Auswärtsfahrt #19

Eine Rachegeschichte im Herzen von Kolumbien und Clint Eastwoods Sonderexpress nach Paris.

Killing Jesus – Matar a Jesús (2017)
Für ihr Kinodebüt kehrt Regisseurin Laura Mora Ortega an jenen Ort zurück, an dem 2002 ihr Vater ermordet wurde. Die Millionenmetropole Medellín ist längst nicht mehr die Stadt von Drogenbaron Pablo Escobar, Kriminalität und Armut gibt es dort aber immer noch.

Killing Jesus will mehr erzählen als die einfache Geschichte von Opfer und Täter. Die intimen Szenen zwischen Paula und Jesús gehören zu den Höhepunkten des Films. Hier wird aus dem Auftragskiller ein Mensch, der auf seine Art auch ein Opfer des organisierten Verbrechens ist. Paulas Annäherung an ihn ist geprägt von einer Mischung aus Angst und Zorn, aber interessant ist ihr innerer Konflikt zu selten. Es fehlt dem Film an Sympathie für seine Hauptfigur und an normalen Interaktionen, die ihr Verhalten in Relation setzen. Natasha Jaramillo gelingt es als Laiendarstellerin nicht, den Film auf ihren Schultern zu tragen.
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The 15:17 to Paris (2018)
Clint Eastwood erzählt Geschichten über Amerika – ein in weiten Teilen immer noch tief religiöses Land, dass eine enge Verbindung zu seinem Militär pflegt. Es sind auch diese beiden grossen Themen, die Eastwood in der Spätphase seiner Regiekarriere beschäftigen. Anhand von wahren Geschichten und echten Menschen zeigt er uns sein Verständnis von Heldentum. Nun gibt es viele Biografien über berühmte Persönlichkeiten und fast alle zeigen uns bekannte Schauspieler in den Hauptrollen. Eastwood geht in seinem The 15:17 to Paris aber noch einen Schritt weiter und zeigt uns die echten Personen in einer Dramatisierung ihres eigenen Lebens.

Schon mit dem ersten Voice-over zu Beginn des Films wird klar, dass an Spencer Stone kein Schauspieler verloren gegangen ist. Der betonungslose Monolog klärt über die Freundschaft der drei Hauptfiguren auf und schickt uns zurück in ihre Kindheit. Hier führen enttäuschte Lehrer Gespräche mit enttäuschten Müttern über Gott und ihre Kinder. Es sind typische Schulsituationen, die vor allem die kurze Aufmerksamkeitsspanne der Protagonisten und ihre Vorliebe für das Militär behandeln. Nicht etwa den Mangel an Vaterfiguren oder das Kindsein an sich. Zumindest hält der Film hier dank der Kinderdarsteller und Judy Greer als Mutter noch einen gewissen filmischen Standard.
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Auswärtsfahrt #18

Sven war zu Gast im populären Longtake Podcast und hat dort mit dem Host und Filmkritiker Lucas Barwenczik (@Kinomensch) über The Florida Project von Sean Baker gesprochen. Ein Genuss für die Ohren!

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Longtake.de

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Quadrataugenrundenpodcast Folge 51

Was passiert, wenn man mit Mexikanern unterwegs ist?
Während Sebastian das Hailife lebt, schwärmt Sven vom Hause Woodcock und Sacramento. Für unser überarbeitetes Format haben wir uns gleich zwei Filme von Oscarregisseur Guillermo del Toro ausgesucht und werden dabei ungewollt kritisch. Ob wir uns auch in einen Amphibienmenschen verliebt hätten und wie bösartig Michael Shannon ist, erfahrt ihr im Podcast.

Zeitangaben
0:00:00 – Intro & Begrüßung
0:02:22 – Zuletzt gesehen (47 Meters Down / Der seidene Faden / Better Watch Out / Lady Bird)
0:27:57 – Shape of Water – Das Flüstern des Wassers (2017)
0:43:32 – Blade II (2002)
0:55:12 – Demnächst im Kino & Verabschiedung

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Quadrataugenrundenpodcast Folge 50

Der eine mag George Lucas, der andere J.J. Abrams, aber wer mag eigentlich The Last Jedi?
Wesentlich beliebter als Star Wars sind die in dieser Folge unter anderem Steven Spielberg, Martin McDonagh, Giorgos Lanthimos, Xavier Dolan und Sergio Leone.
Außerdem haben Sven und Sebastian dank James Franco eine neue Chance, sich um Kopf und Kragen zu reden. Und als wäre das noch nicht schlimm genug, schwärmen die beiden auch noch von Oscarpreisträger Kevin Spacey.

