Auswärtsfahrt #1

Wenn man plötzlich auch für andere Seiten schreibt und damit die Quadrataugenrunde betrügt. Bevor Sven deshalb vielleicht vor einem Kriegsgericht landet, gibt es noch ein paar Auszüge aus aktuellen Filmkritiken.

7 Göttinnen (2015)
«More sexy, more sexy» heisst es zu Beginn des Films. Frieda befindet sich am Set einer Bollywoodproduktion und wehrt sich gegen ihre Rolle der Jungfrau in Nöten. Sie wird als Frau von ihren männlichen Kollegen nicht ernst genommen. Das Gespräch mit dem Regisseur endet im Streit, Frieda verlässt wütend das Set. Es ist ein Ausblick auf den gesamten Film: Er thematisiert den Kampf der indischen Frau um Respekt, Anerkennung und Gleichberechtigung. Und es ist kein Zufall, dass man dafür Bezug auf das sehr traditionelle Bollywoodkino nimmt.

Auch Regisseur Pan Nalin musste für sein Werk kämpfen, lange Jahre wurde das Projekt von Produzenten abgelehnt. Man könne Filme nicht mit einer weiblichen Hauptrolle beginnen, so das Argument. Und es nicht nur bei einer weiblichen Hauptrolle geblieben: Neben den sieben Göttinnen bleibt für die männlichen Figuren nämlich vor allem die Rolle des einschichtigen Antagonisten.
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Ein ganzes halbes Jahr (2016)
Die Verfilmung des gleichnamigen Beststeller-Romans von 2012 ist eine nationale Angelegenheit. Mit Thea Sharrock hat man eine britische Theaterregisseurin hinter der Kamera, die Buchautorin Jojo Moyes hat auch das Drehbuch geschrieben und so gut wie alle Rollen sind mit britischen Schauspielern besetzt. Fans des Buches dürfen also auf eine detailgetreue Umsetzung und authentische britische Akzente hoffen.

Ein ganzes halbes Jahr zielt genau auf das Herz der Zuschauer. Das einfache Mädchen aus der Kleinstadt trifft auf den attraktiven Sohn einer wohlhabenden Familie, eine Geschichte wie im Märchen. Nur dass der Prinz hier leider einen Motorradunfall hatte und seitdem gelähmt im Rollstuhl sitzt. Ausserdem hat er seinen Willen zum Leben verloren und vegetiert auf dem Landsitz seiner Eltern mehr oder weniger vor sich hin. Trotz dieser kleinen Änderungen der Grundgeschichte verbreitet der Film eine positive Grundstimmung, wie so viele romantische Liebesfilme. Dafür sorgt vor allem Emilia Clarke, die mit ihrem lustigen Overacting die Rolle des leicht naiven Mädchens sehr gut mimt. Sowohl ihr Charakter als auch ihre Einstellung zum Leben sind das komplette Gegenteil von Will Traynor. Ihr zweifelhafter, aber amüsanter Modegeschmack sorgt zudem dafür, dass allein schon ihre Anwesenheit für Unterhaltung sorgt.
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Verräter wie wir (2016)
Die britische Regisseurin Suzanne White (Eine zauberhafte Nanny 2) reiht sich mit ihrem neusten Werk in die lange Liste der John-le-Carré-Verfilmungen ein. Vom britschen Autor stammen nämlich unter anderem die Vorlagen zu Filmen wie Dame, König, As, Spion und Der ewige Gärtner. Die europäische Produktion bleibt auch bei den Darstellern und Schauplätzen ihrem Kontinent treu.

Verräter wie wir fängt mit einer zerrüttenden Beziehung an und arbeitet sich langsam zur Politik und Finanzwelt hoch. Besonders Perry dient in der Geschichte als Verbindungsstück zwischen den verschiedenen Parteien. Der hilfsbereite Gentleman und Professor für Poetik darf nie an seinem Engagement zweifeln, und ihm wird trotz seiner grossen Bemühungen der Aufstieg zum Helden verwehrt. Die Probleme mit seiner Freundin Gail verschwinden mit fortlaufender Spieldauer ebenso wie sein Einfluss auf die Entwicklung der Handlung.
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