Auswärtsfahrt #41

Sven war erneut zu Gast im sehr populären Longtake Podcast und hat dort mit dem Host und Filmkritiker Lucas Barwenczik (@Kinomensch) über Vox Lux von Brady Corbet gesprochen. Es war ein Hit!

Veröffentlicht unter Auswärtsfahrt | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

Auswärtsfahrt #40

Sven hat in Zürich Regisseur Christian Petzold getroffen und mit ihm eine Stunde lang über Gespenster, Musen und das Kino nach Corona gesprochen.
Außerdem wurde abgestimmt, welcher Film von Christopher Nolan denn nun der beste ist.

Undine: Das Interview mit Christian Petzold
Die Undine ist ein uralter Wassergeist, eine Sagengestalt, die sich durch die Epochen zieht und von Kunst und Literatur zahlreich aufgegriffen wurde, unter anderem im Märchen von Hans-Christian Andersen oder in der deutschen Romantik von Friedrich de la Motte Fouqué. Die Nixe träumt von der ewigen Liebe und einem Leben über dem Meeresspiegel.

In seinem neuesten Film verlagert der deutsche Regisseur Christian Petzold die Undine ins moderne Berlin. Die Historikerin Undine Wibeau (Paula Beer) droht von ihrem Freund verlassen zu werden. Doch bevor es zum Unglück kommt, verliebt sie sich in den Industrietaucher Christoph (Franz Rogowski). Das Liebespaar pendelt zwischen der Hauptstadt und der deutschen Provinz und versucht dabei, Undines Fluch hinter sich zulassen.
Vollständiger Artikel

Unsere Rangliste der Filme von Christopher Nolan
Aufgrund der Startverschiebung von Tenet hatte man nun etwas mehr Zeit, um sich nochmals das bisherige Schaffen von Christopher Nolan zu Gemüte zu führen. Wir haben dies natürlich auch gemacht und präsentieren euch jetzt unsere Rangliste der Nolan-Filme, von „super-duper“ bis „auch noch ganz gut“.
Vollständiger Artikel

Veröffentlicht unter Auswärtsfahrt | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

Quadrataugenrundenpodcast Folge 54

Aus seinem neuen Schloss berichtet Sebastian mampfend vom deutschen Film und seinem Gespräch mit dem Regisseur Felix Charin. Währenddessen schwärmt Sven von Tom Cruise und dem Ende der Welt. Einer ausführlichen Diskussion über Lady Gaga folgt ein Ausflug in Michael Crichtons DinoPark. Inklusive einer hörenswerten Imitation von John Hammond, denn auch für diesen Podcast wurden keine Kosten gescheut.
Aus unerklärlichen und äußerst mysteriösen Gründen wurde diese Folge bereits im November 2018 aufgezeichnet.

Zeitangaben
0:00:00 – Intro & Begrüßung
0:01:55 – Zuletzt gesehen (Mission: Impossible – Fallout / Therapie / First Reformed / Tau)
0:29:50 – A Star Is Born (2018)
0:45:35 – Die großen Fünf (Lady Gaga Songs / Bradley Cooper Filme)
0:52:28 – Jurassic Park (1993)
1:16:06 – Demnächst im Kino & Verabschiedung

RSS-Feed
Download

Veröffentlicht unter Podcast | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

Auswärtsfahrt #39

Sandra Hüller macht Werbung für einen Urlaub im Harz und Bane versucht sein Glück in Gotham.

Schlaf (2020)
Im beschaulichen Stainsbach träumt man von alten Zeiten und hat grosse Pläne für die Zukunft. Noch ist das Hotel Sonnenhügel nur während der Urlaubssaison gut besucht, aber das soll sich bald ändern. Vom Machtgefälle her ist Hotelbesitzer Otto bereits der erste Bürger der Kleinstadt, aber auch das Amt des Bürgermeisters könne er sich gut vorstellen. Stainsbach ist einer dieser Orte, an denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Traditionen sind wichtig, jeder kennt jeden und zur Begrüssung gibt es erst mal ein Bier. Die tristen Einrichtungen und die überzeugenden Darsteller tun ihr Übriges, um die deutsche Kleinstadt lebendig werden zu lassen.

