Zehn Jahre Quadrataugenrunde – Die besten fünf Filme

Wir feiern unser zehnjähriges Bestehen und blicken dabei zurück auf die filmischen Highlights der letzten Dekade. Jeder der beiden Quadrataugen nennt seine persönlichen Top 5 aus Filmen, die zwischen dem 6.10.2011 und dem 30.09.2021 ihren deutschen Kinostart hatten.

Svens Top 5

1. Der seidene Faden (2017) – R: Paul Thomas Anderson
Machtstrukturen in einer Beziehung können so einfach sein: Der eine sehnt sich nach einer Auszeit, der andere vergiftet sein Essen. Und Charakterdarsteller Daniel Day-Lewis spielt hier einen äußerst hungrigen Jungen. Einen Künstler und Machtmenschen, der erst in der Aufgabe der Kontrolle seinen Wohlfühlpunkt findet. Der Film ist nicht nur ein krönender und bittersüsser Abschied von Day-Lewis, sondern auch der nächste Schritt in Paul Thomas Andersons Karriere zu einem der ganz Großen in Amerikas Filmgeschichte.

2. Mad Max: Fury Road (2015) – R: George Miller
War es letztendlich nur ein Strohfeuer im Blockbustergenre oder ist Mad Max: Fury Road immer noch ein Leuchtfeuer, wenn man nur hinsieht? George Millers Wüstenwunder hat nämlich nichts von seiner Kraft und Intensität eingebüßt. Inhaltlich nähren wir uns der Dystopie sogar Stück für Stück an, auch wenn es für den V8-Motor schlecht aussieht. Im Kampf gegen die eigene Ausbeutung gibt es nur die Flucht nach vorne. Und einen schnaufenden Tom Hardy kann man auch noch bestaunen in der Postapokalypse.

3. Carol (2015) – R: Todd Haynes
Carol ist mit der Zeit gewachsen. Natürlich als Weihnachtsfilm, denn am 21. Dezember besucht Therese Carol Aird zu Hause, aber vor allem als Liebesfilm. Nicht etwa, weil es eine verbotene Liebe in einer vergangenen Zeitepoche ist, sondern weil es die erste große Liebe ist. Die, die so richtig wehtut. Ich schmelze immer noch dahin, wenn Therese von ihren Silvesternächten allein in der Menge erzählt. Es folgen bittere Tränen und ein gebrochenes Herz, dass vom Körper abgestoßen werden will. Carter Burwells Score ist für die Ewigkeit, genau wie meine Bewunderung für Rooney Mara.

4. Der schwarze Diamant (2019) – R: Benny Safdie & Josh Safdie
Mein Faible für New Hollywood und die USA ist grösser als das für Adam Sandler. Aber die Tendenz kippt in den letzten Jahren immer ein Stück weiter zum Sandman. Howard Radner ist ein tragischer Verlierer und mitten drin im amerikanischen Traum – nur noch eine weitere Chance vom großen Gewinn entfernt. Doch er sieht seinen Untergang als Einziger nicht kommen. Uncut Gems hetzt durch seine 130 Minuten wie Sandler dem titelgebenden Diamanten hinterher. Ein intensives Werk, das sich mit seinem kalten Realismus schmückt. In den Strassen von Manhattan gibt es kein Mitleid.

5. Drive (2011) – R: Nicolas Winding Refn
Schweigsam bewegt der namenlose Fahrer sein Auto durch die Straßenschluchten von Los Angeles. Böse Zungen behaupten, es sei die perfekte Rolle für Ryan Gosling. Und das ist sie tatsächlich, doch nicht aufgrund fehlender Ausstrahlung. Regissseur Nicolas Winding Refn spielt gekonnt mit Goslings Image, um seine Anti-Heldengeschichte zu inszenieren. Denn der strahlende Held im Scheinwerferlicht ist letztendlich nur ein weiterer Mann der Gewalt. Ein Hai im Schafspelz. Seine Sehnsucht nach Romantik und ein letztes bisschen Mitgefühl sind es, was ihn von den anderen Männern unterscheidet. Die ikonische Skorpion-Jacke und die Musik von Cliff Martinez allein hätten wohl nicht gereicht, um aus Drive einen modernen Klassiker zu machen.

