Auswärtsfahrt #17

Der Start ins neue Kinojahr gelingt mit einem charmanten Familiendrama und einem außergewöhnlichen Spielberg Film.

Wunder (2017)
Dank der erfolgreichen Romanadaption Vielleicht lieber morgen verbinden Filmfans den Namen Stephen Chbosky vor allem mit gefühlvollen Geschichten über das Erwachsenwerden. Wie gut, dass sein neues Werk ebenfalls auf einem amerikanischen Beststeller basiert und es auch in R.J. Palacios „Wonder“ um einen Jungen geht, der isoliert von der Aussenwelt zu leben scheint.

Im Zentrum der Familie Pullman steht Auggie, und eigentlich ist er ganz normaler Zehnjähriger. In seinem Zimmer entdecken wir einige Hinweise für seine Vorliebe für das Weltall, und natürlich, wie könnte es anders sein, jede Menge Star-Wars-Spielzeug. Nur ein Gegenstand im Haus gibt Auskunft über Auggies bewegte Vergangenheit: Wie Trophäen hängen an einer Tafel sämtliche Armbänder der unzähligen Krankenhausaufenthalte. Selbst in den Rückblenden behält der Film seine durchwegs positive Grundeinstellung.
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Die Verlegerin (2017)
Es ist ein scharfer Blick, den Regisseur Steven Spielberg mit seinen Spätwerken auf Amerika wirft. Während bei ihm früher die Familie und das Vorstadtleben im Vordergrund standen, es ist jetzt die amerikanische Verfassung. Nach Lincoln und Bridge of Spies geht es in Die Verlegerin um nichts Geringeres als um die Verteidigung der Pressefreiheit. Ein leider hochaktuelles Thema, für das Spielberg seine Wohlfühlzone verlassen muss.

Die Siebzigerjahre scheinen ein graues Jahrzehnt gewesen zu sein. Fahles Licht scheint auf die blassen Männer in den Redaktionsräumen, und die Bilder sehen körnig genug aus, um dem Zuschauer die Illusion der Vergangenheit zu geben. Während Spielberg bei der Eröffnungsszene vor allem mit dem Schauplatz überrascht, sind es die kleinen Räume, in denen er sein ganzes handwerkliches Können zeigt. Hier ist die Kamera ständig in Bewegung, mit leichten Schwenks und Zooms tanzt er leichtfüssig um seine Schauspieler. Immer wieder fängt Spielberg kleine Details ein, sei es ein Autospiegel oder ein Teil der Druckerpresse. Dazu kommen Montagen, in denen der Zeitungsbetrieb sich in eine gut geölte Maschine verwandelt, deren Abläufe beabsichtigt an das Militär erinnern. Es ist schliesslich ein Kampf, der hier ausgetragen wird.
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