Auswärtsfahrt #7

Weitere Kritiken vom Zurich Film Festival 2016. Über die Liebe in Zeiten der Krise, eine surreale Reise und eine romantische Nacht in Porto.

Worlds Apart – Enas Allos Kosmos (2015)
Worlds Apart ist der zweite Spielfilm des griechischen Regisseurs Christoforos Papakaliatis. Neben Regie und Drehbuch übernimmt er auch noch selbst eine der Rollen. Es ist ein Drama, das die Probleme in seinem Land zeigt und zugleich einen Grund zur Hoffnung gibt; eher ein Anfang als eine Lösung der Krise.

In einer Episode bekommt eine Figur ein Buch geschenkt, das den Titel „Second Chance“ trägt. Es ist nur ein Beispiel dafür, wie überdeutlich der Film seine Geschichte erzählt. Gleichzeitig spielt er auch mit Vorurteilen und Klischees. Natürlich wird der Deutsche in Athen auf den Zweiten Weltkrieg und Reparationsforderungen angesprochen – nur um dann darauf hinzuweisen, dass die Welt nicht schwarz oder weiss ist und nicht jede Angst begründet.
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Le Voyageur (2016)
Die Kurzfilme von Regisseur und Drehbuchautor Timo von Gunten haben bereits einige Festivalpreise abgeräumt. Le Voyageur ist der erste Langfilm des Zürchers. Die Geschichte über die Rückkehr der Voyager-Sonde ist nicht neu, schon 1979 griff Star Trek die Thematik auf. Aber sie ist in jedem Fall interessant, denn die «Golden Record» wurde eigens für den Fall der Kontaktaufnahme entworfen. Von Gunten nutzt dieses übernatürliche Ereignis aber nicht für eine reine Science-Fiction-Story, die Beziehung zwischen Vater und Tochter steht klar im Vordergrund.

Die Geschichte beginnt mit Virginies surrealem Traum. Erinnerungen verschmelzen mit Ängsten, begleitet von einer unruhigen Kameraführung, schnellen Schnitten und lauten Geräuschen. Musik spielt eine wichtige Rolle im Film, Virginies Vater ist vom Beruf Dirigent. Schon Stanley Kubrick schaffte eine Verbindung zwischen klassischer Musik und dem Weltall. Ebenso ziehen sich die surrealen Elemente durch den Film. Später gibt es eine Szene, in der sich Lippen bewegen, ohne einen Ton von sich zu geben. Mehrfach wird eine gespenstische Atmosphäre erzeugt.
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Porto (2016)
Wenn ein Schauspieler stirbt, dauert es zum Teil Jahre, bis er komplett aus dem Kino verschwunden ist. In dieser Zeit wird wohl jeder Film mit ihm oder ihr damit beworben, dass es sich um «den letzten Film» handelt. Ein Abschied von der Leinwand auf Raten. In dem Spielfilmdebüt des aus Brasilien stammenden Regisseurs Gabe Klinger nimmt man Abschied vom grossartigen und talentierten Anton Yelchin.

Die Geschichte ist in drei Akte unterteilt, die zum Teil Szenen wiederholen und ergänzen. Nachdem die Geschichte erst aus dem Blickwinkel von Jack und dann von Lucie gezeigt wird, steht im langen finalen Akt die gemeinsame Beziehung im Vordergrund. So setzt sich zwar das gesamte Liebesverhältnis wie ein Puzzle langsam zusammen, durch die Zeitsprünge bleibt es aber eine komplexe Erzählstruktur.
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