Sebastians Top 5

1. Manchester by the Sea (2016) – R: Kenneth Lonergan
Es gibt Filme, die einen berühren und nicht mit einem guten Gefühl aus dem Kino lassen. Zu dieser Kategorie gehört Manchester by the Sea. Von der ersten Minute an leidet man mit den Figuren mit. Man kann den Schmerz des Verlustes nachempfinden. Cassey Affleck – der bessere Affleck- und Michelle Williams spielen dabei grandios. Der Film ist düster, er ist traurig und er ist einfach etwas Besonderes. Und dafür liebe ich ihn.

2. The Raid (2011) – R: Gareth Evans
Für mich ist The Raid der perfekte Martial-Arts-Film. Die Kämpfe sind realistisch und genial inszeniert. Bei jedem Schlag spürt man die Wucht, so eine gute Choreografie hat es selten gegeben. Dazu kommt ein passendes Setting in einem Hochhaus, in dem es wie in einem Computerspiel von Level zu Level nach oben geht. Die Geschichte ist relativ einfach gehalten, aber dennoch spannend. Sie konzentriert sich auf das Wesentliche. Es soll eben um die Kämpfe gehen. Mir bleibt dazu nur noch eins zu sagen: Jackie Chan gefällt das.

3. Spider-Man: A New Universe (2018) – R: Bob Persichetti, Peter Ramsey & Rodney Rothman
Nun gab es im letzten Jahrzehnt sehr viele Superhelden-Filme. Manche waren solide, die meisten aber eher schwach. Klar ist es verwunderlich, dass so ein Film in meine Top 5 kommt, aber Spider-Man: A New Universe macht es eben anders. Er erzählt eine Origin-Geschichte, die spannend, emotional und einfach spaßig ist. Für mich ist es der beste Film des Wandkrabblers, auch wenn er „nur“ animiert wurde.

4. Edge of Tomorrow (2014) – R: Doug Liman
Und täglich grüßt das Alien. Edge of Tomorrow schießt genau in dieses Genre und macht es dabei so vortrefflich, dass ich mir den Film immer wieder angucken möchte. Die Geschichte bleibt dem Grundthema immer recht nah, wirkt dabei aber dennoch frisch und unverbraucht. Starke Action, das Zusammenspiel von Emily Blunt und Tom Cruise und die toll designten Aliens machen es zu einem der besten Vertreter des Genres und vielleicht zu einem der besten Actionfilme der letzten zehn Jahre.

5. Ich und Earl und das Mädchen (2015) – R: Alfonso Gomez-Rejon
Manche Filme bleiben einem für immer im Kopf. Manche bringen einem zum Lachen, manche bringen einem zum Weinen und manche sind einfach sympathisch. Auf Ich und Earl und das Mädchen trifft alles davon zu. Man lacht, weint und hofft mit den Figuren, dass das scheinbar Unausweichliche doch noch irgendwie abgewendet werden kann. Der Film umschifft dabei peinliche Situationen so charmant, dass es schon wieder lustig ist. Der hervorragende Soundtrack unterstreicht dabei zu jeder Zeit die Stimmung des Films. Meiner Meinung nach der stärkste Beitrag unter den ganzen Das Schicksal ist ein mieser Verräter-Vertretern.

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Quadrataugenrundenpodcast Folge 1 Remastered

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Quadrataugenrundenpodcast Folge 1 Remastered

Wir feiern in diesem Monat zehn Jahre Quadrataugenrunde. Und auch wenn es zuletzt etwas still wurde, wollen wir diesen runden Geburtstag mit ein bisschen Content zelebrieren.
Den Auftakt macht eine überarbeitete Version unserer allerersten Podcastfolge aus dem Januar 2014. Aufgenommen auf Sebastians legendärer Couch und mit simpelster Technik.
Da die alten Folgen zurzeit nicht im Feed angeboten werden, haben wir unseren Introsprecher Clemens gebeten, seine historischen Worte von damals zu wiederholen. Ein spannendes Zeitdokument, neu verpackt.