Zeitangaben
0:00:00 – Intro
0:01:56 – Zuletzt gesehen (Killing of a Sacred Deer / Bright / Wonderstruck / The Great Wall / Die Verlegerin / Three Billboards Outside Ebbing, Missouri)
0:31:50 – News der Woche
0:48:05 – Still Movies (American Beauty)
0:58:55 – Star Wars: Die letzten Jedi (Spoilertalk)
1:24:36 – Die großen Fünf (Deutschen Filme)
1:34:21 – Kann das nicht jemand anders machen? (Mommy / Spiel mir das Lied vom Tod)
1:46:06 – Demnächst im Kino

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Auswärtsfahrt #17

Der Start ins neue Kinojahr gelingt mit einem charmanten Familiendrama und einem außergewöhnlichen Spielberg Film.

Wunder (2017)
Dank der erfolgreichen Romanadaption Vielleicht lieber morgen verbinden Filmfans den Namen Stephen Chbosky vor allem mit gefühlvollen Geschichten über das Erwachsenwerden. Wie gut, dass sein neues Werk ebenfalls auf einem amerikanischen Beststeller basiert und es auch in R.J. Palacios „Wonder“ um einen Jungen geht, der isoliert von der Aussenwelt zu leben scheint.

Im Zentrum der Familie Pullman steht Auggie, und eigentlich ist er ganz normaler Zehnjähriger. In seinem Zimmer entdecken wir einige Hinweise für seine Vorliebe für das Weltall, und natürlich, wie könnte es anders sein, jede Menge Star-Wars-Spielzeug. Nur ein Gegenstand im Haus gibt Auskunft über Auggies bewegte Vergangenheit: Wie Trophäen hängen an einer Tafel sämtliche Armbänder der unzähligen Krankenhausaufenthalte. Selbst in den Rückblenden behält der Film seine durchwegs positive Grundeinstellung.
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Die Verlegerin (2017)
Es ist ein scharfer Blick, den Regisseur Steven Spielberg mit seinen Spätwerken auf Amerika wirft. Während bei ihm früher die Familie und das Vorstadtleben im Vordergrund standen, es ist jetzt die amerikanische Verfassung. Nach Lincoln und Bridge of Spies geht es in Die Verlegerin um nichts Geringeres als um die Verteidigung der Pressefreiheit. Ein leider hochaktuelles Thema, für das Spielberg seine Wohlfühlzone verlassen muss.

Die Siebzigerjahre scheinen ein graues Jahrzehnt gewesen zu sein. Fahles Licht scheint auf die blassen Männer in den Redaktionsräumen, und die Bilder sehen körnig genug aus, um dem Zuschauer die Illusion der Vergangenheit zu geben. Während Spielberg bei der Eröffnungsszene vor allem mit dem Schauplatz überrascht, sind es die kleinen Räume, in denen er sein ganzes handwerkliches Können zeigt. Hier ist die Kamera ständig in Bewegung, mit leichten Schwenks und Zooms tanzt er leichtfüssig um seine Schauspieler. Immer wieder fängt Spielberg kleine Details ein, sei es ein Autospiegel oder ein Teil der Druckerpresse. Dazu kommen Montagen, in denen der Zeitungsbetrieb sich in eine gut geölte Maschine verwandelt, deren Abläufe beabsichtigt an das Militär erinnern. Es ist schliesslich ein Kampf, der hier ausgetragen wird.
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Quadrataugenrundenpodcast Spezialfolge 6

Der große Jahresrückblick im Audioformat. Wir sprechen über unser Filmjahr 2017 mit allen Highlights und Enttäuschungen. Mit jeder Menge Filme, die man gesehen haben sollte und am Ende gibt es dann auch noch einen Ausblick auf 2018. Dieses Jahr wieder mit Serien!

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Zeitangaben
0:00:00 – Intro
0:07:52 – 5. Plätze
0:17:14 – 4. Plätze
0:28:23 – 3. Plätze
0:36:39 – 2. Plätze
0:55:43 – 1. Plätze
0:58:58 – Quadrataugenrunden Gravity Award 2017
1:02:11 – Serien
1:14:54 – Vorschau 2018

Weitere Artikel zum Filmjahr 2017:
Rückblick – Svens Top 15
Rückblick – Top 5
Vorschau – Top 10

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Filmjahr 2018 – Vorschau – Top 10

2018 sehen wir das Ende der Avengers! Natürlich nicht wirklich, denn weder Thanos noch andere Studios können die Rächer der Kinokassen stoppen. Da Wes Anderson nicht der einzige unserer Lieblingsregisseure ist, der einen neuen Film in die Kinos bringt, stellt sich unsere Vorschau quasi von alleine auf. Wie jedes Jahr findet ihr in unserer Vorschau je zehn Kinofilme, die wir uns auf jeden Fall ansehen werden.

