Auswärtsfahrt #52

Listen, Rückblicke, Higlights. Zum Jahresende hat Sven für Outnow über An einem schönen Morgen, Causeway, Elvis, Everything Everywhere All at Once, Licorice Pizza, Out of the Blue, Poser, Scream 5 und X geschrieben. Und erstmals auch über zwei Serien.

Die besten Filme des Kinojahres 2022 aus Sicht der OutNow-Redaktion
Action-Spektakel, Indie-Dramen, Lachmuskelstrapazierer, Thrills und sogar Wurstfinger: Hier sind die unserer Meinung nach besten Filme, die 2022 in den Schweizer Kinos zu sehen waren.
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Ein königliches Jahr: Svens Lieblings-Kinofilme von 2022
Bestenlisten haben sich in den letzten Jahren durch den Streamingmarkt stark verändert. Nicht alle guten Filme laufen noch in den Schweizer Kinos, dabei kann man sie dort umso intensiver erleben.
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Es wird kontrovers! Die über- und unterbewertetsten Filme von 2022 aus Sicht der OutNow-Crew
Auch 2022 gingen die Meinungen innerhalb der OutNow-Redaktion auseinander. Es haben sich zwar jetzt alle wieder lieb, aber bei diesen Filmen wird man nicht mehr auf einen gemeinsamen Nenner kommen.
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Psst, unbedingt weitersagen: Die Film-Geheimtipps von 2022
Während Top Gun und Minions die Charts dominierten, ging leider auch vieles unter. Nun holen wir sie hervor und nennen die Filme, die ihr noch unbedingt nachholen oder auf dem Schirm halten müsst.
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Die magischen Filmmomente 2022 der OutNow-Redaktion
Das Kinojahr 2022 hatte wieder einige spezielle und besondere Momente zu bieten, an die wir uns noch Jahre später zurückerinnern werden. In diesem Bericht erzählen wir von diesen.
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Liebe auf den ersten Blick: Bester «First Watch» 2022
Auch 2022 haben wir uns wieder einige Filme angesehen, die nicht in diesem Jahr in die Kinos gekommen, sondern schon etwas älter sind. Das waren unsere persönlichen Highlights darunter.
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«Das will ich nie mehr sehen!» Die persönlichen Kinoenttäuschungen des Jahres 2022
Es soll vorkommen, dass wir nicht immer nur Meisterwerke auf der Leinwand sehen. Denn manchmal kann an einem Filmset auch vieles schieflaufen. Laut unseren Autoren war dies bei diesen Filmen der Fall.
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Von Schlitzern, Kannibalen und Wolken: Das waren unsere Grusel-Highlights von 2022
Auch 2022 haben wir einige Male gebibbert und die Hände aus Angst vor das Gesicht geschlagen. Bei den Filmen und Serien in dieser Liste war der Schrecken und der Grusel fast unaushaltbar.
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Vom Sternenkrieg bis zum Arbeitsplatzwahnsinn: Die Serien-Highlights 2022 der OutNow-Crew
Wir schauten in diesem Jahr nicht nur ganz viele Filme, sondern ab und zu auch ein paar Serien – und da hatte 2022 so einiges zu bieten, was wir euch ans Herz legen möchten.
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Filmjahr 2023 – Vorschau

Während gewisse Franchise bereits bis 2037 ihre Filme durchgeplant haben, gestaltet es sich bei den richtigen Filmen immer etwas schwieriger mit dem richtigen Veröffentlichungsjahr. So wartet man etwa bereits seit Jahren auf den neuen Malick-Film – ohne wirkliche Lebenszeichen – und erst nach den Herbstfestivals ist man wirklich schlauer.

Nach zweijähriger Abstinenz findet ihr in unserer Vorschau wieder zehn Kinofilme, auf die sich Sven in diesem Jahr besonders freut.

Babylon – Rausch der Ekstase
Serien sind Quatsch; und der Grund, warum wir so lange auf einen neuen Film von Damien Chazelle warten mussten. Das alte Hollywood als Sehnsuchtsort, moderne Stars verkörpern alte Sterne und musikalischen Jazzeinlagen dürfen natürlich auch nicht fehlen.