Zeitangaben
0:00:00 – Einleitung von Sven
0:00:41 – Intro & Begrüßung
0:01:29 – News der Woche
0:04:28 – Zuletzt gesehen (Captain Phillips / Ponyo – Das grosse Abenteuer am Meer)
0:08:11 – The Wolf of Wall Street (2013)
0:15:01 – Die großen Fünf (Schauspieler, die wir nicht mögen)
0:28:25 – Gewinnspiel

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Auswärtsfahrt #47

Clint Eastwood und Michelle Pfeiffer auf Abschiedstour in fremden Ländern.

French Exit (2020)
Während andere im Alter noch einmal einen neuen Lebensabschnitt beginnen, um eine inspirierende Eat Pray Love-Erfahrung zu machen, ist Frances tatsächlich nur noch auf der Suche nach dem Ausgang. In einer Szene wird sie auf ihren Mut für einen zweiten Akt im Leben angesprochen. Es sei bereits der ausklingende dritte Akt, antwortet sie mit einem überspielten Lächeln. Ihre Pläne und Ideen von der Welt behält Frances für sich. Michelle Pfeiffer spielt die nicht mehr ganz so reiche Witwe mit viel Intensität. Sie ist eine unnahbare Figur, fast schon angsteinflössend in ihrer Dominanz gegenüber Fremden. Es wirkt tatsächlich, als sei der New Yorker Adel zu Gast in Paris.
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Cry Macho (2021)
In den letzten Jahren war Clint Eastwoods Platz hinter der Kamera. Seine Auftritte auf der Leinwand kann man an einer Hand abzählen. Mit dem Alter ist dort aus dem harten Westernhelden eine weiche Vaterfigur geworden. Cry Macho mag zwar eine Romanadaption sein, Eastwoods Karriere spiegelt sich aber ebenso in dem Film wider.

Ohne die Einblendung einer Jahreszahl wäre man wohl aufgeschmissen. Eastwoods Figur fährt ein Auto, welches fast genauso alt ist wie er selbst. Aus dem Radio erklingt Cowboymusik über die verlustreiche Vergangenheit und hinter den Bergen scheint die Sonne auf das weite Land. Mikes Schicksal wird nicht weiter vertief, es reicht, dass das Trauma erwähnt wird. Und so richtig geht es in Cry Macho nie um echte Menschen. Es geht um Ideen, in denen sich die Menschen wiederfinden können. Eben ganz so wie in einem Countrysong.
Vollständige Kritik

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Quadrataugenrundenpodcast Folge 57

Bevor Sven und Sebastian für sieben Jahre in ihrem Podcastbunker verschwinden, zaubern die beiden Contenthasen noch eine neue Folge aus dem Hut. In dieser beschäftigen uns monströse Kreaturen aus dem Meer und gescheiterte Männer in ihren Dreißigern. Warum sich die Apokalypse noch nie so nah anfühlte, wen wir uns als unsere Nachfolger wünschen und alle Infos zu Paddington 3 gibt es in dieser liebevollen Ausgabe.

Zeitangaben
0:00:00 – Intro & Begrüßung
0:04:15 – Zuletzt gesehen (Thunder Force / Godzilla vs. Kong / Der Prinz aus Zamunda 2 / The Kid Detective)
0:29:11 – Love and Monsters (2020)
0:57:17 – Die großen Fünf (Bösewichte für Paddington 3)
1:09:42 – Demnächst im Kino

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Auswärtsfahrt #46

Zwei aktuelle Kritiken pünktlich zum Kinostart, wie hat Sven das denn geschafft?

