Auswärtsfahrt #3

Guter Horror, schlechter Horror und der alte Jason Bourne.

Lights Out (2016)
Ein unbekannter Filmemacher produziert einen Kurzfilm, bekommt dafür Anerkennung und darf dann bei der Spielfilmumsetzung Regie führen. Die Alternative im Horrorgenre dazu ist der Regieposten bei einem Sequel. David F. Sandberg, der zurzeit Annabelle 2 dreht, kann sich beides in sein Resümee schreiben. Mit Lights Out erzählt er eine Familiengeschichte, in der diese von einem Monster heimgesucht wird.

Der Film lebt von seiner Grundidee: eine Gestalt, die für Menschen nur im Dunklen sichtbar ist. Wenn das Licht angeht, verschwindet das Schattenwesen und man ist in Sicherheit. Es hört sich so einfach an, den Horror zu beenden, indem man den Lichtschalter bedient. Das Schattenmonster hat allerdings eine Reihe von unerklärten und schwankenden Fähigkeiten, die es übermächtig werden lassen. Durch diesen unfairen Vorteil soll der Überlebenskampf noch dramatischer werden, er verliert aber eher an Spannung. Die Figuren sind in gewisser Weise vom guten Willen des Monsters abhängig, das seine wahre Kraft schon im Prolog demonstriert. Dass man statt Computeranimationen eine echte Schauspielerin für die Schattengestalt gewählt hat, bietet in den vielen dunklen Sequenzen kaum einen Mehrwert. Eher wirkt die Action dadurch zu behäbig.
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Jason Bourne (2016)
Bevor Das Bourne Ultimatum 2007 in die Kinos kam, sagte Matt Damon, dass er mit der Rolle abgeschlossen hätte. Paul Greengrass könne ihn in zehn Jahren aber anrufen und mit einer guten Idee zur Rückkehr überzeugen. Dank Damons selbsterfüllender Prophezeiung ist Jason Bourne bereits der vierte Film, den die beiden Hollywoodgrössen zusammen drehen.

Treadstone, Prism, Iron Hand. Die Enthüllungen von Edward Snowden (Citizenfour) lassen die Grenzen zwischen realer und filmischer Welt verschwimmen. Grosse Spionageprogramme, bei denen Geheimdienste Technologiekonzerne dazu verpflichten, die gesammelten Daten mit ihnen zu teilen, sind keine Fiktion mehr. Und so ist auch Bournes Rückkehr von Whistleblowern und Hackern geprägt. Figuren, deren reales Vorbild man erahnen kann, tauchen in der Geschichte auf, spielen jedoch keine zentrale Rolle. Am Ende ist es wieder die gute alte CIA, die auf die Jagd nach Jason Bourne geht.
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Under the Shadow (2016)
Babak Anvari hat den Irak-Iran-Krieg als Kind miterlebt. Der heute in London lebende Regisseur betont zwar, dass der Film nicht autobiografisch sei, jedoch einige persönliche Elemente enthalte. In Interviews erzählt er, dass auch er nachts nicht schlafen konnte und Angst vor der Dunkelheit hatte. Die starke persönliche Motivation hinter seinem ersten Spielfilm sorgt für eine spürbare Authentizität. Während Under the Shadow in diesem Jahr auf dem Sundance Film Festival seine Premiere feierte, ist eine Aufführung in Anvaris Heimat, dem Iran, leider sehr unwahrscheinlich.

