Batman v Superman

Batman v Superman: Dawn of Justice (2016)

Mein Name ist Zack Snyder. Meine Welt ist Feuer und Blut.“
Warner Bros. fährt im Kampf um die Kinozuschauer die ganz schweren Geschütze auf. Ein neuer Batman, ein Sequel zu Man of Steel und ein Prequel zu The Justice League, alles in knackigen 151 Minuten.
Nachdem man Superman schon als Mörder etabliert hat, ist nun der dunkle Ritter dran. In Gotham treibt sich nachts ein Psychopath herum, der Kriminelle brandmarkt und an seinem Fahrzeug schwere Waffen befestigt hat. Dieser Batman hier ist kein junger Mann mehr und es scheint, als sei ihm nach 20 Jahren als Gothams dunkler Ritter nicht mehr viel geblieben. Außer seinem Kindheitstrauma und seinem Hass auf Superman.

Der Anfang des Films gehört ganz Bruce Wayne. Die Ermordung seiner Eltern in einer Gasse und der ikonische Sturz in die Höhle voller Fledermäuse unter Wayne Manor werden gelungen in einer Montage miteinander verbunden. Die nachfolgende Sequenz spielt 18 Monate vor dem Film und zeigt den Kampf zwischen Superman und General Zod aus der Sicht von Bruce. Man bekommt so Zack Snyders persönlichen 9/11 noch einmal aus der Straßenperspektive zu sehen. Die erschreckende Zerstörung funktioniert erstaunlich gut als Worldbuilding und Brücke zu Man of Steel. Die Figur Bruce Wayne wird gut in das Filmuniversum eingeführt und bekommt eine glaubhafte Motivation für den weiteren Verlauf. Die Grundlage für den titelgebenden Konflikt, das „v“ zwischen Batman und Superman.

In Metropolis steht im Stadtzentrum eine Statue von Superman und in wenigen Momenten zeigt der Film ihn wirklich als Helden, der Menschen hilft und Hoffnung bringt. In den meisten Szenen wird der älteste und bekannteste aller Comichelden aber hinterfragt und als machtlos und teilweise hilflos dargestellt. Der ziellos durch die Welt fliegt, um Lois Lane zu retten und die Ideen und Hoffnungen seiner Eltern mit Füßen zu treten. Was wurde aus dem Mann von Morgen in DCs Filmuniversum?
Regisseur Zack Snyder gibt einem mit jedem weiteren Film und Interview das Gefühl, das er es besser weiß, besser als all die Comicleser und Fans des Blockbusterkinos. Batman v Superman ist düster und brutal. Wenn die beiden größten Comichelden aller Zeiten erstmals im Kino aufeinandertreffen, möchte man dann Psychopathen, Terror, Krieg und Mord sehen? Sich fragen, was für ein perverses und falsches Verständnis Zack Snyder von Helden hat? Warum er Mord cool findet?
Der Film ist übrigens ab 12 Jahren freigeben und für Kinder wohl eine Zumutung.

Vielleicht würde man diese inhaltliche Diskussion gar nicht führen, wenn Batman v Superman ein guter Film wäre. Ist er aber nicht. Er ist so furchtbar überladen, als hätte man die Handlung von drei Filmen in einen gesteckt. Die Justice League wartet schon. Ich hätte auf wirre Traumsequenzen, die nicht zum Film passen und Youtube-Videos über Metamenschen verzichten können. Die etwas holprige und sprunghafte Erzählweise des Films funktioniert aber halbwegs gut bis zum eigentlichen Kampf, Batman gegen Superman. Im letzten Drittel werden die Motivation und Konflikte über den Haufen geworfen für ein ermüdendes CGI-Spektakel, bei dem man besser nichts hinterfragen sollte. Die berühmte letzte halbe Stunde, wie man sie auch von Michael Bay kennt.

Bei den Schauspielern gefallen Jeremy Irons als Alfred Pennyworth und Gal Gadot als Miss Prince, womit wohl niemand wirklich gerechnet hat. Aber jede Szene mit Frau Gadot ist gelungen, interessant und ihr Charakter wird gut eingeführt. Auch Ben Affleck überzeugt als Bruce Wayne, auch wenn der Film es ihm sehr schwer macht. Die Charakterentwicklung von Lex Luthor dagegen ist genauso lächerlich wie das Schauspiel von Jesse Eisenberg, der stark an Heath Ledgers Joker erinnert und das nicht auf eine gute Weise.

Batman v Superman: Dawn of Justice ist das Gegenteil von Spaß. Man sieht dem Film sein gigantisches Budget an, er wirkt jederzeit hochwertig und teilweise durchaus ambitioniert. Es gibt wirklich einige gute Szenen und Actionsequenzen, die aber selten zueinanderfinden. Auf eine Szene voller Hass folgt ein witzig gemeinter Dialog. Auf Rettung und Erlösung folgen Tod und Verderben. Nichts in diesem Film ist wirklich von Bedeutung. Es gibt inhaltlich einfach zu viele Logiklöcher in der Handlung und der Figurentwicklung. Wem das egal ist oder wer die gleiche Freude an Mord wie Zack Snyder hat, wird vielleicht auch mit Batman v Superman glücklich.

2/5

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Eine Antwort zu Batman v Superman

  1. Florian schreibt:

    Es ist wirklich schade, man wollte so viel, und es dann nicht auf die Reihe gebracht hat. Wir sehen das ganze so wie du, es gibt n paar nette Ansätze für einen guten Film, die Effekte und Co, aber die Story ist doch einfach zu dürftig…

    Gefällt 1 Person

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