El Conde
Ich zähle mich zu den grössten Fans von Regisseur Pablo Larraín. Nach dem berühmtesten Dichter Chiles ist nun ihr schrecklichster Diktator an der Reihe. Augusto Pinochet als alternden Vampir, der die Lust am Leben verloren hat – eingefangen von Ed Lachman in stilsicherem Schwarz-Weiss.

Ferrari
Der alte Mann und sein rotes Rennauto. Michaels Mann Rückkehr zum Kino erzählt vom berühmtesten Rennstall der Welt, abseits der Formel 1. Adam Driver allein wäre schon interessant genug in der Hauptrolle, zumal er einen Enzo Ferrari verkörpert, der im Jahr 1957 bereits nicht mehr zu den Jüngsten zählte.

Infinity Pool
Mit Possessor gelang Brandon Cronenberg zuletzt das beste Körperhorror-Werk in der Familie. Grenzüberschreitend dürfte also auch der All-inclusive-Urlaub von Filmpaar Alexander Skarsgård und Mia Goth werden. Zumal Goth sich in den vergangenen Jahren schon als neue Scream-Queen etabliert hat.

Magic Mike’s Last Dance
Vom belächelten Frauenfilm zum Indiedarling. Steven Soderberghs Filmreihe über den titelgebenden Stripper Mike hat sich weg von den Erwartungen entwickelt. Es wird zwar getanzt und gestrippt, aber die Magie findet dabei nicht mehr nur hinter der Kamera statt.

Oppenheimer
„The man who moved the Earth.“
Eine Atombombenexplosion als Stunt, Cillian Murphy endlich in der Hauptrolle und die Tenet-Crew hinter der Kamera. Ein Biopic über den „amerikanischen Prometheus“ wäre wohl nicht die erste Idee für einen neuen Nolan-Film gewesen, Sinn macht sie aber allemal.

Passages
Franz Rogowski gefangen im Liebesdreieck zwischen Ben Whishaw und Adèle Exarchopoulos! Mit zumindest zwei französischsprachigen DarstellerInnen in Paris und Ira Sachs auf dem Regiestuhl dürfte für ausreichend Arthousekino gesorgt sein. Ausserdem trägt Rogowski ein Fischnetz-Shirt!

Das Purpursegel
Wunderschöne Historienliebesfilme mit einem stark linkspolitischen Einschlag gibt es bei Pietro Marcello. Als französischer Soldat kehrt Raphaël Thierry zurück in sein Dorf, um dort nur noch seine Tochter vorzufinden. Danach geht es Liebe, die Kunst und einen Piloten aus der grossen Welt.

Sanctuary
Margaret Qualley als Domina ist eventuell ein heimlicher Wunsch, von dem ich nur noch nichts wusste. Zudem sind Erotikthriller heutzutage ein zu Unrecht vergessenes Subgenre. Den (un)glücklichen Gegenpart in dem Kammerspiel übernimmt Christopher Abbott, auch bekannt als attraktive Version von Kit Harington.

Showing Up
Wenn Kelly Reichardt nicht gerade undankbare StudentInnen unterrichtet, dreht sie gerne Filme mit Michelle Williams. Als chaotische Skulpteurin bereitet diese sich auf eine neue Ausstellung vor. Natürlich geht es um das Leben als Künstlerin, aber Michelle Williams könnte ich den ganzen Tag beim Schauspiel zu sehen.

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Quadrataugenrundenpodcast Folge 58

Heute bei Zeitfalle Podcast: Sebastian und Sven teilen aus wie Neo, erklären dabei, warum wir eventuell in einer Computersimulation leben und ob Agent Smith diesen Podcast produziert hätte. Denn neben Pizza, Animationsfilmen und Peter Bogdanovich dreht sich alles um die Frage, ob Matrix Resurrections noch ein Actionfilm ist oder der grosse Liebesfilm unserer Zeit. Vielleicht bald der letzte Podcast auf der Erde.