Marlene hat ein anderes Bild von Stainsbach. Bleistiftskizzen vom Hoteleingang, einer Bestie im Flur und toten Menschen stapeln sich neben ihrem Bett. Und das, obwohl sie den Ort noch nie besucht hat. Ihre Alpträume wiederholen sich, bauen aufeinander auf, rufen sie. Die Realität beginnt für Marlene zu verschwinden. Eine clevere Kamerabewegung genügt und schon landet sie vom Küchentisch im nächsten Alptraum. Selbst ein Augenaufschlag gibt keine Gewissheit über den Wachzustand und führt zur Suche nach Triggern und makaberen Scherzen über Selbstmord – Inception lässt grüssen.
Vollständige Kritik

Die Filme des Christopher Nolan: The Dark Knight Rises
Mit dem Finale seiner The Dark Knight-Trilogie verabschiedet sich Christopher Nolan vom Superheldengenre. The Dark Knight Rises ist länger, grösser und kämpft mit einem schweren Erbe.

Dieser Artikel ist Teil unserer grossen Christopher-Nolan-Retrospektive, in welcher wir jeden Film des Regisseurs etwas genauer beleuchten. Da Nolan in seinen Filmen gerne mit der Zeit spielt, unterteilen wir die zusammengetragenen Informationen nach der Produktionsphase („Vor dem Dreh“, „Während des Drehs“ und „Nach dem Dreh“), sagen euch, was für Verbindungen es mit den anderen Filmen des Regisseurs gibt und wo ihr euch den jeweiligen Film ansehen könnt.
Vollständiger Artikel

Veröffentlicht unter Auswärtsfahrt | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

Auswärtsfahrt #38

Selbstverliebte Kunstheinis und der amerikanische Traum in Glasgow.

A Rainy Day in New York (2019)
Woody Allen ist nicht aufzuhalten. Eine aufgeladene Debatte und der Rückzug des Filmstudios führten zumindest dazu, dass sich der neueste Film des 83-jähirgen New Yorkers um ein Jahr verschoben hat. Glückerlicherweise gehört Hauptdarsteller Timothée Chalamet immer noch zu den angesagtesten Jugenddarstellern in Hollywood.

Ein romantischer Traum aus einer vergangenen Zeit ist im Film eine der zahlreichen Referenzen auf das eigene Werk. In der Kunstschule Yardley dauert es ein paar Szenen, bevor man mit dem ersten aufgeklappten Macbook realisiert, dass A Rainy Day in New York gar nicht in den Sechzigerjahren spielt. Die warmen Farben, das historische College und die Kleidung der beiden Hauptfiguren lassen zuerst einen anderen Schluss zu. Im Gegensatz zur verträumten Romantik der Sets steht der digitale Look, den Woody Allens Filme in diesem Jahrzehnt haben. Verantwortlich dafür ist Vittorio Storaro, der bereits seit Café Society als Allens Kameramann funktioniert.
Vollständige Kritik

Wild Rose (2018)
In dieser Stadt hat Johnny Cash seine Frau June Carter kennengelernt. Neben der Country Music Hall of Fame befinden sich berühmte Studios und Firmen der Industrie in der „Music City“ Nashville, Tennessee. Es ist das Erste, was Rose-Lynn jedem erzählt, den sie trifft: Eines Tages wird sie dort auf der Bühne stehen. Als berühmte Countrysängerin, versteht sich.