Zu Beginn erlebt man ein Drama über eine Frau, für die sich die Gesellschaft ihres Landes gerade zum Schlechteren wandelt. Anstatt ihren Traum Ärztin zu werden fortzusetzen, wird sie zurück in die traditionelle Rolle der Hausfrau und Mutter gedrängt. Man sieht an vielen Stellen die Offenheit, die die islamische Revolution langsam verdrängt. Shideh hatte vor ihrer Schwangerschaft bereits Medizin studiert, in ihrer modern eingerichteten Wohnung trägt sie kein Hijab und in ihrem Videorekorder befindet sich ein Aerobicvideo von Jane Fonda. Shideh ist eine selbstbewusste, starke Frau.
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Quadrataugenrundenpodcast Folge 37

Wenn Podcasten olympisch wäre, würden wir uns ganz sicher Gold über die 120 Minuten holen. Da dem aber noch nicht so ist, müssen wir leider über Independence Day 2 sprechen. Neben den üblichen Witzen über Warners Comicverfilmungen und Adam Sandler, erklären wir, warum Starship Troopers auch heute noch ein guter Film ist.
Und wie viele Fäuste hat eigentlich Bud Spencer?

Zeitangaben
0:00:00 – Intro
0:02:37 – Zuletzt gesehen (Toni Erdmann / The Social Network / Star Trek Beyond / Zoomania / Jason Bourne / The Witch)
1:00:05 – News der Woche
1:15:23 – Still Movies (Starship Troopers)
1:26:04 – Die großen Fünf (Guilty pleasures)
1:39:07 – Independence Day 2: Wiederkehr
1:50:17 – Kann das nicht jemand anders machen? (Vier Fäuste für ein Halleluja / Star Trek II: Der Zorn des Khan)
2:05:23 – Demnächst im Kino

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Auswärtsfahrt #2

Endlich wieder neue Filmkritiken! Chile, Dublin und Berlin sind die Reiseziele.

Much Ado About Nothing (2016)
Much Ado About Nothing ist bereits der vierte Spielfilm des chilenischen Regisseurs Alejandro Fernández Almendras. Finanziert mit der Hilfe der Crowdfunding-Plattform Indiegogo, lief der Film in diesem Jahr bereits in Sundance und auf der Berlinale. Almendra bringt eine wahre Geschichte auf die Leinwand, eine Geschichte über Korruption und Gerechtigkeit.

Bis zum Unfall erlebt man allerdings eine typische Partynacht von jungen Leuten. Jeder ist gut gelaunt, Alkohol und Drogen werden brüderlich geteilt, und das andere Geschlecht ist vor allem zum Flirten da. Vicente ist eigentlich nur einer von vielen, ein junger Mann ohne Verantwortung, der einfach nur Spass haben will. Er sieht gut aus und ist stellenweise so naiv, dass man es als Dummheit auslegen könnte. In der Gruppe gibt es exemplarisch eine junge Frau, die von Selbstsabotage spricht und sich beschwert, dass sie keine Liebe findet. Immerhin reicht es noch für Sex mit neuen Bekanntschaften.
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Sing Street (2016)
John Carney kann es einfach nicht lassen. Nach Once und Can a Song Save Your Life? hat er schon wieder einen romantischen Musikfilm gedreht, der ein Feel-Good-Movie im besten Sinne ist. Dabei war Carney nicht nur für Regie und Drehbuch verantwortlich, sondern komponierte auch fleissig an der Musik mit. Neben den eigenen Werken der fiktiven Band Sing Street gibt es noch thematisch passende Lieder von Duran Duran oder The Cure.

Es dreht sich zwar vor allem um das eine Mädchen, wegen dem Conor die Band gegründet, die Musik zieht sich aber durch den gesamten Film. Da wäre zum einen Conors älterer Bruder, ein Kiffer, der das College abgebrochen hat und in seinem Zimmer eine gigantische Plattensammlung lagert. Stets hat er eine neue Weisheit oder LP parat, um Conors musikalischen Horizont zu erweitern. Der Fernseher im Haus wird zudem nur eingeschaltet, um die neusten Musikvideos zu bestaunen.
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Zeit für Legenden (2016)
Angesichts der späten Anerkennung, die Jesse Owens im eigenen Land erfahren hat, ist es wohl nicht verwunderlich, dass man in Hollywood 80 Jahre gebraucht hat, um sein Leben auf die Leinwand zu bringen. Der Filmtitel ist ein cleveres Wortspiel, das schon andeutet, dass es hier nicht nur um den Sport geht. Regisseur Stephen Hopkins (Predator 2) zeigt zwar nur drei Jahre aus dem Leben von Owens, dabei handelt es sich aber um die spektakulärsten.