Zeitangaben
0:00:00 – Intro & Begrüßung
0:01:20 – Quadrataugenrunden Gravity Award
0:08:18 – Zuletzt gesehen (Encanto / Licorice Pizza / True Story – Spiel um Macht / Paper Moon)
0:28:23 – Matrix Resurrections (2021)
0:58:24 – „Demnächst“ im Kino

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Auswärtsfahrt #51

Französisches Kino über Sinnsuche und Realitätsflucht.

Zero Fucks Given – Lebe den Tag, lebe das Leben (2021)
Dass die Freiheit über den Wolken grenzenlos sein muss, besang Reinhard Mey schon in den Siebzigerjahren. Ein Raum frei von Ängsten und Sorgen. Natürlich hätte damals niemand die Entwicklung vom stilvollen Reisemittel hin zum modernen Viehtransporter vorhersehen können. Ausbeuterbetriebe wie eine gewisse irische Fluglinie befinden sich im ständigen Preiskampf, dessen Druck letztendlich auch beim eigenen Personal ankommt.

Bei Wings werden die Stewards und Stewardessen ständig an ihre Verkaufsraten erinnert, müssen sich täglich gegenseitig bewerten und sogar ausspionieren, damit ja niemand gegen eine Regel verstösst. Die Sicherheit geht schliesslich vor im Luftverkehr, aber genauso wichtig wie eine sichere Landung ist eben auch verkauftes Parfüm aus dem Duty-free-Sortiment.
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Warten auf Bojangles (2021)
Rechnungen bezahlen, pünktlich Termine wahrnehmen und sich an alle gesellschaftlichen Regeln halten, der Alltagstrott kann manchmal sehr dröge sein. Wäre es nicht besser, jeden Abend eine Dinnerparty für seine guten Freunde und Freundinnen zu veranstalten, keine Steuererklärung auszufüllen und sämtliche Briefe von der Aussenwelt auf einem grossen Haufen neben der Tür zu lagern, wo sie niemandem etwas tun können?

Die Traumwelt von George und Camille in Warten auf Bojangles sieht auch auf den zweiten Blick sehr verlockend aus. Zwei schöne Menschen, die es erfolgreich geschafft haben, der Realität zu entfliehen und doch einige ihrer Fantasien zu materialisieren. Die ganz grosse Liebesgeschichte ist es dabei nur im Prolog im Jahr 1958. Auch die grössten Tagträumer müssen etwas Spontanität und Lust aufgeben, wenn ein Kind dazustösst. Der Fokus verschiebt sich damit hin zur Mutter-Kind-Beziehung, bei der George oft nur als stiller Manager am Seitenrand steht.
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Auswärtsfahrt #50

Zum Kinostart von Massive Talent wurde fleissig abgestimmt und Sven hat über drei seiner Lieblingsfilme mit Nicolas Cage geschrieben. Dazu gibt es noch eine aktuelle Kritik zum neuen Abenteuer von Conan Edogawa.

Best of Nicolas Cage: Die kleinen, aber ganz feinen Filme
Es müssen nicht immer Explosionen und Schiessereien sein. Cage hat in seiner Karriere auch in vielen Independent-Streifen mitgespielt, die mehr als nur sehenswert sind. Hier sind unsere Favoriten.
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Detektiv Conan – 25. Film: Die Halloween-Braut (2022)
Für Gosho Aoyamas kleinen Meisterdetektiv gab es zuletzt viel zu feiern. Nachdem vor Kurzem bereits der 100. Band der Mangareihe veröffentlicht wurde, folgt nun bereits der 25. Spielfilm. Vor allem in Japan locken die jährlich erscheinenden Leinwandabenteuer ein grosses Publikum an. Dabei folgen sie einer gewissen Formel, sind eigenständig und setzen durchaus andere Schwerpunkte als die gezeichnete Vorlage.