Jungle Cruise (2021)
Zeichentrickfilme und Themenparks gehörten früher zu den Kerngeschäften von Disney. Mit der Zeit wurden aus einfachen Fahrgeschäften grosse Spielfilme. Nach Pirates of the Caribbean und Tomorrowland findet sich nun auch die Jungle Cruise aus dem Disneyland auf der Leinwand wieder. In der Adaption von Actionregisseur Jaume Collet-Serra (Non-Stop) wurden die tierischen Animatronics der Dschungelfahrt leider gegen Computeranimationen ausgetauscht. Dafür bekommt man statt der einfachen Parkangestellten einen starbesetzten Cast rund um Emily Blunt.

Jungle Cruise präsentiert uns seine Heldin ohne Umschweife. Der Überfall auf ein Museum ist schon im Gange, alles wohl überlegt und geplant. Sicher marschiert Emily Blunt durch die viktorianischen Hallen und versteckt sich dabei mehr schlecht als recht. Die schnelle Eskalation der Situation zeigt die Stärken von Collet-Serra. Schnelle Schnitte und der geübte Einsatz der Umgebung sorgen für eine humorvolle Actionsequenz. In den besten Momenten erinnern die temporeichen Szenen an einen gewissen Archäologieprofessor, der es ebenfalls oft mit den Deutschen zu tun hatte.
Vollständige Kritik

Generation Beziehungsunfähig (2021)
Fredrik Lau ist grundsympathisch und sah schon immer älter aus als er eigentlich ist. So könnte sein Tim wirklich schon um die 35 sein und kurz vor dem stehen, was sein Chef in der Social-Media-Agentur gerade erfährt – dem Fall ins Bodenlose. Aber bevor das passiert, kann man noch die nächste Party ruinieren oder seinem Grossvater einen Joint zum Geburtstag schenken. Denn so lange noch jemand darüber lacht, kann so ein rücksichtsloses Verhalten ja nichts Schlechtes sein.

Aber um das Scheitern geht es in Generation Beziehungsunfähig gar nicht. Es geht um das Überwinden von Hürden, einem anderen Menschen vertrauen können und sich selbst fallen zu lassen – aber bitte nicht in den Rhein. Die andere Generation, die noch Beziehungen geführt hat, kommt nur am Rande vor. Tims Vater bleibt ein Posterboy und seine Mutter tritt nur in sein Leben, weil auch sie den Weg in die sozialen Netzwerke gefunden hat. Alle anderen der Generation Facebook sind gefangen in ihrem Alltag, scheinbar wirklich unfähig zu jeder Art von Beziehungen.
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Auswärtsfahrt #45

Über Schweizer Bahnhöfe und Wiederauferstehungen in Lesotho.

Nemesis (2020)
„In der Schweiz waren wir alle Bauern, bis die Eisenbahn kam“, erzählt Regisseur Thomas Imbach von seinen Grosseltern. Es ist ein Stück Geschichte, dass genau vor seinen Augen verschwindet. Luftaufnahmen von 1904 zeigen das dünn besiedelte Zürich mit dem neuen Zugdepot. Nemesis ist ein Film im Zeitraffer. Gut 131 Minuten braucht es, um mehrere Jahre zu komprimieren. Oder doch ein ganzes Jahrhundert? Imbach ist auf der Suche der Essenz der Stadt. Es kann nicht nur ein Gebäude sein, das hier verschwindet.