Die Musik ist zu Beginn allgegenwärtig und bewegt sich fliessend aus dem Off in den Alltag der Protagonistin. Es sind eingängige Lieder über das Leben, alle selbst gesungen von Jessie Buckley. Aus der alltäglichen Arbeit wird so schnell eine kleine Musicalnummer – inklusive Fantasyband im Haus. Die Realität wartet dann abends zu Hause auf Rose-Lynn: zwei Kinder, die sie nicht kennen und mit denen sie auch nichts anzufangen weiss. Ihre Familie wirkt wie eine zweite Fussfessel für die Sängerin.
Vollständige Kritik

Veröffentlicht unter Auswärtsfahrt | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

Filmjahr 2020 – Vorschau – Top 10

Alle eure Lieblingsregisseure kehren in diesem Jahr mit einem Film zurück ins Kino oder auf das Streaming-Device eurer Wahl. Fincher, Nolan und Villeneuve – die Boyband steht bereit. Dazu gibt es nur zwei Marvelfilme und kein Star Wars, einfach mal durchatmen und geniessen.

Wie jedes Jahr findet ihr in unserer Vorschau zehn Kinofilme, die wir uns auf jeden Fall ansehen werden.

Worauf freut ihr euch am meisten?

Svens Top 10

After Yang
Das Debütwerk (Columbus) von Kogonada war einer der durchdachtesten Filme des Jahres. Haley Lu Richardson und Colin Farrell erleben in dem Science-Fiction-Film Abenteuer in Sachen Babysitting. Video-Essayist Kogonada ist ebenfalls für Drehbuch und Schnitt verantwortlich.

Benedetta
Gewalt und Sexualität, Paul Verhoeven zieht es in seinem neuen Film zur katholischen Kirche. Der Meister der Provokation zeigt in dem Liebesdrama die Beziehung zweier Nonnen im 17. Jahrhundert. Inklusive erotischer (Alb-)Träume.

Ein verborgenes Leben
Ich gehöre zu den größten Fans von Terrence Malicks spiritueller Spätphase. Insofern wird es sicherlich ungewohnt wieder eine klassische Handlung in einem Film von ihm zu erleben. August Diehl spielt in dieser wahren Geschichte einen Kriegsdienstverweigerer in Deutschlands dunkelster Epoche.

I’m Thinking of Ending Things
Wir leben in einer Welt, in der einer der besten amerikanischen Drehbuchautoren für jedes seine Projekte jahrelang kämpfen muss. Zum Glück bekommt Charlie Kaufman nun auch etwas von dem „Netflix Money“. Dafür bekommen die Zuschauer wohl ein verstörendes psychologisches Drama.

Intrige (J’accuse)
Der Journalist Robert Harris ist einer meiner Lieblingsautoren. Der Spionage-Thriller über die Dreyfus-Äffäre zeigt nicht nur den europäischen Antisemitismus, sondern auch über die erschreckende Macht von Regierungen. Die erste Zusammenarbeit zwischen Harris und Roman Polanski war zudem sehr gelungen.

James Bond 007 – Keine Zeit zu sterben
Sam Mendes ist zum Glück weg, Daniel Craig immer noch da. In Zeiten von jährliches Franchises sorgt die Zeitspanne zwischen den Bond-Filmen bei mir für ein gestiegenes Interesse. Trotz der Produktionsschwierigkeiten mit Regisseur und Komponisten wird es hoffentlich ein guter Film. Ansonsten hat man ja noch den Titelsong von Billie Eilish.

Little Women
Frauen, aber in klein! Nach Lady Bird, einem der besten Coming-of-Age-Filme aller Zeiten, sind Saoirse Ronan und Greta Gerwig erneut am Set vereint. Feministische Kostümdramen sind zudem meistens sehr toll.

On the Rocks
Sofia Coppola liefert aus ihrer Filmfamilie derzeit die beste Arbeit ab. Mit Bill Murray und Rashida Jones in den Hauptrollen ist die Grundlage für das Comedy-Drama schon einmal gelegt. Und einer der beiden spielt den „Larger-than-life“-Playboy-Vater.