Statt klassischer Mordfälle, bei denen Conan mit Hinweisen und Hilfsmitteln die Erwachsenen auf den richtigen Täter bringt, konzentrieren sich die Spielfilme meist auf einen besonderen Ort oder ein Ereignis. The Bride of Halloween spielt natürlich in der letzten Woche im Oktober, konzentriert sich aber zugleich auf Tokios berühmtes Shibuya-Viertel. Passend zu Halloween verstecken sich gleich mehrere Personen hinter ihren Masken, und nicht nur der gesuchte Bombenleger.
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Auswärtsfahrt #49

Ein Heimatfilm von Paul Thomas Anderson und ein tierisches Abenteuer in New York.

Licorice Pizza (2021)
Filme, die nicht im San Fernando Valley spielen, bilden die Ausnahme in der Filmografie von Paul Thomas Anderson. Genau in diesem urbanisierten Tal vor den Toren von Los Angeles ist Anderson selbst in den Siebzigerjahren aufgewachsen. Nach Boogie Nights und Inherent Vice ist Licorice Pizza bereits der dritte Film, der Sehnsuchtsort und Sehnsuchtszeit vereint.

Das Erste, was wir sehen, ist Alana und wie sich ihre langen Beine über den Schulhof bewegen. Die Blicke von Gary, Kamera und Zuschauern werden hier auf die Protagonistin vereint. Was folgt, ist eine Begegnung in Bewegung. Lange Einstellungen, eine virtuose Kameraarbeit und superklare Dialoge geben einen Vorgeschmack auf den restlichen Film. So reichen schon wenige Szenen, um einen glaubhaften, intimen Flirt zwischen den beiden Hauptfiguren zu zeigen. Garys natürliches Selbstbewusstsein spiegelt sich in Alanas Nervosität wider und lässt den Altersunterschied zwischen den beiden verschwinden. Anderson dirigiert seine Hauptdarsteller, die beide ihr Filmdebüt geben, zur Höchstform.
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Clifford der große rote Hund (2021)
Clifford, der große rote Hund mag bei uns nicht die bekannteste Figur sein. Die Kinderbuchreihe von Norman Bridwell begleitet die Heranwachsenden in den USA allerdings schon seit den 1960er-Jahren. Während Clifford in den Büchern alle möglichen Abenteuer und Feiertage durchlebt, erzählt die Kinoadaption vom Kennenlernen von Emily und ihrem treuen Freund. Dabei ist Emily etwas älter und Clifford nicht ganz so gross wie ein Haus.

Clifford der große rote Hund ist im positiven Sinne ein harmloser Film. Keine der Figuren ist wirklich gefährlich oder böse, die heile Welt von Harlem erstrahlt im Hochglanzlook und selbst in den emotionalen Momenten passt man auf, dass man ja nicht zu weit geht. Wenige Tränen reichen schon, um Emily auf ihr Selbstfindungsabenteuer zu schicken.
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Auswärtsfahrt #48

Das Beste kommt zum Schluss. Zum Jahresende hat Sven über Ich bin dein Mensch, The French Dispatch, The Green Knight, Last Night in Soho, Malignant, The Night House, The Kid Detetective und Godzilla vs. Kong geschrieben.

Die besten Filme des Jahres 2021 aus Sicht der OutNow-Redaktion
Das Schweizer Kinojahr 2021 begann in diesem Jahr wegen des Lockdowns nicht etwa am 1. Januar, sondern erst am 19. April. Als würde man dann verlorene Zeit aufholen wollen, hauten die Schweizer Verleiher dann einen Film nach dem anderen raus. Zugegeben, es hat sich seit Ausbruch der Pandemie einiges aufgestaut, darunter James Bond – No Time to Die, Ghostbusters: Afterlife, Fast & Furious 9 und Free Guy. So kamen wir 2021 fast wöchentlich in den Genuss von Blockbustern, gegen welche die Independent-Produktionen einen schweren Stand hatten.