Worauf freut ihr euch am meisten?

Svens Top 10

First Man
Ein kleiner Schritt für Damien Chazelle, ein großer Schritt für die Menschheit. Mit dem Biopic über den Astronauten und Moonwalker Neil Armstrong entfernt sich der selbst ernannte Erlöser des Kinos zwar vom Jazz, nicht aber von Ryan Gosling. Dabei wird es den Perfektionisten Chazelle wahrscheinlich wurmen, dass er nicht am Originalschauplatz Mare Tranquillitatis drehen konnte. Wahrscheinlich werden wieder 600 Millionen Menschen das Apollo-Programm auf der großen Leinwand verfolgen. Nicht nur etwas für Astrologen!

Isle of Dogs – Ataris Reise
In der nahen Zukunft wurden alle Hunde aus Megasaki City auf die abgelegene Insel Trash Island verbannt. Auf der Suche nach seinem Hund Spot begibt sich der junge Atari Kobayashi auf ein gefährliches Abenteuer. Dabei erhält er Unterstützung von den fünf Hunden Chief, Rex, Boss, Duke und King – natürlich gesprochen von den üblichen Verdächtigen wie Edward Norton und Bill Murray. Der zweite Stop-Motion-Film von Wes Anderson.

Lady Bird
Seit sich Greta Gerwig in mein Herz getanzt hat, hat sie dort einen festen Platz. Ihr halbautobiografisches Regiedebüt erzählt vom Erwachsenwerden der Schülerin Christine „Lady Bird“ McPherson. Nicht nur dank Saoirse Ronan in der Hauptrolle ein aussichtsreicher Kandidat für die Award Season.

Maria Magdalena
Jesus Christ Superstar! Er verwandelt Wasser in Wein, heilt Blinde und hebt sich seinen größten Trick für das Ende auf. An seiner Seite ist Maria Magdalena, gespielt von der atemberaubenden Rooney Mara. Eine ernsthafte Betrachtung der Zauberkräfte vom Sohn Gottes finde ich genauso reizvoll wie ein Roadtrip von J.C. und der Gang.

The Death and Life of John F. Donovan
2017 war das Jahr, in dem ich Xavier Dolan für mich entdeckte. In diesem Jahr bekommen wir seinen ersten englischsprachigen Film zu hören. Vor der Kamera sehen wir leider weder Dolan selbst noch seine Stammschauspieler. Dafür bekommt man mit Natalie Portman, Jessica Chastain und Jacob Tremblay erstklassigen Ersatz aus Hollywood.

The Disaster Artist
Die Komödie über den angeblich schlechtesten Film aller Zeiten (The Room) verhalf dem mysteriösen Vampir Tommy Wiseau zu spätem Ruhm. Arbeitsbiene James Franco führte nicht nur Regie, sondern wagte sich auch an die Kunstfigur Wiseau heran. Die ideale Vorlage für sein Overacting. Anyway, how is your sex life?

The House That Jack Built
In den Häusern, die Lars von Trier baut, wohnen normalerweise Psychiater, Depressionen und Charlotte Gainsbourg. In seinem neusten lebensbejahenden Werk geht es um den Serienmörder Jack, gespielt von Matt Dillon, der in den Siebzigerjahren in Washington State sein Unwesen treibt. Laut von Trier soll das Leben als etwas Böses und Seelenloses dargestellt werden. Allerdings ohne Charlotte Gainsbourg.

The Man Who Killed Don Quixote
Fast zwanzig Jahre lang musste Altmeister Terry Gilliam für sein Herzensprojekt gegen Hollywoods Windmühlen anrennen. Mit Jonathan Pryce als Don Quixote und Adam Driver als Toby ist ein Kinostart in diesem Jahr mehr als realistisch. Ritterfans satteln schon mal Rosinante und freuen sich auf dieses bizarre Fantasyabenteuer.

Under the Silver Lake
Ein Neo-Noir-Krimi von David Robert Mitchell (It Follows)? Andrew Garfield in der Hauptrolle? Und wie steht der Tod eines Milliardärs in Verbindung mit den Hundemorden und der Musikszene in Los Angeles? Allzu viel ist noch nicht bekannt über den Film, aber der Drehstart war im Oktober und ein Verleih hat sich auch schon gefunden.