Die Bagger im Film bewegen sich wie Raubtiere, gierige Maschienenwesen die sich durch das Metall fressen, bis nicht mehr übrig ist ausser einer Sandwüste. Die Bauarbeiten geschehen im Zeitraffer, laufen rückwärts, werden verlangsamt. Dächer fallen und Nemesis erinnert an einen Stop-Motion-Film. Imbach manipuliert die Zeit, stellt Zürich zuweilen auf den Kopf. Es sind visuell beeindruckende Momente.
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This Is Not a Burial, It’s a Resurrection (2019)
Ein alter Mann erzählt in einer Bar vom Dorf Nazareth. Geflutet von den Wassermassen, die der Staudamm hinter sich hält. Wenn man nur genug lauscht, könne man die Stimmen der Geister unter der Erde hören. Und vielleicht sogar das Klingen der Kirchenglocke im Tal der Tränen. Es ist ein fast schon mystischer Einstieg, den This Is Not a Burial, It’s a Resurrection für seine Geschichte wählt. Eine Wiederauferstehung, die sich schon im Titel wiederfindet, ausgerechnet in dem Ort, der den Namen der Heimat von Jesus trägt. Doch eine Wiederauferstehung für wen?

Hauptfigur Mantoa redet nicht oft, aber wenn, dann mit starkem Willen. Sie lässt sich von niemanden mehr etwas vorschreiben. Warum auch, wenn sie nichts mehr zu verlieren hat ausser den Boden unter ihren Füssen. Die zentralen Themen des Films sind Gemeinschaft und Tradition. Hier in Nazareth pflügt man den gleichen Acker, den schon die Grosseltern bearbeitet haben. Die christliche Kirche mag die Leute in ihren Wänden versammeln, der Glaube an die Geister der Vorfahren ist den Menschen in Lesotho aber erhalten geblieben. Oft schwebt eine Unsicherheit über den Szenen und es stellt sich die Frage, wie spirituell Hauptfigur und Film wirklich sind. Ist Mantoa nur noch eine lebende Tote auf einer letzten Mission?
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Auswärtsfahrt #44

Filmfestivals finden zurzeit nur noch digital statt. Neue Filme gibt es natürlich trotzdem. Über die Liebe im Sommer, den Weltraum und verwegene Pläne.

Lovecut (2020)
Keine Schule, keine Eltern und die Freiheit eines ganzen Sommers: Die Regisseurinnen Iliana Estañol und Johanna Lietha zeichnen ein Porträt von der Jugend in Österreichs Hauptstadt. Die sechs Teenager mögen sich selbst unterschiedlich sehen, für den Zuschauer gleichen sich die Auszüge aus ihren Leben aber an. In dem Wunsch nach Anerkennung in Form von Liebe und nach Selbstbestimmung ohne elterliche Bevormundung konzentrieren sich alle Probleme der Jugendlichen.

Lovecut hat viele Sexszenen ohne den eigentlichen Akt zu zeigen. Küsse werden ausgetauscht, Kleidungsstücke ausgezogen und dann folgt der Schnitt. Die Handykamera läuft die ganze Zeit mit, egal ob bei einer Party oder im Bett. Aber die persönlichen Aufnahmen der Akteure bleiben dem Zuschauer verborgen. Sie sind den Social-Media-Plattformen vorenthalten, den Instagrams dieser Welt und im Fall von Anna und Jakob den kostenpflichtigen Erotikseiten.
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Wake Up on Mars (2020)
Es ist mehr ein Warten auf den Frühling als auf den Prinzen, der den Fluch des ewigen Schlafes bricht. Für die Familie Demiri ist der Frühling ein Stück Plastik. Ein Dokument, das ihnen erlaubt, in einem Land leben zu können, in dem ihr Leben nicht bedroht ist. In dem sie nicht für ihre blosse Existenz verfolgt wird.

Die Regisseurin Dea Gjinovci ist eine exzellente Beobachterin. Im Familienalltag wird die Kamera quasi unsichtbar und doch zur Vertrauensperson für die Demiris. Gjinovici interessiert sich vor allem für die Träume und Hoffnungen der kosovarischen Familie. Nur in wenigen Szenen wird über die Ereignisse im Kosovo gesprochen. In anderen Momenten bahnt sich die Sehnsucht nach der Heimat von allein ihre Bahnen. Ein Pflaumenbaum mit reifen Früchten am Strassenrand versetzt die Familie plötzlich wieder nach Hause. Insgesamt ist es ein durchweg positiver Blick, der auf die Protagonisten geworfen wird.
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Nova Lituania (2019)
Auf den ersten Blick scheint der Plan eines neuen Litauens verrückt zu sein, ebenso auf den zweiten Blick. Doch Regisseur Karolis Kaupinis nimmt dieses Fünkchen Wahrheit hinter der Kolonisierungsidee und nutzt es für sein seriöses Historiendrama. Den genauen Ausgang der Ereignisse muss man sich aus den Geschichtsbüchern holen. Vielmehr geht es in Nova Lituania um die Stimmung eines Landes. Um diesen einen Punkt in der Geschichte, der stellvertretend für so viele andere steht.