Die Geschichte beginnt in seiner Heimatstadt, die grosse Familie lebt in armen Verhältnissen und Owens selbst hat schon ein Kind mit seiner Freundin. Kleidung, Fahrzeuge und Strassenzüge lassen sofort die Dreissigerjahre erkennen. Beim Bildfilter hat man es zum Glück nicht übertrieben, der Retrolook erfüllt seinen Zweck. Jesse ist der Erste aus der Familie, der ein College besucht. Bei der Busfahrt durch den Bundesstaat Ohio wird aber schon eine weitere Besonderheit deutlich: Zusammen mit seinem Freund muss er im Bus in einem separierten Teil für Farbige platznehmen, das Thema Rassentrennung ist stets im Film präsent.
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Quadrataugenrundenpodcast Folge 36

Gruselfans aufgepasst: Der Quadrataugenrundenpodcast ist wieder da!
Blutige Morde, Chaos und Emilia Clarke. Außerdem reden wir noch über Game of Thrones. Warum Hummer auch nur Menschen sind und Hoyte van Hoytema nicht nur einen coolen Namen hat, erfahrt ihr in der neuen Folge.

Zeitangaben
0:00:00 – Intro
0:03:51 – Zuletzt gesehen (The Neon Demon / Umweg nach Hause / The Conjuring 2 / Ein ganzes halbes Jahr / High-Rise)
0:50:55 – News der Woche
1:06:32 – Still Movies (Departed)
1:20:21 – Game of Thrones
1:29:06 – Die großen Fünf (Game of Thrones Figuren)
1:40:23 – Game of Thrones – Staffel 6 (Spoilertalk)
1:58:18 – Kann das nicht jemand anders machen? (The Lobster / So finster die Nacht)
2:12:48 – Demnächst im Kino

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Auswärtsfahrt #1

Wenn man plötzlich auch für andere Seiten schreibt und damit die Quadrataugenrunde betrügt. Bevor Sven deshalb vielleicht vor einem Kriegsgericht landet, gibt es noch ein paar Auszüge aus aktuellen Filmkritiken.

7 Göttinnen (2015)
«More sexy, more sexy» heisst es zu Beginn des Films. Frieda befindet sich am Set einer Bollywoodproduktion und wehrt sich gegen ihre Rolle der Jungfrau in Nöten. Sie wird als Frau von ihren männlichen Kollegen nicht ernst genommen. Das Gespräch mit dem Regisseur endet im Streit, Frieda verlässt wütend das Set. Es ist ein Ausblick auf den gesamten Film: Er thematisiert den Kampf der indischen Frau um Respekt, Anerkennung und Gleichberechtigung. Und es ist kein Zufall, dass man dafür Bezug auf das sehr traditionelle Bollywoodkino nimmt.

Auch Regisseur Pan Nalin musste für sein Werk kämpfen, lange Jahre wurde das Projekt von Produzenten abgelehnt. Man könne Filme nicht mit einer weiblichen Hauptrolle beginnen, so das Argument. Und es nicht nur bei einer weiblichen Hauptrolle geblieben: Neben den sieben Göttinnen bleibt für die männlichen Figuren nämlich vor allem die Rolle des einschichtigen Antagonisten.
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Ein ganzes halbes Jahr (2016)
Die Verfilmung des gleichnamigen Beststeller-Romans von 2012 ist eine nationale Angelegenheit. Mit Thea Sharrock hat man eine britische Theaterregisseurin hinter der Kamera, die Buchautorin Jojo Moyes hat auch das Drehbuch geschrieben und so gut wie alle Rollen sind mit britischen Schauspielern besetzt. Fans des Buches dürfen also auf eine detailgetreue Umsetzung und authentische britische Akzente hoffen.

