Auswärtsfahrt #14

Filmkritiken vom Zurich Film Festival 2017. Mit Rob Reiner und Glenn Close.

Shock and Awe (2017)
Am 20. März 2003 beging Präsident George W. Bush einen Angriffskrieg gegen ein souveränes Land. Der blutige Konflikt stürzte den Irak ins Chaos und dauert bis heute an. Seine Komplizen hiessen unter anderem Dick Cheney, Donald Rumsfeld und Colin Powell. Die wenigsten haben ihre Schuld bis heute eingestanden. Die Geschichte und die Filmindustrie gaben ihnen kein Recht, es gab keine Massenvernichtungswaffen im Irak. Dementsprechend einfach ist es heute, die Schuldigen zu benennen. Und Shock and Awe zeigt sie alle, live und in Farbe.

In den 90 Minuten geht es nicht nur um die journalistische Arbeit von Knight Ridder und die Lügen der Regierung. Anhand eines einfachen Soldaten werden die Folgen des Krieges aufgezeigt, Vietnam-Veteran Galloway erinnert an alte Fehlschläge des Militärs, und Strobel muss sich auch noch in seine Nachbarin verlieben. Viel Ablenkung also für die eigentliche Geschichte, die den Film unfokussiert wirken lassen.
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The Wife (2017)
Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau – besonders in Gesellschaften, die den Erfolg der Frau nicht zulassen oder zumindest erschweren. Bei einem Dinner wird Joan gefragt, was sie denn mache: Hausfrau, Mutter, ebenfalls Autorin? Nein, Joan sei eine Königsmacherin. Eine Berufung, bei der jegliche Anerkennung verwehrt bleibt.

Der Nobelpreis für Literatur wurde seit 1901 nur an 14 Frauen vergeben, die Auszeichnung für den alten weissen Amerikaner Castleman passt also ins Schema. The Wife erzählt nicht nur vom Leben im Schatten einer Berühmtheit. Er erzählt auch von vergangenen Chancen und vom langen Eheleben, das mehr von der Routine als von der Liebe lebt. Für die Beziehung der beiden wird die Reise nach Stockholm zum Stresstest. Der Preis für das Lebenswerk bringt vor allem Joan zum Nachdenken. In kurzen Rückblenden erfahren wir, dass sie eine Literaturstudentin in Yale war und das Schreiben ihre grosse Leidenschaft. Filmisch ist der Beginn der Liebesgeschichte zwar uninteressant, liefert aber wichtigen Kontext für die Handlung.
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