Tenet
Für diesen britischen Regisseur ist immer ein Platz in meiner Vorschau reserviert. Nach Dunkirk bekommen wir wieder einen klassischeren Actionthriller. Die Hauptrolle übernimmt Robert Pattinson, verkleidet als Christopher Nolan. Da ich nichts über die Handlung weiß, kann ich bis zum Kinobesuch über die mögliche Inception-Verbindungen schreiben.

The French Dispatch
Wes Anderson ist bekanntermaßen mein Lieblings-Anderson. Neben den üblichen Verdächtigen spielen in der Komödie Frances McDormand und Timothée Chalamet mit. Gedreht wurde in Westfrankreich und Fans von Journalismus schalten ein.

Veröffentlicht unter Spezial | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar

Auswärtsfahrt #37

Listen über Listen. Zum Jahresende hat Sven über Parasite, Marriage Story, Dragged Across Concrete, Plötzlich Familie, Joker und Netflix-Produktionen geschrieben.

And the Winner is …: Die besten Filme des Jahres 2019 aus Sicht der OutNow-Redaktion
Zum letzten Mal in diesem Jahrzehnt (höhö!) stimmt die OutNow-Redaktion über ihre Favoriten des Kinojahres ab. Welche filmischen Meisterwerke haben zu Tränen gerührt, tief bewegt oder waren schlicht atemberaubend? Langes Grübeln, gelegentliches Nocheinmalschauen und heftige Diskussionen haben schliesslich zum Ziel geführt. Kleiner Hinweis: Wie üblich enthält die Liste nur Filme, die im Kinojahr 2019 ein Kinostartdatum in der Schweiz hatten.
Vollständiger Artikel

Die besten Szenen des Filmjahres 2019
Umwerfende Gesangsdarbietungen, fiese Enden, Sex und eine Ente. Was diese Sachen gemeinsam haben? Sie alle haben uns ein paar der besten Momente des Kinojahres 2019 beschert.
Vollständiger Artikel

Hot Takes! Die über- und unterbewertesten Filme von 2019
Jetzt wird es persönlich! Wir sagen euch, bei welchen Filmen im Kinojahr 2019 wir uns in der Redaktion alles andere als einig waren. Macht euch bereit für jede Menge „Hot Takes“!
Vollständiger Artikel

Pssst! Die Film-Geheimtipps 2019
Es müssen nicht immer unbedingt Blockbuster und Award-Gewinner sein: Wir nehmen mal wieder das Megaphon hervor und sagen euch, welche kleinen Filme unserer Meinung nach sehenswert sind.
Vollständiger Artikel

Von Scheidungsanwälten und anderen Gaunern: Die 11 besten Netflix-Filme von 2019
Mal wieder ganz Netflix durchgescrollt, aber du weisst immer noch nicht, was du schauen sollst? Wie wäre es mit einem der elf besten Filme, die der Streaming-Gigant im Jahre 2019 veröffentlicht hat?
Vollständiger Artikel

Veröffentlicht unter Auswärtsfahrt | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

Auswärtsfahrt #36

Drei Filme vom Zurich Film Festival 2019. Politik, Macht und Familie.

The Report (2019)
In Unthinkable droht Samuel Jacksons Figur den Verdächtigen mit der Tötung ihrer Kinder. Es ist eines dieser Szenarien, in denen der Held das Heimatland gegen böse, unbekannte Kräfte schützen müssen. Die Gewaltfantasie eines Jack Bauer wird hier bis zum Ende gedacht – der Zweck heiligt jedes Mittel. Die Medien spielen in Scott Z. Burns‘ Film eine Rolle, Unterhaltungshelden wie eben jener Jack Bauer werden explizit beim Namen genant und in eine lange Reihe von Mittätern gestellt.