Wonderstruck
Der letzte Film von Regisseur Todd Haynes war Carol, einer der schönsten Liebesfilme aller Zeiten. Mit Wonderstruck verfilmt der Amerikaner den gleichnamigen Jugendroman über zwei gehörlose Kinder, zwischen deren Geschichten ganze 50 Jahren liegen. Julianne Moore und Michelle Williams sorgen für das Starpotenzial an der Seite der Kinderdarsteller. Und natürlich sind auch Komponist Carter Burwell und Kameramann Edward Lachman wieder mit an Bord.

Sebastians Top 10

Auslöschung
Alex Garland hat mit Ex Machina 2014 sein Regiedebüt gegeben und konnte gleich mit seinem Erstling überzeugen. Mit Natalie Portman konnte er auch eine meiner Lieblingsschauspielerinnen für sein neues Projekt gewinnen. Auslöschung erscheint bei uns direkt bei Netflix, da dem Filmstudio die Geschichte zu anspruchsvoll für das gemeine Kinopublikum war und der Produzent den Film dennoch nicht ändern wollte. Hoffen wir, dass dadurch ein intelligentes Abenteuer-Drama erscheinen darf, dass sonst so nie ins Kino gekommen wäre.

Deadpool 2
„Wenn dein linkes Bein Weihnachten ist und dein rechtes Bein Neujahr, darf ich dann zwischen den Feiertagen reinschauen?“
Diesen Humor hat uns Deadpool 2016 ins Kino gebracht. Brachialer, schwarzer, unzensierter Humor und das in Dauerschleife. Im zweiten Teil verkörpert wieder Ryan Reynolds den durchgedrehten Antihelden. Ich erhoffe mir von der Fortsetzung wieder diesen derben Humor und eine etwas eigenständigere Geschichte, in der nicht die typischen Superhelden-Klischees abgearbeitet werden.

First Man
Mr. Oneface Gosling spielt in Mr. La La Chazelles Film den Astronauten Neil Armstrong, der als erster Mensch den Mond betrat. Dabei wird sich zeigen, ob Chazelle auch ohne einen Musikplot eine gute Geschichte erzählen kann. Ich bin gespannt und freue mich die Mondlandung.

Isle of Dogs – Ataris Reise
Der erste Film, den ich von Wes Anderson gesehen habe, war Moonrise Kingdom, der mich sofort verzaubert hat. Wes besitzt wie kaum ein anderer Regisseur die Fähigkeit durch seine Inszenierung im Kino magische Moment zu erzeugen. Ob es die Figuren, die Bilder, die Geschichte oder die Kamera sind alles ist im Einklang. Isle of Dogs wurde in Stop-Motion-Technik gedreht und handelt von der Reise eines Jungen, der seinen Hund sucht. Ich freue mich auf den Film, da er ein wundervolles Kinoerlebnis verspricht.

Shape of Water – Das Flüstern des Wassers
Mir gefallen die meisten Filme von Guillermo del „Totoro“, weil sie schöne Geschichten erzählen und dabei dennoch düster und mystisch sind. Auch Shape of Water scheint in diese Kerbe zu schlagen. Schöne Bilder, ein toller Cast und natürlich auch die zwei Golden Globes für Beste Regie und Beste Filmmusik versprechen hier wieder einen tollen Film von del Toro.

The Disaster Artist
The Disaster Artist ist eine Hommage an den Film The Room von 2003. James Franco nimmt dort auf satirische Art die Entstehung dieser Produktion, die sehr schlecht verlief und den Regisseur mehrere Male zu überfordern schien, auseinander. Da ich immer über Franco lachen kann und die Kritiken wirklich vielversprechend sind, ist es ein heißer Kandidat für die Komödie des Jahres. Vorher muss ich dann aber wohl noch das Original gucken.

The Florida Project
The Florida Project ist der erste Film von Sean Baker, der mir wirklich ins Auge fiel. Es geht um die Geschichte eines kleinen Mädchens und ihrer Mutter, die abseits des Disney World Parks in Florida leben. Die Wertungen sind überaus überzeugend, sodass ich davon ausgehe, dass Baker ein sehr gutes Drama gedreht hat.

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Martin McDonagh hat schon mit Brügge sehen… und sterben? sein Händchen für den schwarzen Humor bewiesen. Mit dem bereits mehrfach ausgezeichneten Drama Three Billboards Outside Ebbing, Missouri schafft er es hoffentlich wieder, das Publikum mit seinem eigenwilligen Humor zu begeistern. Ob der Film die Lorbeeren verdient hat, wird sich zeigen. Ich freue mich jedenfalls auf Three Billboards.