Vieles spielt sich in den Räumen alter Gebäude ab. Männer, die älter aussehen als sie sind, debattieren über die Zukunft ihres Landes. Dabei können sie nicht einmal planen, was in sechs Monaten sein wird. Die Jugend wird aufgerufen zum Patriotismus für ein Land, das seine Hauptstadt verloren hat. Selbst an der Ostsee geht es dem Film wortwörtlich um den Verlust von Land, obwohl Grenzen in Europa immer fliessend waren. Die Hafenstadt Klaipėda beweisst es mit ihrer turbulenten Geschichte. Die Angst der Figuren und der Litauer ist aber der Verlust der eigenen Identität, dass mit der Aufgabe von Land auch der kulturelle Schwund einsetzt. Bis nichts mehr übrig ist und man in einer anderen Nation verschwindet.
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Quadrataugenrundenpodcast Folge 56

Die große Lockdown-Party ohne Kino. Wir sprechen über Christopher Nolans Film mit einem Wort und einer Geste – Tenet! Dabei klären wir wichtige Fragen wie die tatsächliche Grösse von Elizabeth Debicki, geben Ratschläge für Sequels und ordnen den Film in Nolans Filmografie ein. Außerdem reisen wir mit Jean-Claude Van Damme durch die Zeit und schaffen den Spagat zwischen Zukunft und Gegenwart.

Zeitangaben
0:00:00 – Intro & Begrüßung
0:01:38 – Kino in Coronazeiten
0:17:13 – Zuletzt gesehen (Le Mans 66 – Gegen jede Chance / Network)
0:28:49 – Tenet (2020)
1:04:14 – Timecop (1994)
1:18:33 – Demnächst im Kino

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Auswärtsfahrt #43

Listen über Listen. Zum Jahresende hat Sven über Niemals Selten Manchmal Immer, Possessor, Jojo Rabbit, Underwater, Hubie Halloween, Der Tod kennt keine Wiederkehr und Netflix-Produktionen geschrieben.

Es war nicht alles Mist: Die besten Filme des Jahres 2020 aus Sicht der OutNow-Redaktion
Am liebsten hätten wir die Abstimmung zum Film des Jahres ja erst Ende Dezember durchgeführt. Wie hoch wäre dabei zum Beispiel der jetzt wieder verschobene Wonder Woman 1984 geklettert? Wir werden es für die diesjährige Abstimmung leider nicht mehr erfahren, aber trotzdem gibt es ordentlich Grund zur Freude – es handelt sich aufgrund der von uns erstellten Top 20 dabei um gleich 20 Gründe.

