Auswärtsfahrt #13

Mit Valeska Grisebach Western und einem Rückblick auf den Kinosommer.

Western (2017)
Für ihren Western verlagert Regisseurin Valeska Grisebach (Sehnsucht) das Grenzgebiet der Zivilisation tief in den Osten Europas. In der Wildnis trifft der weisse starke Mann auf Einheimische, die eine fremde Sprache sprechen. Hier kann er noch seine Flagge hissen, entspannt am Lagerfeuer sitzen und die Freiheit geniessen. Western ist aber mehr als die Dekonstruktion des titelgebenden Filmgenres, es ist ein Film über Begegnung und eine Erforschung des Mannes.

Meinhard, die schweigsame Hauptfigur, ist für den Zuschauer genau so ein Rätsel wie für die Figuren im Film. Selten brechen die Emotionen aus ihm heraus und noch seltener erzählt er etwas Persönliches aus seiner Vergangenheit. Mit seinem ausgezehrten Gesicht sieht er aus wie alter Westernheld, und man sollte sich nicht von seiner Gutmütigkeit täuschen lassen, denn auch er ist ein Mann der Gewalt.
Vollständige Kritik

OutNows Tops und Flops des Kinosommers 2017
Top: Matt Reeves Finale der Affen-Trilogie, das vor allem ein Film über Menschlichkeit ist. Was bringt den Menschen der Sieg über die Affen, wenn sie im Kampf ums Überleben jegliches Mitgefühl verloren haben? Planet der Affen: Survival ist ein intelligenter Blockbuster, der nicht nur mit seiner Technik beeindruckt. In der Hauptrolle sieht man den wohl besten Andy Serkis, die Geschichte um Verlust und Vergebung lässt einen mit Caesar leiden. Das Highlight ist aber der unglaubliche Score von Michael Giacchino. Grosse Stücke für einen grossen Blockbuster, die ganz bewusst an alte Zeiten erinnern.

Flop: Niemand in Hollywood rennt und fällt so gekonnt wie der vielleicht letzte Actionheld Tom Cruise, und trotzdem ist Die Mumie ein katastrophaler Film. Und dass nicht nur, weil der Chef der Monster AG, Russell Crowe (53), in einer Szene Cruise (55) als „jüngeren Mann“ bezeichnet. In der Actionkomödie geht es natürlich kaum um die titelgebende Mumie, weil man noch schnell die 27 potenziellen Sequels vorbereiten muss. Das Herz von Nick Morton gewinnt am Ende dann doch sein untoter bester Freund Chris. Auch weil die Beziehung der beiden die einzig glaubwürdige Figurenkonstellation in diesem Sommerblockbuster ist.
Vollständiger Text

Über Quadrataugenrunde

Filmkritiken und Podcast
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