Auswärtsfahrt #4

Französische Mainstreamkomödie, amerikanisches Independentkino und ein Technothriller mit Emma Roberts.

Mein ziemlich kleiner Freund (2016)
Mein ziemlich kleiner Freund ist ein Remake des argentinischen Films Corazón de León und der erste erwachsene Film von Regisseur Laurent Tirard (Der kleine Nick). Mit Jean Dujardin in der Hauptrolle setzt man lieber auf Starpotenzial, anstatt einen kleinwüchsigen Schauspieler für die Rolle des 1,36 Meter grossen Alexandre zu verpflichten.

Deshalb wurde am Set mit allerlei Tricks gearbeitet, um Dujardin kleiner wirken zu lassen. Vom Schauspiel auf den Knien, der Anhebung eines ganzen Raumes, dem Einsatz eines Doubles (Brice Simien Baron) oder dem Spiel mit der Perspektive. Nicht nur in der digitalen Nachbearbeitung wurde eine Menge Aufwand betrieben. Bloss in einigen wenigen Szenen ist die Manipulation offensichtlich.
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Wiener Dog (2016)
Wiener Dog ist der sechste Langfilm von Regissseur Todd Solondz (Happiness), das Episodenwerk über einen Dackel und seine menschlichen Begleiter ist zeitgleich ein Spin-off zu Solondz Debütwerk Willkommen im Tollhaus. Denn schon in der zweiten Episode sehen wir Dawn Wiener, das einsame Mädchen von der Junior Highschool, als erwachsene Frau. Sie ist nicht die einzige Figur, die man wiedertrifft. Brandons Familie steht im Fokus der zweiten Episode.

Auf der Fahrt zum Tierarzt fragt Remi seine Mutter, warum sein Hund denn sterilisiert werden muss. Der folgende Dialog ist exemplarisch für die Thematik und die Absurdität des Films. Anfangs noch einfühlsam, verstrickt sich die Mutter schnell in eine Vergewaltigungsgeschichte, an deren Ende sie zu dem Fazit kommt, dass der Tod etwas Gutes sei. Solondz macht es einem bewusst nicht leicht seine Figuren zu mögen, ihre Aussagen sind zum Teil genauso bitterböse wie ihre Handlungen.
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Nerve (2016)
Wann habt ihr euch zuletzt eine App nicht installiert, weil ihr mit den Nutzungsbedingungen nicht einverstanden wart? Was sind schon die persönlichen Daten wert, wenn man dafür den neusten Trend direkt auf seinem Smartphone hat. „Nerve“ ist wie Wahrheit oder Pflicht, nur ohne die Wahrheit. Eine Art Snapchat, bei der man Geld verdienen kann. Je mehr Follower, umso besser.

Die Regisseure Henry Joost und Ariel Schulman kennen sich aus bei der Inszenierung mit Hilfe von Kameras in der Filmwelt, beiden haben zusammen Paranormal Activity 3 und 4 gedreht. Ein so fliessendes und sinnvolles Zusammenspiel der Kameras sieht man allerdings nicht oft, zumal Nerve kein Found-Footage-Film ist. Wenn der Zuschauer Vee aus der gleichen Perspektive beobachtet wie ihre Follower, dann ist man mittendrin im Film und wird sich zugleich der Überwachung bewusst. Wer Nerve spielen will, muss seine Privatsphäre aufgeben, das eigene Leben im Tausch gegen ein paar hundert Dollar und den kurzen Ruhm. Ängste und Schwächen werden von der Community für neue Herausforderungen ausgenutzt.
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