Auch wenn die grossen Filme am meisten Lärm machten, haben wir unsere Augen natürlich auch auf die kleineren Werke gerichtet, was sich nun bei unserer Top-20 bemerkbar macht. Hier führen Blockbuster mit Oscar-Preisträgern, WTF-Filmen und Arthouse-Hits eine friedliche Koexistienz.
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Jetzt wird es persönlich! Svens Lieblings-Kinofilme von 2021
2021 war ein gutes Jahr für Romantiker und Liebhaber von Rittergeschichten. Die Filme erzählen Geschichte(n) neu, dichten um und zeigen auf, welche Form der Nostalgie gefährlich wird.
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«Stimmt gar nöd!» Die über- und unterbewertetsten Filme von 2021
Es wird kontrovers! Auch 2021 gingen die Meinungen innerhalb der OutNow-Redaktion immer wieder auseinander. Kino-Fans, die «Spidey» und «Dune» schwach fanden, finden in diesem Artikel Gleichgesinnte.
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Darf man laut herumschreien: Die Film-Geheimtipps von 2021
Während James Bond und Spider-Man die Charts dominierten, ging leider auch vieles wieder unter. Doch nun holen wir sie hervor und nennen auch die Filme, die ihr noch unbedingt nachholen müsst.
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Die magischen Filmmomente 2021 der OutNow-Redaktion
Auch wenn das Kinojahr 2021 erneut wegen Corona verkürzt wurde, gab es trotzdem wieder jede Menge Momente, die uns daran erinnerten, was Filmerlebnisse vor einer Leinwand so besonders machen.
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Unsere persönlichen «Guilty Pleasures» von 2021
Es muss nicht immer die hohe Filmkunst sein, man kann auch bei wenig anspruchsvollen Sachen Glücksgefühle verspüren. Bei diesen Filmen und Serien ist es uns in diesem Jahr so ergangen.
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Zehn Jahre Quadrataugenrunde – Die besten fünf Filme

Wir feiern unser zehnjähriges Bestehen und blicken dabei zurück auf die filmischen Highlights der letzten Dekade. Jeder der beiden Quadrataugen nennt seine persönlichen Top 5 aus Filmen, die zwischen dem 6.10.2011 und dem 30.09.2021 ihren deutschen Kinostart hatten.

Svens Top 5

1. Der seidene Faden (2017) – R: Paul Thomas Anderson
Machtstrukturen in einer Beziehung können so einfach sein: Der eine sehnt sich nach einer Auszeit, der andere vergiftet sein Essen. Und Charakterdarsteller Daniel Day-Lewis spielt hier einen äußerst hungrigen Jungen. Einen Künstler und Machtmenschen, der erst in der Aufgabe der Kontrolle seinen Wohlfühlpunkt findet. Der Film ist nicht nur ein krönender und bittersüsser Abschied von Day-Lewis, sondern auch der nächste Schritt in Paul Thomas Andersons Karriere zu einem der ganz Großen in Amerikas Filmgeschichte.

2. Mad Max: Fury Road (2015) – R: George Miller
War es letztendlich nur ein Strohfeuer im Blockbustergenre oder ist Mad Max: Fury Road immer noch ein Leuchtfeuer, wenn man nur hinsieht? George Millers Wüstenwunder hat nämlich nichts von seiner Kraft und Intensität eingebüßt. Inhaltlich nähren wir uns der Dystopie sogar Stück für Stück an, auch wenn es für den V8-Motor schlecht aussieht. Im Kampf gegen die eigene Ausbeutung gibt es nur die Flucht nach vorne. Und einen schnaufenden Tom Hardy kann man auch noch bestaunen in der Postapokalypse.

3. Carol (2015) – R: Todd Haynes
Carol ist mit der Zeit gewachsen. Natürlich als Weihnachtsfilm, denn am 21. Dezember besucht Therese Carol Aird zu Hause, aber vor allem als Liebesfilm. Nicht etwa, weil es eine verbotene Liebe in einer vergangenen Zeitepoche ist, sondern weil es die erste große Liebe ist. Die, die so richtig wehtut. Ich schmelze immer noch dahin, wenn Therese von ihren Silvesternächten allein in der Menge erzählt. Es folgen bittere Tränen und ein gebrochenes Herz, dass vom Körper abgestoßen werden will. Carter Burwells Score ist für die Ewigkeit, genau wie meine Bewunderung für Rooney Mara.

