Auswärtsfahrt #6

Noch mehr Kritiken vom Zurich Film Festival 2016. Dieses Mal mit Werner Herzogs Thriller über eine Salzwüste, einem französischen Drama über Identität und Verlust sowie die gelungene Dokumentation über den Fotografen Robert Mapplethorpe.

Salt and Fire (2016)
Die stetig steigende Anzahl von Menschen auf der Erde führt zwangsweise zu ökologischen Katastrophen. Wenn man zu viel Wasser aus einem Fluss abzweigt, vertrocknet am Ende der See und es entsteht eine Salzwüste. Die Ausbreitung der Wüsten zerstört bestehende Ökosysteme und schadet auch den Menschen, wirtschaftlich und gesundheitlich.

Salt and Fire spielt in einer Salzwüste in Bolivien; die Salar de Uyuni ist über 10.000 Quadratkilometer gross. Im Gegensatz zum vorhandenen Desaster steht der Supervulkan Uturuncu als kommende Katastrophe. Im Falle einer Eruption würde er die gesamte Atmosphäre verdunkeln und das Leben auf der Erde in seiner jetzigen Form beenden. Zwischen diesen beiden Untergangsmöglichkeiten erzählt Werner Herzog eine Geschichte über Menschlichkeit. Dass er dabei nicht unbedingt konsequent vorgeht, zeigen Anspielungen auf Aliens und Nostradamus sowie schlechte Witze über Durchfall.
Vollständige Kritik

L’âme du tigre (2016)
L’âme du tigre ist der erste Langfilm von Regisseur François Yang. Bereits seine vorherigen Werke befassten sich mit multikulturellen Themen. Wie seine Hauptfigur ist auch er chinesischer Abstammung und im frankofonen Teil Europas aufgewachsen.

Es ist erstaunlich, wie Yang es schafft, die Handlung so konsequent im chinesischen Viertel von Paris zu inszenieren, dass man fast vergisst, dass man sich in der Stadt der Liebe befindet. Zu den vielen klassischen Schauplätzen, wie etwa einem Tempel, erklingen oft die vertrauten chinesischen Melodien. Es ist aber nicht Alex‘ Kultur, die hier gezeigt wird. Er selbst spricht, wie seine französischstämmige Mutter, kein Chinesisch. Dadurch ist er bei seinen vielen Fragen stets auf einen Übersetzer angewiesen, was die Suche nach der Wahrheit zusätzlich erschwert. Die Kultur seine Vorfahren wirkt wenig vertraut auf Alex und so wird die Aufarbeitung der eigenen Familiengeschichte auch zu einer Lehrstunde für ihn und die Zuschauer.
Vollständige Kritik

Mapplethorpe: Look at the Pictures (2016)
Robert Mapplethorpe war besessen von Schönheit. Sex war für ihn derselbe ekstatische Zustand wie hinter der Kamera zu stehen: Eine Minute, in der er vergass, wer er war, sogar dass er ein Mensch war, dass er überhaupt existierte. Es ist also wenig verwunderlich, dass ein grosser Teil seiner Arbeiten eng verbunden mit der Sexualität war. In seinem Leben stand jeder neue Partner auch für einen neuen Abschnitt seiner Karriere. Von Patti Smith über Sam Wagstaff bis James Nelson.

Look at the Pictures zeigt verständlicherweise jede Menge Fotos, zu denen es allerdings immer das passende Interview oder die korrekte Einordnung gibt. Natürlich sind die Blumenbilder schön anzusehen, faszinierend wird es aber erst bei den vielen Aktbildern. Muskulöse nackte Männer, Ganzkörperanzüge aus der BDSM-Szene oder Mapplethorpe selbst, der seinen Hintern und eine Peitsche in die Kamera streckt. Vor allem von männlichen Geschlechtsteilen gibt es reichlich zu sehen.
Vollständige Kritik

Advertisements

Über Quadrataugenrunde

Filmkritiken und Podcast
Dieser Beitrag wurde unter Auswärtsfahrt abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s