Venom
Ach komm, ein Superheldenfilm muss doch sein. Na gut, eher ein Superbösewichtfilm. Auf den Internetseiten erfährt man über die Geschichte bis jetzt nur so viel: „This plot is unknown“. Aber Tom Hardy, Michelle Williams, die Genres Action, Horror, Sci-Fi und vor allem Ruben Fleischer, der für Zombieland verantwortlich war, machen mich sehr neugierig. Vielleicht wird Venom ein anderer Superheldenfilm und verläuft nicht nach den Standardmustern.

Wunder
Mit Wunder führt Steven Chbosky bei seinem zweiten Film nach Vielleicht lieber Morgen Regie. Diesmal durfte er nicht seine eigene Buchvorlage verfilmen, sondern sollte sich die gleichnamige Vorlage von R.J. Palacio vornehmen. Wenn er genauso viel Liebe in diese Verfilmung gesteckt hat, wie in sein erstes Werk, werden wir hier eine wundervolle Familiengeschichte erleben.

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Auswärtsfahrt #16

Der Abschied der Barden Bellas und ein Jahresrückblick, bei dem Sven noch einmal über La La Land schreiben durfte.

Pitch Perfect 3 (2017)
Um die Universität endgültig hinter sich zu lassen, zieht es die Barden Bellas diesmal komplett nach Europa. Wirklich europäisch wird es im Film allerdings nicht, die Action spielt sich eher auf der Bühne ab als in Strassen von Südfrankreich. Im finalen Teil der Reihe darf Trish Sie (Step Up: All In) die Rolle der Chorleiterin übernehmen, mit dem Ziel, die Bellas in ihr Erwachsenenleben zu entlassen.

Die Geschichte konzentriert sich vor allem auf Becca und Amy, wobei Unzufriedenheit im Job und Vaterkomplexe auch die anderen Mitglieder der Gruppe beschäftigten. Vom kurzen Flirt bis zur Schwangerschaft bekommt fast jede Bella ihre kleine Nebengeschichte. Wirklich interessant wird es inhaltlich aber selten. Es sind einfach zu viele Figuren, die ihren Teil von den kurzen 93 Minuten Film haben wollen. Dementsprechend kleiner ist auch der musikalische Teil im Film. Mashups hört man nur noch im Riff-off-Wettbewerb. Bei den grossen Bühnenshows setzt man eher auf das konventionelle Feuerwerk als auf das Musikalische. Zumindest bei der Songauswahl hat man mit Sia und Britney Spears die richtigen Vorlagen gewählt. Die anderen Bands sorgen zudem für eine angenehme Genrevielfalt.
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And the winner is… – Die Top-11 Filme 2017 der OutNow-Redaktion
Wir geben es ganz offen zu: Als es redaktionsweit an die Wahl des besten Filmes 2017 ging, hätten wir wohl alle einen anderen Gewinner erwartet. Blade Runner 2049, Baby Driver, The Last Jedi oder La la Land waren im Vorfeld die Filme gewesen, auf die wettbegeisterte Redaktionsmitglieder getippt hätten.
Vollständiger Text

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Filmjahr 2017 – Rückblick – Top 5

Werde auch Du ein Teil der Walt Disney Company, bevor es zu spät ist! Während ein Studio den Markt dominiert, werden selbst bei den Bay’schen Spielzeugfilmen die Zweifel des Kinozuschauers größer. Aber abseits der, trotz 3-D-Brille, eindimensionalen Blockbuster lebt das Kino in seiner ganzen Vielfalt.

Wie im letzten Jahr gibt es von jedem Quadrataugenrundenmitglied seine persönliche Top 5. Da Filme nicht überall zeitgleich erscheinen, orientieren wir uns für den Rückblick zeitlich an den deutschen Kinostarts, wollen Festivalbesuche aber nicht ausschließen.

Was waren eure Highlights? Schreibt es uns in den Kommentaren oder schickt uns eine Postkarte.

Sebastians Top 5

1. Manchester by the Sea
Manchester by the Sea ist für mich der deprimierendste Film, der jemals auf der Leinwand erstrahlen durfte. Er will nie glücklich machen. Er will einfach nur seine traurige Geschichte erzählen. Dabei brilliert Casey Affleck in der Rolle des trauernden Vaters wie kaum ein anderer. Ich mochte die Stimmung des Films und das er in einem kurzen beiläufigen Moment lustig erscheint, einem aber im nächsten Moment sofort wieder in die Realität reißt und die tragischen Erlebnisse der jungen Familie vor Augen hält.