Ein ganzes halbes Jahr zielt genau auf das Herz der Zuschauer. Das einfache Mädchen aus der Kleinstadt trifft auf den attraktiven Sohn einer wohlhabenden Familie, eine Geschichte wie im Märchen. Nur dass der Prinz hier leider einen Motorradunfall hatte und seitdem gelähmt im Rollstuhl sitzt. Ausserdem hat er seinen Willen zum Leben verloren und vegetiert auf dem Landsitz seiner Eltern mehr oder weniger vor sich hin. Trotz dieser kleinen Änderungen der Grundgeschichte verbreitet der Film eine positive Grundstimmung, wie so viele romantische Liebesfilme. Dafür sorgt vor allem Emilia Clarke, die mit ihrem lustigen Overacting die Rolle des leicht naiven Mädchens sehr gut mimt. Sowohl ihr Charakter als auch ihre Einstellung zum Leben sind das komplette Gegenteil von Will Traynor. Ihr zweifelhafter, aber amüsanter Modegeschmack sorgt zudem dafür, dass allein schon ihre Anwesenheit für Unterhaltung sorgt.
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Verräter wie wir (2016)
Die britische Regisseurin Suzanne White (Eine zauberhafte Nanny 2) reiht sich mit ihrem neusten Werk in die lange Liste der John-le-Carré-Verfilmungen ein. Vom britschen Autor stammen nämlich unter anderem die Vorlagen zu Filmen wie Dame, König, As, Spion und Der ewige Gärtner. Die europäische Produktion bleibt auch bei den Darstellern und Schauplätzen ihrem Kontinent treu.

Verräter wie wir fängt mit einer zerrüttenden Beziehung an und arbeitet sich langsam zur Politik und Finanzwelt hoch. Besonders Perry dient in der Geschichte als Verbindungsstück zwischen den verschiedenen Parteien. Der hilfsbereite Gentleman und Professor für Poetik darf nie an seinem Engagement zweifeln, und ihm wird trotz seiner grossen Bemühungen der Aufstieg zum Helden verwehrt. Die Probleme mit seiner Freundin Gail verschwinden mit fortlaufender Spieldauer ebenso wie sein Einfluss auf die Entwicklung der Handlung.
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Quadrataugenrundenpodcast Folge 35

Schon wieder Adam Sandler?
Bei Kaffee und Tee reden die beiden Unzertrennlichen gemütlich über neue Filme und alte Diktatoren. Das sich Russell Crowe um die Welt prügelt, passt auch zu den besprochenen Road Movies. Ausserdem gibt es unsere Lieblings-X-Men.
Lustiger als Adam Sandlers letzte fünf Filme zusammen und die ideale Vorbereitung für das Sommerloch.

Zeitangaben
0:00:00 – Intro
0:03:31 – Zuletzt gesehen (The Nice Guys / The Way Back / The Witch / The Motorcycle Diaries / X-Men: Apocalypse / Midnight Special)
1:00:30 – News der Woche
1:24:40 – Die großen Fünf (X-Men)
1:33:43 – The Do-Over
1:44:15 – Kann das nicht jemand anders machen? (Die Unzertrennlichen / Following)
1:56:25 – Demnächst im Kino

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Quadrataugenrundenpodcast Folge 34

Blau gegen Rot, Übermensch gegen Nerd, Steve gegen Tony.
Wir sind zwar beide im Team Captain America, sprechen aber trotzdem über Captain America v Iron Man: Dawn of Avengers 3. Dazu gibt es aktuelle Kinofilme, Kritik an der FSK und unsere Lieblingsfilmmusik. Wie gut die Kampfkünste von Wim Wenders sind und warum der Podcast so lange geht, erfahrt im Podcast. Alle offenen Fragen hat unser Cutter David Brenner wie immer im Schnitt ausgebügelt.
Hey Charlie Brown!

