteht, was auch zur positiven Stimmung des Films beiträgt. Der gute Score von Harry Gregson-Williams gerät da schon fast etwas in den Hintergrund.

Die Handlung beschränkt zum Großteil auf zwei Orte und sowohl auf dem Mars, als auch auf der Erde stellt man sich dabei immer nur die Frage nach dem Wie. Wie überlebt Watney, wie holt man ihn nach Hause und wie löst man alle damit verbundenen Probleme. Selbst mit den einfachsten Situationen erzeugt der Film Spannung, was angesichts mangelndem Konfliktpotenzial auch notwenig ist. Erst im letzten Drittel kommt es zu einer Verlagerung der Handlungsorte und der Erzählweise, was der Dramaturgie des Films etwas schadet. Man kann Der Marisaner auch vorwerfen, dass er fast ein Werbefilm für die NASA und die Raumfahrt ist. Aber ich denke, es gibt weitaus schlimmere Kooperationen in Hollywood.

Mit der Verfilmung von Andy Weirs Debütroman hat Ridley Scott endlich wieder einen sehr guten Film gedreht und man kann nicht widersprechen, wenn andere Kritiker schreiben, dass er sein Mojo zurück hat. Sucht euch das größte Kino, das ihr finden könnt, und schaut euch Der Marsianer an!

5/5

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