2. Dunkirk
Zwischen dem 26. Mai und dem 4. Juni 1940 drängte die Wehrmacht die Alliierten zurück bis zum Strand von Dünnkirchen. Dort eingekesselt wurden sie bombardiert und beschossen. Christopher Nolan hat aus diesem historischen Ereignis seinen neusten Film gemacht. Dabei überzeugt er wie immer mit echten Schauplätzen und wenig CGI. Das Ganze wird durch den Einsatz verschiedener Zeitebenen etwas anspruchsvoller gestaltet, sodass der Zuschauer auch, wie für Nolan typisch, zum Mitdenken angeregt wird. Für mich bleibt Christopher Nolan der beste Regisseur, wenn es darum geht, Anspruch und Mainstream in einem Film perfekt zu kombinieren. Er schafft es, ohne viel Action einen dennoch spannenden Film zu erschaffen.

3. La La Land
Musikfilme gehören nicht unbedingt zu meinen Favoriten. La La Land hat aber Stärken, wo andere Filme dieses Genres versagen. Damien Chazelle schafft einen guten Kompromiss zwischen Musical und normalem Film. Es ist immer genau der Punkt, an dem mich die Lieder stören könnten, an dem es zum normalen Film wechselt. Das Zusammenspiel zwischen Emma Stone und Ryan Gosling ist dazu sympathisch und glaubwürdig. Das Ende ist unkonventionell, aber genau das war das tolle dran. Die Lieder bleiben auch nach dem Abspann im Ohr.

4. Ghost in the Shell
Scarlett Johansson geht immer. Punkt. Dazu eine futuristische Welt mit einer interessanten Geschichte, so leicht ist ein toller Film gemacht. Ghost in the Shell schafft es, mit beeindruckenden Bildern die meiste Zeit die Hollywoodfesseln abzulegen. Leider eben nur die meiste Zeit, denn der Film verstrickt sich dennoch zu oft in die Standarderzählweise eines Marvel-Blockbusters. Was bleibt, ist eine tolle Johansson und starke Bilder. Ich hoffe, dass wir noch eine Fortsetzung bekommen werden.

5. The Discovery
Was wäre, wenn das nächste Leben ein viel besseres wäre, als das jetzige? Dieser Frage geht The Discovery nach. Gibt es ein Leben nach dem Tod? Gibt es parallele Universen? Die spannende und gut durchdachte Geschichte erklärt dem Zuschauer auf sehr schlüssige Art und Weise Déjà-vus, sodass The Discovery der erste richtig gute Netflixfilm ist. Die vielen interessante Ansätze lassen einen auch nach dem Abspann noch über die Thematik nachdenken. Für mich einer der besten Mysterythriller der letzten Jahre.

Svens Top 5

1. Jackie
„Don’t let it be forgot, that once there was a spot, for one brief shining moment, that was known as Camelot.“
Pablo Larraíns Film ist eine einzige Beerdigung. Jackie ist gefangen zwischen der eigenen Trauer und dem Erbe ihres Mannes. Selbstzweifel und Machtdemonstrationen stehen im stetigen Wechsel. Der Film ist alles andere als ein gewöhnliches Biopic und verzichtet fast vollständig auf die großen emotionalen Momente. Auch Natalie Portman bewegt sich mit ihrer Charakterstudie weit über dem normalen Niveau, ihre Darstellung der Jacqueline Kennedy wirkt stellenweise surreal. Ebenso herausragend wie die Kameraarbeit von Stéphane Fontaine ist der Score von Mica Levi, die Musik ist allgegenwärtig und gibt nicht nur das Tempo vor. Für mich ist Jackie der schönste Film des Jahres.

2. Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Es gibt einen neuen Sheriff in der Stadt und sie heißt Mildred Hayes. Martin McDonaghs dritter Film ist sein bislang bester. Anstatt verrückte Gangster bekommen wir echte Menschen in einer ernsthaften Welt, die in eine gefährliche Gewaltspirale geraten. Die Wut und der Zorn einer Mutter sorgen hier für eine Eskalation in der Kleinstadtgemeinde. Mit jeder verstreichenden Minute wird wortwörtlich nur mehr Benzin ins Feuer gegossen. Aus dem guten Cast sticht die fantastische Frances McDormand heraus und das messerscharfe Drehbuch sorgt für grandiose Dialoge. Three Billboards Outside Ebbing, Missouri ist eine schwarze Komödie, dessen Zynismus nur schwer zu überbieten ist.