Denn auch wenn die Lichtspielhäuser in der Schweiz für mehrere Monate geschlossen waren, gab es während den offenen Wochen jede Menge tolle Filme zu entdecken. Von den Awards-Playern im Januar und Februar über die Blockbuster im Sommer – also, hauptsächlich Tenet -, bis hin zu jenen Filmen, die trotz dem kinotechnisch immer düster werdenden Herbst etwas Licht in unsere Seelen brachten: Im Kinojahr 2020 war definitiv nicht alles Mist.
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Hot Takes! Die über- und unterbewertesten Filme und Serien von 2020
Was haben unter anderem das Musical Hamilton und das Whodunit Knives Out gemeinsam? Beide wurden von vielen gefeiert, jedoch halten einige von uns sie auch etwas überbewertet.
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Pssst: Die Film- und Serien-Geheimtipps von 2020
Wer braucht noch neues Material für die Watchlist? Wir hätten da nämlich ein paar Vorschläge, die von Anime über Netflix-Serien bis zum besten Animationsfilm 2020 reichen.
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Wir mussten ja zuhause bleiben: Die besten Netflix-Filme von 2020
Wegen der Pandemie schossen die Netflix-Aboszahlen ein weiteres Mal steil nach oben. Denn wenn die Kinos zu sind und man zuhause sitzen muss, braucht man Unterhaltung. Und Netflix hat geliefert.
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Gute-Laune-Liste: Filme, Serien und Events, die 2020 sehr viel Freude bereitet haben
2020 war nicht schön. Darüber muss man nicht streiten. Deshalb leuchteten die wenigen Lichter dafür umso heller. Wir teilen mit euch die Highlights, die uns in diesem Jahr zum Grinsen brachten.
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Throwback: Alte Filme und Serien, die wir wegen Corona endlich aufholen konnten
„Bleiben Sie zuhause“, hat uns Bundesrat Alain Berset im Frühling 2020 gebeten. Das haben wir alle brav gemacht und haben dabei in der Film- und Serien-Welt jede Menge (Neu-)Entdeckungen gemacht.
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Auswärtsfahrt #42

Lieber spät als nie. Über Gerichtssäle in Chicago und Meteore in Atlanta.

The Trial of the Chicago 7 (2020)
In einer Demokratie geht es ums Gewinnen. Die besten Ideen und Werte sind nichts wert, wenn man am Wahltag Zweiter wird. Zu diesem bitteren Fazit kommen die Akteure in Aaron Sorkins zweitem Regiewerk. Die wahre Geschichte der Chicago Eight mag schon über vierzig Jahre alt sein, bei Sorkin jedoch wirkt sie wenig historisch. Die Namen mögen sich geändert haben, die Probleme allerdings sind geblieben.

Trotzdem beginnt The Trial of the Chicago 7 mit einer historischen Einordnung. Eine grosse Montage verbindet den Vietnamkrieg und die Bürgerrechtsbewegung miteinander. Ein Crashkurs in Geschichte, der Persönlichkeiten wie Bobby Kennedy zeigt, aber nicht erklärt. Mit einem hohen Tempo werden die Hauptfiguren in ihren Vorbereitungen für die Demonstration gezeigt, nur um das eigentliche Ereignis zu überspringen. Sorkin hat wenig Interesse an der Gewalt und der historischen Stimmung. Es zieht ihn in den Gerichtssaal, wo mit Worten statt mit Batons ausgeteilt wird.
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Greenland (2020)
Meteore und Kometen beschäftigen die Menschheit schon wesentlich länger als die Katastrophenfilme aus Hollywood, bergen doch die Feuerbälle aus dem All die Gefahr, ganze Spezies auszurotten. Um so ein Szenario zu verhindern braucht es schon einen echten Typen wie Bruce Willis – oder eben Gerard Butler. Regisseur Ric Roman Waugh (Angel Has Fallen) besinnt sich in Greenland auf Amerikas Stärken: das Militär und die Institution Familie. Beides wird im Laufe der zwei Stunden auf die Probe gestellt.

Die Panik vor Komet Clark allein löst bereits ein eigenes Endzeitszenario aus: Menschen plündern Geschäfte, schlagen sich im Kampf um die seltenen Armbänder für die Evakuierung die Köpfe ein und stürmen geschützte Bereiche, als wären sie eine Horde wilder Zombies. Jeder Kontakt ist eine mögliche Bedrohung und auch der nette Nachbar von nebenan kann zur irrationalen Gefahrenquelle werden. Dabei verhält sich die Familie Garrity ebenso egoistisch wie alle anderen. Bibelzitate und Nächstenliebe sind vergessen, wenn die Hauptfiguren erneut ein neues Transportmittel benötigen.
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