Auswärtsfahrt #35

Einer der schönsten Feel-Good-Filme des Jahres und ganz viel Mindy Kaling.

Blinded by the Light (2019)
Die Filme von Gurinder Chadha (Kick it like Beckham) erzählen von Gemeinschaft und dem langsamen Herantasten an das interkulturelle Zusammenleben. Integration unter den eigenen Bedingungen, wenn nötig auch durch Konfrontation. Die indische Kultur in Grossbritannien ist das Spezialgebiet der gelernten Dokumentarfilmerin. Blinded by the Light weicht leicht von Chadhas Schema ab, weil es um die wahre Geschichte eines Briten mit pakistanischen Wurzeln geht.

Der Film nimmt sich viel Zeit für die Einführung seiner Figuren. Bevor man den ersten Springsteen Song hört, ist man längst in der traditionellen Familie der Khans und dem bunten Achtzigerjahresetting angekommen. Die Sehnsucht und die Probleme sind schon da, die Musik von „The Boss“ hilft dem Film dann zum Ausbruch. Wenn „The Promised Land“ erklingt, entlädt sich nicht nur sprichwörtlich ein Sturm über Luton. Die Texte werden überlebensgross auf die Häuserwände projiziert, Javed bewegt sich dramatisch durch die Nacht und erlebt eine Epiphanie. Die Sequenz ist wie ein Musikvideo aus jener Zeit inszeniert und wirkt so unglaublich kraftvoll, dass man förmlich die positive Energie spürt.
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Late Night (2019)
Die Late-Night-Talkshows bringen nicht nur Millionen von Amerikanern jeden Abend ins Bett, sie sind auch seit jeher fest in Männerhand. Zu einer Zeit als noch Johnny Carson über die Bildschirme flimmerte, steigt eine Britin auf den Comedy-Thron. Es ist eine Mischung aus Geschichtsumschreibung und Utopie, die Autorin Mindy Kaling hier zeichnet.

In gewisser Hinsicht ist Late Night ein zeitloser Film. Er verändert die Vergangenheit, spielt in einer Gegenwart, die es so nicht mehr gibt und fühlt sich selbst an wie aus der Zeit gefallen. Der zentrale Konflikt Alt gegen Neu wird hier gleichgesetzt mit Gut gegen Schlecht. Comedian Daniel wird als der letzte Trottel inszeniert, der mit seinen Fäkalwitzen Geld auf Netflix kassiert, während Katherine sich in ihrem Status sonnt, verweilt und selbst gar keine Witze mehr erzählt. Als sie es später im Film dann doch versucht, scheitert sie kläglich. Sie hat den Kontakt zum Publikum verloren. In ihrer Verbitterung darüber versucht sie es mit Ehrlichkeit – und hat damit Erfolg. Eine Strategie, die man bereits aus der Simpsons Folge „Krustys letzte Versuchung“ (1998) kennt.
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