3. Die Taschendiebin
Park Chan-wooks bildgewaltiger Erotikthriller ist für mich vor allem eine sehr schöne Liebesgeschichte. Während Kim Min-hee sich in der Beziehung zu ihrem Hausmädchen verliert, kann sich der Zuschauer in den wunderschönen Einstellungen verlieren. Es sind nicht nur die Kostüme und die Ausstattung, die das alte Japan hier aufleben lassen. Der prägnante Score und die verschachtelte Erzählstruktur lassen einen bis zum Ende nicht los. Für Fans von Park Chan-wook eine ganz besondere Art von „Porno“.

4. Manchester by the Sea
Manchester by the Sea ist ein tieftrauriger Film über die Trauer selbst. Die Inszenierung von Kenneth Lonergan ist fehlerlos und extrem konsequent, handwerklich passt hier alles zusammen. Die langsame Enthüllung von Lee Chandlers Schicksal in Form von Rückblenden ist extrem gelungen und Casey Affleck geht komplett in der Rolle auf. Er überragt alle anderen Darsteller, inklusive der starken Michelle Williams. Wie nuanciert der Film ist, wird auch bei den vielen wirklichen witzigen Momenten deutlich, die dafür sorgen, dass man nicht die kompletten 138 Minuten in einer Depression versinkt.

5. Silence
Ich hätte Silence auch auf Portugiesisch und in der 195 Minuten Fassung gesehen. Martin Scorseses Herzensprojekt spielt im feudalen Japan und erzählt natürlich vom Katholizismus. Über zweieinhalb Stunden verfolgen wir Andrew Garfields Figur bei seiner Glaubenskrise, sehen die wunderschönen Bilder von Kameramann Rodrigo Prieto und merken, wie ernst man den Filmtitel bei der Tongestaltung genommen hat. Silence ist ein Abenteuer für Cineasten, dass aber genau wie jede Religion keinen einfachen Antworten bietet.

(Anmerkung: Die Filme La La Land, Neruda, Hell or High Water, Personal Shopper und Elle befanden sich bereits im letzten Jahr in Svens Rückblick.)

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Filmjahr 2017 – Rückblick – Svens Top 15

Ein Mitglied der Quadrataugenrunde guckt ein paar mehr Filme als das andere und ist am Ende des Jahres nicht genug ausgelastet. Bevor wir also zu unseren persönlichen Top 5 des Filmjahres kommen, nennt Sven noch zehn weitere Filme, die ihm besonders am Herzen liegen. Zwar orientieren wir uns für den Rückblick zeitlich sonst an den deutschen Kinostarts, wollen Festivalbesuche aber nicht ausschließen.

Svens Top 15

6. Dunkirk
„Man kann es von hier aus fast sehen. – Was? – Christopher Nolans Oscar.“
Dunkirk ist ein kalter und mechanischer Film, der sich nicht für Einzelschicksale interessiert und dessen Score so subtil ist, wie ein Vorschlaghammer. Aber wenn die Spitfires über den Ärmelkanal gleiten, dann ist das pure Magie. Nolans Überwältigungskino liefert wunderschöne Bilder, brachial inszenierte Action und ein wahnsinniges Sounddesign. Die Uhr tickt, das Metall kreischt und Tom Hardys Augen funkeln unter seiner Maske – so einen Kriegsfilm hat man noch nicht gesehen.

7. I Am Not Your Negro
„The story of the Negro in America is the story of America, and it is not a pretty story.“
Basierend auf einem unvollendeten Buch des Schriftstellers James Baldwin analysiert Raoul Peck den Rassismus in den Vereinigten Staaten. Und Baldwin erzählt seine Geschichte, die Geschichte seiner Landsleute, anhand seiner ermordeten Freunde. Es ist ein beeindruckender Film, der sein komplexes Thema nuanciert betrachtet. Die Bilder unterstützen Baldwins Worte und Schriften, sie geben ihnen nicht mehr Kraft, weil Baldwins Aussagen kraftvoll genug sind. I Am Not Your Negro ist die Art von Film, die man gesehen haben muss. Ein Meisterwerk über Rassismus und seine Folgen, die ein ganzes Land auch 50 Jahre später zersetzen.

8. Hacksaw Ridge
Bibelfans aufgepasst! Hollywoods Darling Mel Gibson („Der Gott des Gemetzels“) dreht wieder Filme. Während man in Virginia noch solide Nostalgie zu sehen bekommt, bricht mit der Ankunft in Okinawa die Hölle los. Die erste Schlacht ist an Intensität und Brutalität schwer zu überbieten, ein Gewaltexzess zum Wegschauen. Es sind die Gefechte, bei denen deutlich wird, wie hervorragend der Schnitt von Hacksaw Ridge ist. Dazu kommt noch ein starker Andrew Garfield, der in der Rolle des Desmond Doss maßgeblich zur Intensität des Films beiträgt.