Zeitangaben
0:00:00 – Intro
0:02:19 – Zuletzt gesehen (Triple 9 / The Walk / The Jungle Book / Ich und Earl und das Mädchen / Deathgasm / Where to Invade Next)
0:48:25 – News der Woche
1:11:16 – Captain America: Civil War
1:40:03 – Die Peanuts – Der Film
1:46:49 – Die großen Fünf (Stücke von Filmkomponisten)
1:58:34 – Kann das nicht jemand anders machen? (Paris, Texas / Ip Man)
2:12:49 – Demnächst im Kino
2:23:05 – Social Media

Die großen Fünf Youtube Playlist: https://www.youtube.com/playlist?list=PLgjKHV5jo_Njj9WQgYbY3uBjSdYl6E0Z-

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Quadrataugenrundenpodcast Folge 33

Schwarz gegen Blau, Gott gegen Mensch, Tag gegen Nacht.
Wir sprechen über Batman v Superman: Mord ist ihr Mobby und Zack Snyder’s Cinematic Murderverse. Danach machen wir unseren Abschluss an der Blue Mountain State University und erzählen von Filmen mit Untertiteln. Der Podcast der verpassten Chancen!

Zeitangaben
0:00:00 – Intro
0:05:25 – Zuletzt gesehen (Son of Saul / Blue Mountain State: The Rise of Thadland / Mustang / Serenity – Flucht in neue Welten / Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2)
0:56:26 – News der Woche
1:12:14 – Die großen Fünf (verpassten Chancen)
1:27:19 – Batman v Superman: Dawn of Justice
1:54:02 – Kann das nicht jemand anders machen? (The Man Who Wasn’t There / Shotgun Stories)
2:08:58 – Demnächst im Kino

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Batman v Superman

Batman v Superman: Dawn of Justice (2016)

Mein Name ist Zack Snyder. Meine Welt ist Feuer und Blut.“
Warner Bros. fährt im Kampf um die Kinozuschauer die ganz schweren Geschütze auf. Ein neuer Batman, ein Sequel zu Man of Steel und ein Prequel zu The Justice League, alles in knackigen 151 Minuten.
Nachdem man Superman schon als Mörder etabliert hat, ist nun der dunkle Ritter dran. In Gotham treibt sich nachts ein Psychopath herum, der Kriminelle brandmarkt und an seinem Fahrzeug schwere Waffen befestigt hat. Dieser Batman hier ist kein junger Mann mehr und es scheint, als sei ihm nach 20 Jahren als Gothams dunkler Ritter nicht mehr viel geblieben. Außer seinem Kindheitstrauma und seinem Hass auf Superman.

Der Anfang des Films gehört ganz Bruce Wayne. Die Ermordung seiner Eltern in einer Gasse und der ikonische Sturz in die Höhle voller Fledermäuse unter Wayne Manor werden gelungen in einer Montage miteinander verbunden. Die nachfolgende Sequenz spielt 18 Monate vor dem Film und zeigt den Kampf zwischen Superman und General Zod aus der Sicht von Bruce. Man bekommt so Zack Snyders persönlichen 9/11 noch einmal aus der Straßenperspektive zu sehen. Die erschreckende Zerstörung funktioniert erstaunlich gut als Worldbuilding und Brücke zu Man of Steel. Die Figur Bruce Wayne wird gut in das Filmuniversum eingeführt und bekommt eine glaubhafte Motivation für den weiteren Verlauf. Die Grundlage für den titelgebenden Konflikt, das „v“ zwischen Batman und Superman.