4. Der schwarze Diamant (2019) – R: Benny Safdie & Josh Safdie
Mein Faible für New Hollywood und die USA ist grösser als das für Adam Sandler. Aber die Tendenz kippt in den letzten Jahren immer ein Stück weiter zum Sandman. Howard Radner ist ein tragischer Verlierer und mitten drin im amerikanischen Traum – nur noch eine weitere Chance vom großen Gewinn entfernt. Doch er sieht seinen Untergang als Einziger nicht kommen. Uncut Gems hetzt durch seine 130 Minuten wie Sandler dem titelgebenden Diamanten hinterher. Ein intensives Werk, das sich mit seinem kalten Realismus schmückt. In den Strassen von Manhattan gibt es kein Mitleid.

5. Drive (2011) – R: Nicolas Winding Refn
Schweigsam bewegt der namenlose Fahrer sein Auto durch die Straßenschluchten von Los Angeles. Böse Zungen behaupten, es sei die perfekte Rolle für Ryan Gosling. Und das ist sie tatsächlich, doch nicht aufgrund fehlender Ausstrahlung. Regissseur Nicolas Winding Refn spielt gekonnt mit Goslings Image, um seine Anti-Heldengeschichte zu inszenieren. Denn der strahlende Held im Scheinwerferlicht ist letztendlich nur ein weiterer Mann der Gewalt. Ein Hai im Schafspelz. Seine Sehnsucht nach Romantik und ein letztes bisschen Mitgefühl sind es, was ihn von den anderen Männern unterscheidet. Die ikonische Skorpion-Jacke und die Musik von Cliff Martinez allein hätten wohl nicht gereicht, um aus Drive einen modernen Klassiker zu machen.

Sebastians Top 5

1. Manchester by the Sea (2016) – R: Kenneth Lonergan
Es gibt Filme, die einen berühren und nicht mit einem guten Gefühl aus dem Kino lassen. Zu dieser Kategorie gehört Manchester by the Sea. Von der ersten Minute an leidet man mit den Figuren mit. Man kann den Schmerz des Verlustes nachempfinden. Cassey Affleck – der bessere Affleck- und Michelle Williams spielen dabei grandios. Der Film ist düster, er ist traurig und er ist einfach etwas Besonderes. Und dafür liebe ich ihn.

2. The Raid (2011) – R: Gareth Evans
Für mich ist The Raid der perfekte Martial-Arts-Film. Die Kämpfe sind realistisch und genial inszeniert. Bei jedem Schlag spürt man die Wucht, so eine gute Choreografie hat es selten gegeben. Dazu kommt ein passendes Setting in einem Hochhaus, in dem es wie in einem Computerspiel von Level zu Level nach oben geht. Die Geschichte ist relativ einfach gehalten, aber dennoch spannend. Sie konzentriert sich auf das Wesentliche. Es soll eben um die Kämpfe gehen. Mir bleibt dazu nur noch eins zu sagen: Jackie Chan gefällt das.

3. Spider-Man: A New Universe (2018) – R: Bob Persichetti, Peter Ramsey & Rodney Rothman
Nun gab es im letzten Jahrzehnt sehr viele Superhelden-Filme. Manche waren solide, die meisten aber eher schwach. Klar ist es verwunderlich, dass so ein Film in meine Top 5 kommt, aber Spider-Man: A New Universe macht es eben anders. Er erzählt eine Origin-Geschichte, die spannend, emotional und einfach spaßig ist. Für mich ist es der beste Film des Wandkrabblers, auch wenn er „nur“ animiert wurde.

4. Edge of Tomorrow (2014) – R: Doug Liman
Und täglich grüßt das Alien. Edge of Tomorrow schießt genau in dieses Genre und macht es dabei so vortrefflich, dass ich mir den Film immer wieder angucken möchte. Die Geschichte bleibt dem Grundthema immer recht nah, wirkt dabei aber dennoch frisch und unverbraucht. Starke Action, das Zusammenspiel von Emily Blunt und Tom Cruise und die toll designten Aliens machen es zu einem der besten Vertreter des Genres und vielleicht zu einem der besten Actionfilme der letzten zehn Jahre.