9. Jahrhundertfrauen (20th Century Women)
Eine anbetungswürdige Annette Benning, eine tanzende Greta Gerwig und eine rauchende Elle Fanning. Mike Mills Aufarbeitung seiner Kindheit im sonnengebadeten Kalifornien ist Wohlfühlkino im besten Sinne. Die wilden Siebziger enden hier in einer popkulturellen Collage, bei der man selbst Jimmy Carter noch etwas Positives abgewinnen kann. Und wer würde sich nicht gerne von Elle Fanning das Herz brechen lassen, um etwas über die Welt zu lernen.

10. A Beautiful Day (You Were Never Really Here)
85 Minuten. Viel länger hätte man die Intensität, mit der Joaquin Phoenix hier spielt wohl auch nicht ausgehalten. Das wenige, was man über seine Figur Joe erfährt, hört sich genauso vertraut an wie die Geschichte an sich. Es ist die Art, wie hier mit Traumas umgegangen wird, wie Gewalt dargestellt wird und die Beziehung zwischen Nina und Joe, die Lynne Ramsays Thriller zu einem außergewöhnlichen Film machen. Die Realität schwindet und wir sehen, wie Joe langsam zerbricht.

11. Planet der Affen: Survival
Kein Kriegsfilm, sondern ein Film über Menschlichkeit. Und das in einer Zeit, in der sich die wenigsten Blockbuster für Humanismus interessieren. Auf der technischen Seite bekommt man die realistischsten Affen aller Zeiten und auch Hauptdarsteller Andy Serkis kann man gar nicht genug loben. Das eigentliche Highlight ist aber der unglaubliche Score von Michael Giacchino. Große Stücke für einen großen Blockbuster, eine sehr angenehme Art der Nostalgie.

12. The Florida Project
Brooklynn Prince ist wohl die Entdeckung des Kinojahres. Vor den Toren von Disneyland in Florida dürfen wir einen ganzen Sommer mit der extrem talentierten Sechsjährigen verbringen. Und wohl nur im Film darf man die sehr vulgäre Sprache und die Nachahmung von schlechten Vorbildern bei einem Kind gut finden. Sean Baker zeigt in seinem neuen Werk das vergessene Amerika. Bittere Armut und keine Zukunft, an einem bonbonfarbenen Ort der Future Land heißt. Ein magischer Film mit einem herzensguten Willem Dafoe.

13. Good Time
Die Safdie-Brüder zeigen uns ein schmutziges New York und Menschen aus der Unterschicht, die den Kampf gegen das System längst verloren haben. Robert Pattinson überzeugt in der Hauptrolle als fürsorglicher Bruder und arroganter Verbrecher. Genau wie Menschen für Connie, sind die Nebenfiguren im Film nur ein Mittel zum Zweck. Good Time ist ein spannender Thriller in einer glaubhaften Welt – mit emotionalen Momenten, die einen bis ins Mark treffen.

14. The Killing of a Sacred Deer
Es kann gar nicht genug Filme geben, in denen man etwas über Colin Farrells Körperbehaarung lernt. Auch dieser Film von Yorgos Lanthimos ist verstörend schön. Die fantastische Geschichte bewegt sich stets nur ein paar Zentimeter neben der Realität und trotzdem wirkt vieles so fremd. Im Zusammenspiel mit dem Setdesign sorgt die Kamera für unzählige interessante und kreative Einstellungen. Nicole Kidman und Jugenddarsteller Barry Keoghan ergänzen den starken Cast des Familiendramas. Genau wie Hummer, sind Ärzte auch nur Menschen.

15. Blade Runner 2049
Menschlicher als Ryan Gosling. Denis Villeneuve hat es verpasst, seine durchstilisierte Welt mit echten Figuren zu füllen. Es steckt eine interessante Geschichte über Menschlichkeit im Film, aber man erzählt sie nicht. Was Blade Runner 2049 zu einer einzigartigen Kinoerfahrung gemacht hat, waren die Kameraarbeit von Roger Deakins sowie das Art- und Sounddesign. Jede einzelne Einstellung in den 163 Minuten ist extrem durchdacht und ein Großteil ist einfach nur wunderschön und beeindruckend. So ist Blade Runner 2049 zumindest auf der audiovisuellen Ebene ein kleines Wunder.

(Anmerkung: Die Filme La La Land, Neruda, Hell or High Water, Personal Shopper und Elle befanden sich bereits im letzten Jahr in Svens Rückblick.)

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