Auswärtsfahrt #19

Eine Rachegeschichte im Herzen von Kolumbien und Clint Eastwoods Sonderexpress nach Paris.

Killing Jesus – Matar a Jesús (2017)
Für ihr Kinodebüt kehrt Regisseurin Laura Mora Ortega an jenen Ort zurück, an dem 2002 ihr Vater ermordet wurde. Die Millionenmetropole Medellín ist längst nicht mehr die Stadt von Drogenbaron Pablo Escobar, Kriminalität und Armut gibt es dort aber immer noch.

Killing Jesus will mehr erzählen als die einfache Geschichte von Opfer und Täter. Die intimen Szenen zwischen Paula und Jesús gehören zu den Höhepunkten des Films. Hier wird aus dem Auftragskiller ein Mensch, der auf seine Art auch ein Opfer des organisierten Verbrechens ist. Paulas Annäherung an ihn ist geprägt von einer Mischung aus Angst und Zorn, aber interessant ist ihr innerer Konflikt zu selten. Es fehlt dem Film an Sympathie für seine Hauptfigur und an normalen Interaktionen, die ihr Verhalten in Relation setzen. Natasha Jaramillo gelingt es als Laiendarstellerin nicht, den Film auf ihren Schultern zu tragen.
Vollständige Kritik

The 15:17 to Paris (2018)
Clint Eastwood erzählt Geschichten über Amerika – ein in weiten Teilen immer noch tief religiöses Land, dass eine enge Verbindung zu seinem Militär pflegt. Es sind auch diese beiden grossen Themen, die Eastwood in der Spätphase seiner Regiekarriere beschäftigen. Anhand von wahren Geschichten und echten Menschen zeigt er uns sein Verständnis von Heldentum. Nun gibt es viele Biografien über berühmte Persönlichkeiten und fast alle zeigen uns bekannte Schauspieler in den Hauptrollen. Eastwood geht in seinem The 15:17 to Paris aber noch einen Schritt weiter und zeigt uns die echten Personen in einer Dramatisierung ihres eigenen Lebens.

Schon mit dem ersten Voice-over zu Beginn des Films wird klar, dass an Spencer Stone kein Schauspieler verloren gegangen ist. Der betonungslose Monolog klärt über die Freundschaft der drei Hauptfiguren auf und schickt uns zurück in ihre Kindheit. Hier führen enttäuschte Lehrer Gespräche mit enttäuschten Müttern über Gott und ihre Kinder. Es sind typische Schulsituationen, die vor allem die kurze Aufmerksamkeitsspanne der Protagonisten und ihre Vorliebe für das Militär behandeln. Nicht etwa den Mangel an Vaterfiguren oder das Kindsein an sich. Zumindest hält der Film hier dank der Kinderdarsteller und Judy Greer als Mutter noch einen gewissen filmischen Standard.
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