5. Ich und Earl und das Mädchen (2015) – R: Alfonso Gomez-Rejon
Manche Filme bleiben einem für immer im Kopf. Manche bringen einem zum Lachen, manche bringen einem zum Weinen und manche sind einfach sympathisch. Auf Ich und Earl und das Mädchen trifft alles davon zu. Man lacht, weint und hofft mit den Figuren, dass das scheinbar Unausweichliche doch noch irgendwie abgewendet werden kann. Der Film umschifft dabei peinliche Situationen so charmant, dass es schon wieder lustig ist. Der hervorragende Soundtrack unterstreicht dabei zu jeder Zeit die Stimmung des Films. Meiner Meinung nach der stärkste Beitrag unter den ganzen Das Schicksal ist ein mieser Verräter-Vertretern.

Weitere Artikel zu Zehn Jahre Quadrataugenrunde:
Quadrataugenrundenpodcast Folge 1 Remastered

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Quadrataugenrundenpodcast Folge 1 Remastered

Wir feiern in diesem Monat zehn Jahre Quadrataugenrunde. Und auch wenn es zuletzt etwas still wurde, wollen wir diesen runden Geburtstag mit ein bisschen Content zelebrieren.
Den Auftakt macht eine überarbeitete Version unserer allerersten Podcastfolge aus dem Januar 2014. Aufgenommen auf Sebastians legendärer Couch und mit simpelster Technik.
Da die alten Folgen zurzeit nicht im Feed angeboten werden, haben wir unseren Introsprecher Clemens gebeten, seine historischen Worte von damals zu wiederholen. Ein spannendes Zeitdokument, neu verpackt.

Zeitangaben
0:00:00 – Einleitung von Sven
0:00:41 – Intro & Begrüßung
0:01:29 – News der Woche
0:04:28 – Zuletzt gesehen (Captain Phillips / Ponyo – Das grosse Abenteuer am Meer)
0:08:11 – The Wolf of Wall Street (2013)
0:15:01 – Die großen Fünf (Schauspieler, die wir nicht mögen)
0:28:25 – Gewinnspiel

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Auswärtsfahrt #47

Clint Eastwood und Michelle Pfeiffer auf Abschiedstour in fremden Ländern.

French Exit (2020)
Während andere im Alter noch einmal einen neuen Lebensabschnitt beginnen, um eine inspirierende Eat Pray Love-Erfahrung zu machen, ist Frances tatsächlich nur noch auf der Suche nach dem Ausgang. In einer Szene wird sie auf ihren Mut für einen zweiten Akt im Leben angesprochen. Es sei bereits der ausklingende dritte Akt, antwortet sie mit einem überspielten Lächeln. Ihre Pläne und Ideen von der Welt behält Frances für sich. Michelle Pfeiffer spielt die nicht mehr ganz so reiche Witwe mit viel Intensität. Sie ist eine unnahbare Figur, fast schon angsteinflössend in ihrer Dominanz gegenüber Fremden. Es wirkt tatsächlich, als sei der New Yorker Adel zu Gast in Paris.
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Cry Macho (2021)
In den letzten Jahren war Clint Eastwoods Platz hinter der Kamera. Seine Auftritte auf der Leinwand kann man an einer Hand abzählen. Mit dem Alter ist dort aus dem harten Westernhelden eine weiche Vaterfigur geworden. Cry Macho mag zwar eine Romanadaption sein, Eastwoods Karriere spiegelt sich aber ebenso in dem Film wider.

Ohne die Einblendung einer Jahreszahl wäre man wohl aufgeschmissen. Eastwoods Figur fährt ein Auto, welches fast genauso alt ist wie er selbst. Aus dem Radio erklingt Cowboymusik über die verlustreiche Vergangenheit und hinter den Bergen scheint die Sonne auf das weite Land. Mikes Schicksal wird nicht weiter vertief, es reicht, dass das Trauma erwähnt wird. Und so richtig geht es in Cry Macho nie um echte Menschen. Es geht um Ideen, in denen sich die Menschen wiederfinden können. Eben ganz so wie in einem Countrysong.
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