Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht

Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht 3D (2015)

30 Jahre sind seit der Schlacht von Endor und der Zerstörung des zweiten Todessterns vergangen. Aus den beiden Kriegsparteien Imperium und Rebellen wurden inzwischen die Erste Ordnung und der Widerstand. Die Überreste des ersten galaktischen Imperiums gegen die neue Republik. Um den Konflikt für sich zu entscheiden, sind beide Fraktionen auf der Suche nach dem Jedi-Ritter Luke Skywalker. Auf dem Wüstenplaneten Jakku soll es ein Hinweis auf seinen Aufenthaltsort geben.

In seinem fünften Kinofilm übernimmt Regisseur J. J. Abrams (Lost) zum vierten Mal ein berühmtes Franchise. Zehn Jahre nach Die Rache der Sith und ganze 32 Jahre nach Die Rückkehr der Jedi-Ritter findet die Krieg der Sterne-Saga ihre Fortsetzung. Ohne George Lucas, dafür mit Drehbuchautor Lawrence Kasdan, Komponist John Williams und jeder Menge alten Star Wars Veteranen.

Der düstere Einstieg spiegelt zwar nicht die Grundstimmung des Films wieder, zeigt aber die visuelle Richtung, in die der Film geht. Es gibt wieder echte Kulissen, Kostüme und Explosionen, Modelle und Setpieces wurden gebaut und mit CGI-Effekten kombiniert. Ganze Bluescreensequenzen mit Aliens, Droiden und Klonen aus dem Computer sind zusammen mit George Lucas verschwunden. Für seine große Liebe Star Wars verzichtet Abrams sogar fast vollständig auf seine berühmt-berüchtigten Lens Flare-Effekte.

Das Erwachen der Macht soll die Grundlage für Disneys neues Star Wars Imperium legen und führt gleich ein ganzes Dutzend neue Figuren ins Universum ein. Besonders Daisy Ridley überzeugt in der Rolle der kämpferischen und sympathischen Hauptfigur Rey. Während John Boyega etwas mit seiner Rolle kämpft und Charakterdarsteller Oscar Isaac in seiner Nebenrolle verschenkt wirkt, darf Adam Driver als neuer Bösewicht Kylo Ren seine Machtkräfte ausprobieren. Abgesehen vom immer wieder angedeuteten inneren Konflikt, den der Sith austrägt, fehlt es den anderen Nebenfiguren allerdings an Emotionalität und charakterlicher Tiefe.

Und dann wären da noch die Figuren und Maschinen, die das Fanherz höher schlagen lassen. Han Solo, Chewbacca, Leia Organa, der Millennium Falke, C-3PO? Episode VII hat sie alle. Das hat zum einen zur Folge, dass es jede Menge Witze und Anspielungen gibt, die den Zuschauer so tief in Nostalgie versinken lassen sollen, wie Lukes X-Wing auf Dagobah. Zum anderen, dass Han Solo so stark in die Handlung eingebaut ist, dass man eigentlich gar keinen Solofilm mehr über ihn braucht in den nächsten Jahren. Leider ist das Schauspiel bekanntermaßen nicht unbedingt die Stärke von Harrison Ford.

Voller Nostalgie für die alte Trilogie dürften auch alle drei Drehbuchautoren gewesen sein, denn nur so kann man die mutlose Geschichte erklären, die hier erzählt wird. Mit wenigen Ereignissen und noch weniger Dramatik wird die Handlung von Episode IV und VI aufgewärmt, wenn auch charmant. Echte Emotionen findet man hier höchstens bei General Hux und Kylo Ren, die ständig zwischen Furcht und Hass schwanken. Beim Duo Han und Leia staunt man höchstens über das Make-up.

Das Erwachen der Macht ist ein Wiedereinstiegspunkt für das Franchise, es erzählt selbst keine epische Geschichte vom Krieg der Sterne. Und versucht auch, den langen Zeitraum zwischen Episode VI und VII möglichst nebulös zu halten. Nur einmal bekommt man in einer Traumsequenz eine Rückblende auf ein entscheidendes Ereignis.

Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht ist stilistisch gelungen und visuell ansprechend. Der 3D-Effekt bietet eine gute räumliche Tiefe, mit vereinzelten Highlights, besonders wenn Sternenzerstörer auf der Leinwand zu sehen sind. Allerdings bekommt man keine großen Raumschlachten, keine aufwendigen Lichtschwertduelle und selbst dem Score von John Williams fehlt es an Kraft und Intensität, mit der er sonst ganze Filmreihen geprägt hat. Episch, dramatisch, beeindruckend, all das ist Das Erwachen der Macht nicht. Außerdem fehlt es dem Film offensichtlich an Eigenständigkeit, was auch ein enttäuschendes Ende nach sich zieht. Ein Milliarden-Franchise irgendwo zwischen Markenpflege und Fanservice. Kein Spektakel in einer weit, weit entfernten Galaxie.

3/5

 

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