In Metropolis steht im Stadtzentrum eine Statue von Superman und in wenigen Momenten zeigt der Film ihn wirklich als Helden, der Menschen hilft und Hoffnung bringt. In den meisten Szenen wird der älteste und bekannteste aller Comichelden aber hinterfragt und als machtlos und teilweise hilflos dargestellt. Der ziellos durch die Welt fliegt, um Lois Lane zu retten und die Ideen und Hoffnungen seiner Eltern mit Füßen zu treten. Was wurde aus dem Mann von Morgen in DCs Filmuniversum?
Regisseur Zack Snyder gibt einem mit jedem weiteren Film und Interview das Gefühl, das er es besser weiß, besser als all die Comicleser und Fans des Blockbusterkinos. Batman v Superman ist düster und brutal. Wenn die beiden größten Comichelden aller Zeiten erstmals im Kino aufeinandertreffen, möchte man dann Psychopathen, Terror, Krieg und Mord sehen? Sich fragen, was für ein perverses und falsches Verständnis Zack Snyder von Helden hat? Warum er Mord cool findet?
Der Film ist übrigens ab 12 Jahren freigeben und für Kinder wohl eine Zumutung.

Vielleicht würde man diese inhaltliche Diskussion gar nicht führen, wenn Batman v Superman ein guter Film wäre. Ist er aber nicht. Er ist so furchtbar überladen, als hätte man die Handlung von drei Filmen in einen gesteckt. Die Justice League wartet schon. Ich hätte auf wirre Traumsequenzen, die nicht zum Film passen und Youtube-Videos über Metamenschen verzichten können. Die etwas holprige und sprunghafte Erzählweise des Films funktioniert aber halbwegs gut bis zum eigentlichen Kampf, Batman gegen Superman. Im letzten Drittel werden die Motivation und Konflikte über den Haufen geworfen für ein ermüdendes CGI-Spektakel, bei dem man besser nichts hinterfragen sollte. Die berühmte letzte halbe Stunde, wie man sie auch von Michael Bay kennt.

Bei den Schauspielern gefallen Jeremy Irons als Alfred Pennyworth und Gal Gadot als Miss Prince, womit wohl niemand wirklich gerechnet hat. Aber jede Szene mit Frau Gadot ist gelungen, interessant und ihr Charakter wird gut eingeführt. Auch Ben Affleck überzeugt als Bruce Wayne, auch wenn der Film es ihm sehr schwer macht. Die Charakterentwicklung von Lex Luthor dagegen ist genauso lächerlich wie das Schauspiel von Jesse Eisenberg, der stark an Heath Ledgers Joker erinnert und das nicht auf eine gute Weise.

Batman v Superman: Dawn of Justice ist das Gegenteil von Spaß. Man sieht dem Film sein gigantisches Budget an, er wirkt jederzeit hochwertig und teilweise durchaus ambitioniert. Es gibt wirklich einige gute Szenen und Actionsequenzen, die aber selten zueinanderfinden. Auf eine Szene voller Hass folgt ein witzig gemeinter Dialog. Auf Rettung und Erlösung folgen Tod und Verderben. Nichts in diesem Film ist wirklich von Bedeutung. Es gibt inhaltlich einfach zu viele Logiklöcher in der Handlung und der Figurentwicklung. Wem das egal ist oder wer die gleiche Freude an Mord wie Zack Snyder hat, wird vielleicht auch mit Batman v Superman glücklich.

2/5

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Quadrataugenrundenpodcast Folge 32

All dinosaurs feared the T-Rex!
Wir erzählen alle Witze aus Deadpool nach und einigen uns auf die besten Figuren aus Lost. Ob man Team Larson oder Team Ronan sein sollte und ob wir den Oscar als beste Selbstdarsteller erhalten, erfahrt ihr im Podcast.

Zeitangaben
0:00:00 – Intro
0:03:23 – Die großen Fünf (Lost Figuren)
0:10:56 – Zuletzt gesehen (Hail, Caesar! / Sicario / Brooklyn / Für immer Adaline / Raum / Der geilste Tag)
0:54:53 – News der Woche
1:13:13 – Deadpool
1:32:43 – Kann das nicht jemand anders machen? (True Romance / Exotica)
1:43:54 – Demnächst im Kino

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