Burns selbst hat als Drehbuchautor mit Werken wie The Bourne Ultimatum und The Informant! schon die ein oder andere Erfahrung mit den amerikanischen Geheimdiensten gemacht. Man merkt The Report an, wo sein Regisseur herkommt. Es ist ein dialoglastiger Film, bei dem die Kamera viel Zeit mit der unterstützenden Abbildung der Ereignisse verbringt. Burns erzählt die Geschichte seiner Hauptfigur sehr konsequent. Ohne grosses Spektakel, aber nie langweilig. Trotz aller Fakten verwandelt sich das Drama nicht in einen Dokumentarfilm. Das liegt zum einen an dem Umgang mit dem Thema Folter und zum anderen an den Schauspielern.
Vollständige Kritik

Herzdame (2019)
„Ihm ab, den Kopf“, ruft die Herzkönigin in Lewis Carrolls Alice im Wunderland. Diese Geschichte wird den beiden Töchtern in Herzdame mehrmals vorgelesen. Mama Anne ist da die wesentlich wohlwollende Regentin. Sie herrscht und teilt über ihre Familie und ihre Kanzlei. In einigen Situationen würde sie das königliche Recht aber wohl nicht ablehnen. May el-Toukhys Familiedrama ist eines voller Andeutungen. Beziehungen wie die von Annes Mutter oder ihres Geschäftspartners werden in Nebensätzen abgehandelt, die Vergangenheit bleibt vage. Die Ehe zwischen Anne und Peter könnte alles sein, vom perfekten Familienglück bis hin zu dessen vollendeten Trugbild.

Trine Dyrholm erinnert in der Hauptrolle stark an Robin Wright aus House of Cards. „Macht ist Macht“, heisst es dort und mit genau diesem Verständnis tritt Dyrholms Anne in jeder Szene auf. Dass sie sich nicht an alle Regeln hält und stets ihren Vorteil sucht, wird früh klar. Im Sommer, den sie mit Stiefsohn Gustav verbringt, wendet sie sich etwas mehr der Familie zu, geniesst ihre Freizeit und lässt sich von Gustavs Jugend anstecken. An ihrem Charakter ändert das aber nichts, doch sie erlangt ein neues Selbstverständnis das sie lustvoll demonstriert. Es ist eine der besten Szenen des Films, in der Anne allein zu einem Popklassiker aus den Achtzigerjahren tanzt.
Vollständige Kritik

The Farewell (2019)
Regisseurin Lulu Wang zeigte sich überrascht davon, dass ihr Film in den USA von einem breiten Publikum so gut aufgenommen wurde. Dabei ist ihre persönliche Geschichte über eine chinesische Auswandererfamilie so universell wie das Medium Film selbst. Am Ende ist es die Beziehung zwischen einer Grossmutter und ihrer Enkelin, mit der sich fast jeder identifizieren kann.

The Farewell ist ein amerikanischer Sundance-Film in all seiner Konsequenz. Die Sprache mag eine andere sein und der Schauplatz zum Grossteil in China liegen, aber Wangs Film passt perfekt zum amerikanischen Filmfestival in Utah. Es sind einfachste filmische Mittel, mit denen hier das Konzept der Familie erforscht wird. Jede Figur hat ihre kleine Macke und Gefühle werden schnell herausgesprochen. Der Schwerpunkt liegt auf den Dialogen, und wenn die einen noch nicht komplett emotional mitreissen, dann hilft die Musik ganz bestimmt nach. Es gibt diese grossen Momente, bei denen man im Kinosaal ein lautes Schluchzen hinter sich vernehmen kann – falls man es nicht selbst von sich gibt.
Vollständige Kritik

Veröffentlicht unter Auswärtsfahrt | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

Auswärtsfahrt #35

Einer der schönsten Feel-Good-Filme des Jahres und ganz viel Mindy Kaling.

Blinded by the Light (2019)
Die Filme von Gurinder Chadha (Kick it like Beckham) erzählen von Gemeinschaft und dem langsamen Herantasten an das interkulturelle Zusammenleben. Integration unter den eigenen Bedingungen, wenn nötig auch durch Konfrontation. Die indische Kultur in Grossbritannien ist das Spezialgebiet der gelernten Dokumentarfilmerin. Blinded by the Light weicht leicht von Chadhas Schema ab, weil es um die wahre Geschichte eines Briten mit pakistanischen Wurzeln geht.

Der Film nimmt sich viel Zeit für die Einführung seiner Figuren. Bevor man den ersten Springsteen Song hört, ist man längst in der traditionellen Familie der Khans und dem bunten Achtzigerjahresetting angekommen. Die Sehnsucht und die Probleme sind schon da, die Musik von „The Boss“ hilft dem Film dann zum Ausbruch. Wenn „The Promised Land“ erklingt, entlädt sich nicht nur sprichwörtlich ein Sturm über Luton. Die Texte werden überlebensgross auf die Häuserwände projiziert, Javed bewegt sich dramatisch durch die Nacht und erlebt eine Epiphanie. Die Sequenz ist wie ein Musikvideo aus jener Zeit inszeniert und wirkt so unglaublich kraftvoll, dass man förmlich die positive Energie spürt.
Vollständige Kritik

Late Night (2019)
Die Late-Night-Talkshows bringen nicht nur Millionen von Amerikanern jeden Abend ins Bett, sie sind auch seit jeher fest in Männerhand. Zu einer Zeit als noch Johnny Carson über die Bildschirme flimmerte, steigt eine Britin auf den Comedy-Thron. Es ist eine Mischung aus Geschichtsumschreibung und Utopie, die Autorin Mindy Kaling hier zeichnet.

In gewisser Hinsicht ist Late Night ein zeitloser Film. Er verändert die Vergangenheit, spielt in einer Gegenwart, die es so nicht mehr gibt und fühlt sich selbst an wie aus der Zeit gefallen. Der zentrale Konflikt Alt gegen Neu wird hier gleichgesetzt mit Gut gegen Schlecht. Comedian Daniel wird als der letzte Trottel inszeniert, der mit seinen Fäkalwitzen Geld auf Netflix kassiert, während Katherine sich in ihrem Status sonnt, verweilt und selbst gar keine Witze mehr erzählt. Als sie es später im Film dann doch versucht, scheitert sie kläglich. Sie hat den Kontakt zum Publikum verloren. In ihrer Verbitterung darüber versucht sie es mit Ehrlichkeit – und hat damit Erfolg. Eine Strategie, die man bereits aus der Simpsons Folge „Krustys letzte Versuchung“ (1998) kennt.
Vollständige Kritik

Veröffentlicht unter Auswärtsfahrt | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

Quadrataugenrundenpodcast Folge 53

Welchen Marvelfilm würdet ihr mit euren Großeltern gucken?
Sebastian ist zurück aus dem Urlaub und Sven aus dem Kino. Wie alle Deutschen zieht es uns beim Film zum Meer. Wie viele Hunde Wes Anderson auf dem Gewissen hat, wie gierig Michael Keaton ist und ob Adam Sandlers Schauspielkunst Grenzen hat, erfahrt ihr in dieser Folge. Ein Podcast, wirklich zu schön, um wahr zu sein.
Aus unerklärlichen und äußerst mysteriösen Gründen wurde diese Folge bereits im Juni 2018 aufgezeichnet.

Zeitangaben
0:00:00 – Intro & Begrüßung
0:02:31 – Zuletzt gesehen (Spider-Man: Homecoming / Isle of Dogs – Ataris Reise / Coco / Vaiana / Transit)
0:27:27 – Die Woche (2018)
0:44:04 – Pleasantville – Zu schön, um wahr zu sein (1998)
1:00:13 – Demnächst im Kino & Verabschiedung

RSS-Feed
Download

Veröffentlicht unter Podcast | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen